Rattenproblem in Datteln
Bürger sollen mehr auf den richtigen Umgang mit Essensresten achten

Trotz gezielter Bekämpfung gibt es immer noch zu viele Ratten in Datteln.
  • Trotz gezielter Bekämpfung gibt es immer noch zu viele Ratten in Datteln.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Ingrid Lücke

„Obwohl wir die Ratten in der städtischen Kanalisation seit drei Jahren gezielt bekämpfen, gibt es immer noch viel zu viele dieser Schädlinge in Datteln“, sagt Christof Murawski, der den Fachbereich Stadtentwässerung des Kommunalen Servicebetriebs Datteln – KSD leitet: 2019 gab es 140 Meldungen, 2020 waren es 120.
„Die Zahl für dieses Jahr ist mit 25 Meldungen nicht repräsentativ, da die meisten Ratten erfahrungsgemäß in der warmen Jahreszeit gesichtet und gemeldet werden“, sagt Murawski.
Murawski weiß, warum die Nager sich nicht so leicht zurückdrängen lassen: „Das Problem ist, dass wir alleine mit der Rattenbekämpfung in der Kanalisation keinen durschlagenden Erfolg erzielen können. Um die Rattenpopulation zu reduzieren, muss sich auch das Verhalten der Bürger und Bürgerinnen nachhaltig verändern.“
Alle, die in Datteln wohnen, sind deshalb dazu aufgerufen, verstärkt auf den richtigen Umgang mit Nahrungsabfällen und Tierfuttervorräten zu achten. „Wenn wir es schaffen, das zu reduzieren, dann werden auch die Ratten weniger – und das auf natürliche Weise.“
Der KSD appelliert eindringlich an alle Bürger, Wildtiere in Grün-, Park und Teichanlagen nicht zu füttern, da Brotreste das Teichwasser mit zusätzlichen Nährstoffen anreichern. So entstehen vermehrt Algen, für deren Zersetzung Sauerstoff nötig ist. In warmen Sommern drohen solche übermäßig belasteten Gewässer „umzukippen" und werden zu übelriechenden Kloaken. Auch wild lebende Tauben sollen nicht zu gefüttert werden.

Essensreste in verschlossene Abfallbehälter entsorgen

Essensreste sollten nur in den dafür vorgesehenen verschlossenen Abfallbehältern (Restmüll beziehungsweise Biotonne) entsorgt werden.
Es sollten keine Nahrungsabfälle in nicht gesicherten Kompostbehältern entsorgt werden, ebenso nicht über Toiletten, Küchenspülen oder Spülsteine in die Kanalisation.
Auch werden die Bürger gebeten, das Haustierfutter geschlossen zu halten und die nach der Fütterung verbliebenen Futterreste sofort zu beseitigen.
Eine nicht unwichtige Rolle bei der Bekämpfung der Ratten könnten die Besitzer der Pferdeställe einnehmen, indem sie ihre Futtervorräte besser schützen. In der Vergangenheit haben viele Bürger von Ratten berichtet, die vermehrt von den nah liegenden Pferdeställen herlaufen.Nur geschultes Personal darf Rattengift mit einem erhöhten Anteil Blutgerinnungshemmer auslegen.

Kostenlose Herausgabe von Rattengift wurde eingestellt

Vor drei Jahren musste die Stadt Datteln die kostenlose Herausgabe von Rattengift einstellen. Ursache war die 2016 in Kraft getretene Verordnung der Europäischen Kommission. Seitdem dürfen chemische Mittel zur Bekämpfung von Nagern nur von geschultem Personal ausgelegt werden, wenn sie pro Kilogramm mehr als 30 Milligramm Blutgerinnungshemmer enthalten.
Mitarbeiter der Stadtentwässerung des Kommunalen Servicebettriebs Datteln – KSD wurden entsprechend geschult und belegen seitdem regelmäßig die städtische Kanalisation mit Rattengift. Außerdem übernimmt der Fachdienst Stadtentwässerung eine koordinierende Funktion.
Dort laufen Meldungen über Rattenbefall ein, werden ausgewertet, in Tourenplänen zusammengeführt und anschließend an die Rattenbekämpfungskolonne weitergegeben. Anschließend wird das Gift in der Kanalisation und an betroffenen Straßen und städtischen Flächen ausgelegt.

Eigentümer müssen selbst Gegenmaßnahmen ergreifen

Beim akuten Rattenbefall auf privaten Grundstücken darf der KSD nicht tätig werden – die Eigentümer müssen selbst Gegenmaßnahmen ergreifen. Auf dem freien Markt sind Rattengiftpräparate mit Wirkstoffgehalt an Blutgerinnungshemmern von weniger als 30 Milligramm pro Kilogramm erhältlich, die bei falscher Anwendung zu Resistenzen bei den Nagern führen können, was die Bekämpfung noch schwieriger gestalten würde. Zur Vorbeugung einer Resistenz und zur erfolgreichen Bekämpfung der Nager sollte daher besser auf sachkundige Schädlingsbekämpfer zurückgegriffen werden.

Autor:

Lokalkompass Ostvest aus Datteln

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