Sonne für Esmeralda: Team für Tiere versüßt ehemaligen Legehennen den Lebensabend

Als Legehybriden kannten Esmeralda, Henrietta und die übrigen Hühner kein Gras unter den Füßen.
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  • Als Legehybriden kannten Esmeralda, Henrietta und die übrigen Hühner kein Gras unter den Füßen.
  • Foto: Thiele
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Eigentlich sollten Esmeralda, Henrietta und die übrigen sechs Hühner gar nicht über die Wiese in Obercastrop rennen. Denn eigentlich wären die sogenannten Legehybriden namenlos geblieben und längst getötet und zu Tierfutter oder Dünger verarbeitet worden. Stattdessen wurden sie vom Verein Team für Tiere aufgenommen.

Seit anderthalb Jahren leben die Hühner, die fürs Eierlegen gezüchtet wurden, auf dem Grundstück von Natascha Geesmann. Legten sie früher fast immer jeweils ein Ei am Tag, müssen sich Geesmann und die übrigen ehrenamtlichen „Hühnerversorger“ nun überraschen lassen, ob es mit dem Osterei etwas wird.
Während die Menge an Eiern zurückging, ist aber ihre Qualität gestiegen. „Der Geschmack ist viel intensiver geworden“, hat Vereinsmitglied Claudia Grunwald, die sich ebenfalls um das Wohl der Hühner kümmert, festgestellt. „In der Industrie wird Legemehl gegeben, wir haben auf Körnerfutter umgestellt“, erklärt Geesmann. Außerdem bringen die rund zehn Versorger Leckerchen, wie Obst, Quark und Mais, mit.
Neben dem Füttern sorgen die Helfer dafür, das Gehege und das selbstgebaute mobile Hühnerhotel in Ordnung zu halten. „Wir machen sauber und kratzen zum Beispiel den Kot weg“, erzählt Stephanie Eckhoff-Vieting.

Hühner wurden vom Tierarzt versorgt

Außerdem standen vor allem zu Beginn immer wieder Tierarzttermine an, denn die Hühner, die in Bodenhaltung lebten, waren völlig ausgemergelt, hatten kaum noch Federn, weil sie sich diese gegenseitig ausgepickt hatten, und litten zum Teil an Legedarmentzündungen, die mit Antibiotika behandelt werden mussten. Daneben waren die Tiere aggressiv und hektisch. Deswegen brachte Geesmann sie zusammen mit drei Brahma-Hühnern unter. „Sie bringen Ruhe hinein.“
„Wir wollten, dass die Hühner Gras unter den Füßen und Sonne spüren. Das hatten sie nie und sollten sie einmal erleben“, erläutert der Vereinsvorsitzende Nils Bettinger, wie das Team für Tiere dazu kam, sich für die Legehybriden zu engagieren und sie vom Verein „Rettet das Huhn“ zu übernehmen.
Ursprünglich waren es 26 Hühner, für die der Verein ebenso viele Paten, die das Projekt finanziell unterstützen, gesucht hatte. Mittlerweile leben noch acht. Die übrigen sind verstorben oder mussten eingeschläfert werden. „Man hatte uns gesagt, dass wir damit rechnen sollten, dass zwei, drei sofort sterben“, erinnert sich Bettinger an den Tag, als das Team die Hühner abholte. Doch tatsächlich verstarb das erste Huhn erst nach zwei Monaten.
Für die Pflege der verbliebenen Hühner sucht der Verein weitere Helfer. Und sollten sich Paten finden, die das Projekt nicht nur finanziell unterstützen möchten, sondern bereit sind, vor Ort mitzuhelfen und Verantwortung zu übernehmen, würde der Verein erneut Legehy-briden aufnehmen. „Man muss aber bereit sein, ein Huhn zu packen und ihm zum Beispiel eine Spritze in den Schnabel zu halten“, betont Geesmann.

Beim Eierkauf auf den Prüfstempel achten

Mit seinem Projekt wollte das Team für Tiere auf die Problematik der Bodenhaltung und das Schicksal der Hühner aufmerksam machen, so Bettinger. Das gilt auch zum Osterfest. Wer noch keine Ostereier hat, dem rät der Vorsitzende, beim Kauf im Supermarkt auf den Prüfstempel zu achten oder beim Bauern einzukaufen.

Kontakt

- Wer sich um die Hühner kümmern möchte, kann sich unter Tel. 0179/2166709 an Natascha Geesmann wenden.
- Auskünfte zum Team für Tiere erteilt Nils Bettinger unter Tel. 01575/5246982.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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