"Mehr geht immer": Grünflächenmanager zieht nach knapp fünf Jahren ein Fazit

Fast fünf Jahre warb Grünflächenmanager Christoph Hörsting um Paten, die sich um Beete kümmern.
  • Fast fünf Jahre warb Grünflächenmanager Christoph Hörsting um Paten, die sich um Beete kümmern.
  • hochgeladen von Vera Demuth

Nach Castrop-Rauxelern, die öffentliche Beete und Baumscheiben hegen und pflegen möchten, suchte Christoph Hörsting. Knapp fünf Jahre warb der Grünflächenmanager für bürgerschaftliches Engagement und um Grünpflegepaten. Jetzt zieht es ihn beruflich zurück ins Münsterland, doch vorher zog er ein Fazit.

"Es sind deutlich mehr Grünflächenpaten als 2013", blickt Hörsting auf seinen Start in Castrop-Rauxel zurück. 55 Patenschaftsverträge mit Bürgern gibt es derzeit. "Zwei sind ganz aktuell. Bei einem sind wir noch in der Findungsphase, wie die Fläche aussehen soll."
Die Klassiker, um die sich die Ehrenamtlichen besonders gern kümmern, sind die Baumscheibe oder das Beet direkt vor der eigenen Haustür. Davon gibt es natürlich weit mehr als 55 in Castrop-Rauxel. "Es ist nur ein kleiner Teil, der betreut wird", räumt der 36-Jährige ein. "Mehr geht immer." Allerdings müssten die Menschen es aus Freude tun, und nicht, weil man sie dazu überredet habe.
"Es ist schön, wenn eine gepflegte Baumscheibe dazu anregt, sich auch zu engagieren." Hier habe sich allerdings gezeigt, dass dies nicht so wie gewünscht geklappt habe. "Es gibt eine Straße, wo sich Nachbarn um vier Baumscheiben kümmern", weiß der Grünflächenmanager von einem Fall, der nahezu ideal ist. Nahezu, weil sich auf der anderen Straßenseite niemand der Scheiben annimmt.

Gestattungsvertrag abschließen

Wer ein Beet bepflanzen und pflegen möchte, muss mit der Stadt einen Gestattungsvertrag abschließen. "Dann haben beide Seiten Schwarz auf Weiß, was der Bürger machen darf und was die Stadt machen muss", erläutert Hörsting. Im Wesentlichen darf sich der Gärtner bei der Bepflanzung der Fläche nach seinem Geschmack richten – "wenn es nicht zu groß und zu breit ist".
Ein Vorbildprojekt für bürgerschaftliches Engagement sei der Verein "Rettet den Mühlenteich", sagt Hörsting über die Bürger, die sich schon, bevor er 2013 nach Castrop-Rauxel kam, mit Einzelaktionen für den Teich in Frohlinde einsetzten. Auch Mein Ickern e.V. sei aktiv. "Mit dem Verein haben wir keinen Vertrag, aber wir unterstützen ihn."
Christoph Hörstings Stelle wird nachbesetzt. "Die Aufgaben für meinen Nachfolger bleiben dieselben." Einen Schwerpunkt sieht der scheidende Grünflächenmanager darin, weiterhin dafür zu sorgen, die Anlässe für Bürgerbeschwerden möglichst gering zu halten. Bekanntlich sind Geld- und Personalmangel der Grund dafür, das der Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen vorrangig nur noch für die Verkehrssicherung der städtischen Grünflächen sorgen kann. Das Wissen darum habe sich aber bei den Bürgern etabliert. "Es wird nicht mehr nach jeder nicht gemähten Wiese gefragt."

Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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