Sprachangebot für Rumänen: EU-Zuwanderer stehen bei neuem Förderprogramm im Mittelpunkt

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Susanne Köhler (r.) und Julia Kintscher vom Bereich Asyl und Obdachlose begutachten das Lernmaterial für den Sprachkurs.

Integrationsangebote für Asylbewerber gibt es einige in Castrop-Rauxel. Jetzt rücken auch EU-Einwanderer und vor allem Rumänen in den Fokus. Auf Basis des Landesprogramms „Komm-an“ nehmen einige an einem Sprachkurs und an Angeboten zur Freizeitgestaltung teil.

„Vorher gab es nicht so den Handlungsbedarf“, erklärt Susanne Köhler, kommissarische Leiterin des Bereichs Asyl und Obdachlose. Mittlerweile aber ist die Zahl der in Castrop-Rauxel gemeldeten Rumänen von 116 (Stand Ende 2014) auf 539 (30. Juni) gestiegen. Zwei rumänische Familien besuchen nun eine Sprach- und Lesegruppe, die Ehrenamtliche zweimal wöchentlich im Café Q an der Wartburgstraße organisieren. Daneben nehmen afrikanische, arabische und iranische Asylbewerber an dem Kurs teil.
Doch nicht nur die Sprachschwierigkeiten der EU-Zuwanderer sollen durchbrochen werden. Ein zweites „Komm-an“-Angebot betrifft die Freizeitgestaltung. „Die Rumänen sind für sich. Sie kommen aus totaler Armut und haben Ausgrenzung erfahren. Die Berührungsängste sind riesengroß“, erklärt Köhler, warum hier die Initiative ergriffen wird. So unternahmen rumänische Kinder mit Kindern anderer Nationalitäten und Ehrenamtlichen bisher einen Ausflug ins Wildgehege inklusive Fußballspielen und Picknick sowie einen Ausflug in einen Trampolinpark. „Die Lebensmittel fürs Picknick und der Eintritt wurden über das Programm finanziert“, so Köhler. Für den Sprachkurs haben die Ehrenamtlichen neues Lernmaterial angeschafft.
Seit diesem Jahr können über das Programm „Komm-an“ auch ehrenamtliche Angebote für EU-Zuwanderer gefördert werden. Die Bewilligung von jeweils 250 Euro monatlich für beide Angebote in Castrop-Rauxel gilt von Mai bis zum Jahresende. „Dann gucken wir weiter“, sagt Köhler, die mit den bisherigen „kleinen Schritten“, mit denen die ersten Rumänen erreicht werden, durchaus zufrieden ist.

Antrag über 185.000 Euro

Ein großer Schritt dagegen wäre eine Bewilligung des Antrags über 185.000 Euro für zwei Jahre, den die Stadt beim Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland (EHAP) einreichen wird. Würde er genehmigt, plant die Stadt, 1,75 Vollzeitstellen zur Betreuung von Rumänen und deutschen Obdachlosen einzurichten. Dann will sich die Stadt ab 2019 auch personell bei einem Programm für EU-Zuwanderer von Agora und Kolping einbringen, das sie bislang nur ideell unterstützt.
Habinghorster, die Kinder im dritten oder vierten Schuljahr haben und am Freizeitangebot von „Komm-an“ teilnehmen möchten, können sich bei Julia Kintscher vom Bereich Asyl und Obdachlose unter julia.kintscher@castrop-rauxel.de melden. „Wenn ein Vater dann zum Beispiel Fußball mitspielt, ist er in diesem Moment ein Ehrenamtlicher“, erläutert Köhler.
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