Wertschätzung fördern: Neues Projekt für Flüchtlinge in der Agora gestartet

Christiana Braesch (v.l.), Bereichsleiterin Kolping, Projektleiterin Janina Braun, Michael Chasanis, Geschäftsführer der Griechischen Gemeinde, und Agora-Chef Thorsten Schnelle stellten das neue Projekt „Anagnorossi“ vor.
  • Christiana Braesch (v.l.), Bereichsleiterin Kolping, Projektleiterin Janina Braun, Michael Chasanis, Geschäftsführer der Griechischen Gemeinde, und Agora-Chef Thorsten Schnelle stellten das neue Projekt „Anagnorossi“ vor.
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Die Verkehrsregeln, aber auch die Regeln des Zusammenlebens erläuterte Bezirkspolizist Christian Scharf in den vergangenen Wochen Flüchtlingen im Kulturzentrum Agora. Seine Besuche waren Teil des dreijährigen Projekts „Anagnorissi“ (Anerkennung), dessen Kosten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit 85 Prozent unterstützt werden.

Träger des Projekts sind die Griechische Gemeinde in Kooperation mit den Kolpingbildungszentren Ruhr. „Das Projekt ist eine sinnvolle Ergänzung zu den Sprach- und Integrationskursen“, sagt Agora-Chef Thorsten Schnelle.
Denn im Unterschied zu Integrationskursen, bei denen vor allem eine schnelle Integration der Flüchtlinge im Vordergrund stehe, sei es auch das Ziel von „Anagnorissi“, mögliche Ängste und Vorurteile bei den Deutschen abzubauen, so Christiana Braesch, Bereichsleitung Kolping. „Das geht aber nur, wenn man sich kennenlernt.“
Deshalb sollen in einem ersten Schritt die Zugewanderten erreicht und an das neue Angebot und ihre neue Heimat herangeführt werden, so Projektleiterin Janina Braun. Hierunter fällt unter anderem der Besuch des Polizisten, der auch dazu beitragen soll, den Flüchtlingen zu zeigen, dass die Polizei in Deutschland positiv besetzt ist. Denn zum Teil hätten die Flüchtlinge in ihren Heimatländern Gewalt erfahren und ein ganz anderes Bild von der Polizei, erklärt Michael Chasanis, Geschäftsführer der Griechischen Gemeinde.

Gegenseitiges Kennenlernen

In einem zweiten Schritt erfolgt das gegenseitige Kennenlernen der einheimischen und zugewanderten Menschen, um Ängste zu nehmen und die gegenseitige Wertschätzung zu fördern. „Wir wollen mit den Flüchtlingen in die bestehenden Gruppen hineingehen“, sagt Janina Braun. Bei 180 Geflüchteten, die die verschiedenen Sprach- und Berufsangebote in der Agora in Anspruch nehmen, sei es nicht schwierig, Begegnungen zu schaffen, ergänzt Thorsten Schnelle. Dies könnte zum Beispiel beim Seniorenfrühstück sein, das regelmäßig in dem Ickerner Kulturzentrum stattfindet.
Möglichst bald soll ein Beirat aus Deutschen und Flüchtlingen gegründet werden. Die Mitglieder werden dann mit entscheiden, welche Angebote in den kommenden drei Jahren im Rahmen des Projekts „Anagnorissi“ verwirklicht werden.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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