Nur noch am Ziel absteigen
Dinslakener erfindet mit „Safe Drive“das Fahrrad für Menschen mit Handicap

Stützräder sorgen für sicheren Stand in prekären Situationen
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  • Stützräder sorgen für sicheren Stand in prekären Situationen
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Bei plötzlichen Gefahrensituationen anhalten, ohne abzusteigen

Als seine Frau Astrid vor etwa vier Jahren die Diagnose „Multiple Sklerose“ erhielt, war das nicht nur für sie ein Schlag, sondern auch für Walfred Buchwald und die fünf gemeinsamen Kinder.
Ihr Arzt empfahl Astrid , um bewegungsfähig zu bleiben und die Motorik beizubehalten, viel mit dem Fahrrad zu fahren. Dies fiel ihr ob der vielen unvorhergesehenen Situationen im Stadtverkehr allerdings schwer, denn plötzliches Anhalten und Ab-, beziehungsweise Aufsteigen erhöhten das Unfallrisiko erheblich.
Also schaffte sich die Familie ein Dreirad für Erwachsene an. „Zwar ermöglichte dies für den Fall des Anhaltens einen festen Stand“, erinnert sich der heute 53jährige, „aber meine Frau beklagte sich über das nicht gerade optimale Kurvenverhalten“. Zudem sei das Anfahren bei auch nur geringem Quergefälle ein Problem gewesen.
Buchwald, der als Maschinenführer bei einem Zulieferer der Autoindustrie arbeitet, war klar, es musste etwas geschehen. So begann er im Jahr 2016 zu tüfteln, wobei ihm seine Begeisterung für sowie sein Talent im Hinblick auf mechanische Vorgänge zugutekam.
„ich habe mich schon als Jugendlicher mit Technikbaukästen beschäftigt und war von der Mechanik fasziniert“, resümiert der Familienvater. Auch sein Arbeitgeber habe schon einige seiner Verbesserungsvorschläge und Erfindungen umgesetzt.
„Bei diesem Projekt ergaben sich immer neue Herausforderungen durch die Berücksichtigung aller möglichen Verkehrssituationen“, fährt er fort.
Das Ergebnis war ein Fahrrad mit Stützrädern, die man bei Bedarf ausfahren kann.
Das Besondere gegenüber anderen Systemen, die ebenfalls über ausfahrbare Stützräder verfügen, ist die Schnelligkeit des Mechanismus. So benötigen die Stützräder bei Betätigung des Auslösehebels lediglich den Bruchteil einer Sekunde, um auszufahren und dem Benutzer sofort einen sicheren Halt zu bieten.
„Dies bedeutet für die Fahrerin/ den Fahrer weitestgehende Sicherheit in unvorhergesehenen Situationen, bei denen sie/ er plötzlich reagieren müssen“, ist sich der Familienvater sicher.
Ein befreundeter Schlosser realisierte den Prototyp des bereits patentierten Projektes, das durch seine rein mechanische Wirkungsweise in Form eines außenliegenden Kinematischen Getriebes mit Andockkupplung für sämtliche Klimazonen geeignet ist. Beim Wiederanfahren werden die Stützräder automatisch in die Ausgangsstellung gebracht, so dass die Weiterfahrt auf zwei Rädern erfolgt.
„Natürlich besteht auch die Möglichkeit, weiter auf vier Rädern zu fahren. Dies bedarf lediglich der vor Antritt der Fahrt einmaligen Betätigung eines kleinen Hebels“, erklärt Buchwald.
Eine weitere Besonderheit ist der automatische Niveauausgleich, der auch das Anfahren bei Quergefälle erleichtert und somit ein „Herumeiern“ beim Anfahren verhindert.
„So kann der Mensch trotz seiner Behinderung von A nach B fahren, ohne zwischendurch abzusteigen oder einen Fuß auf den Boden setzen zu müssen und profitiert trotzdem vom Fahrverhalten eines Zweirades“, so der Erfinder.
Noch diesen Monat wird der Prototyp durch einen großen Fahrradhersteller zur Machbarkeitsstudie abgeholt, so dass Buchwald hofft, dass seine Erfindung „Safe Drive“ bald in Serie gehen kann.

Randolf Vastmans

Autor:

Randolf Vastmans aus Xanten

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