Eine Straße halbiert einen Stadtteil
Forum Lohberg e.V. sorgt sich um die Zukunft seines Stadtteils

Sorgen sich um die Zukunft Lohbergs. Die Mitglieder des Forums Lohberg e.V.
von links: Gilbert Kuczera, Peter Psiuk, Gisela Schrör, Wilfried Faber-Dietze, Janet Rauch, Ellen Kox, Peter Steinbeißer und Vanessa Niermann beim Versuch, die Hünxer Straße zu überqueren
  • Sorgen sich um die Zukunft Lohbergs. Die Mitglieder des Forums Lohberg e.V.
    von links: Gilbert Kuczera, Peter Psiuk, Gisela Schrör, Wilfried Faber-Dietze, Janet Rauch, Ellen Kox, Peter Steinbeißer und Vanessa Niermann beim Versuch, die Hünxer Straße zu überqueren
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Weil´s mal wieder länger dauert

Der gewachsene Teil von Lohberg läuft Gefahr, abgehängt zu werden.
„Das Beste wäre, die Nordtangente käme möglichst schnell“, so Janet Rauch vom Forum Lohberg e.V.
Hintergrund ist, dass die Nordtangente die viel befahrene Hünxer Straße im Dinslakener Ortsteil Lohberg entlasten soll. Dann würde die Hünxer Straße, deren Straßenbaulastträger momentan der Landesbetrieb Straßen NRW ist, in die Zuständigkeit der Stadt Dinslaken fallen, die dann in Eigenregie verkehrsberuhigende Maßnahmen vornehmen könnte.
Aber soweit ist es noch längst nicht, denn der Bau der Nordtangente betrifft auch das Hünxer Stadtgebiet und dessen Bewohner sowie die Verwaltung sind mit der geplanten Trassenführung alles andere als einverstanden. „Bis hier eine Einigung erzielt ist, werden vermutlich noch fünf bis sieben Jahre vergehen“, ist sich Rauch sicher.
Bis dahin wird die Hünxer Straße den älteren Teil von Lohberg vom Neubaugebiet am Bergpark trennen und aus einem Stadtteil zwei machen.
Deswegen kämpft das Forum Lohberg für Maßnahmen, die ein gefahrloses Überqueren der Hauptstraße ermöglichen und somit die beiden Teile verbinden. Hierzu sieht Straßen NRW jedoch keine Veranlassung, denn die Anzahl der querenden Fußgänger und Radfahrer sei nicht so hoch, dass sie dies nötig mache.
Aber gerade darin sehen die Bürger das Problem. Die Hünxer Straße sei so stark befahren, dass beispielsweise im Berufsverkehr ein gefahrloses Überqueren fast unmöglich sei. Aber auch außerhalb dieser Zeiten herrsche starker PKW- und LKW Verkehr. Die vorhandenen Querungshilfen seien für die Autofahrer sehr schlecht auszumachen und zudem relativ schmal. „Radfahrer stehen beispielsweise schon fast mit einem Rad auf der Straße und wenn sie einen Anhänger am Rad haben, hilft diese Verkehrsinsel gar nicht“, gibt Rauch zu bedenken, „und das, obwohl es sich um einen Radweg handelt, der durch die Kreuzung mit einem weiteren im Bergpark einen bedeutenden Knotenpunkt bildet“.
Für Familien mit kleinen Kindern stellt die Straße ebenfalls ein fast unüberwindbares Hindernis dar. Dabei sollte alles nach dem Slogan laufen, „Lohberg und Halde werden eins“.
So wird ein attraktiver neuer Teil des Dorfes mit einer Parkanlage, einem Neubaugebiet, KITA, Spielplätzen und demnächst wahrscheinlich auch mit einem Supermarkt von dem anderen bereits bestehenden Teil mit Marktplatz, Kirche und Moschee sowie gastronomischem Angebot getrennt.
Auch die Radwege an der Hünxer Straße bedürfen einer kompletten Sanierung. Das Radfahren birgt hier durch einen nicht hinnehmbaren Zustand große Gefahren. Zudem werden sie sehr gerne als Parkplatz missbraucht.
Ellen Kox, Einwohnerin von Lohberg, die sich dem Forum angeschlossen hat befürchtet, „Es gibt dadurch gar keine Berührungspunkte zwischen den Bewohnern der beiden Seiten, wenn jeder auf seiner bleibt“. Auch Peter Steinbeißer aus dem Vorstand des Forums ist sich sicher,“Wenn die Voraussetzungen einmal geschaffen sind, erhöht sich auch die Frequenz bei den Straßenüberquerungen“. Schließlich habe man den Park so attraktiv gemacht, dass alle ihn gerne nutzen und auf der anderen Seite wollten die Bewohner des Neubaugebietes auch gerne das bisherige Zentrum besuchen und die dortigen kulturellen Angebote in Anspruch nehmen. „Außerdem sollte es möglich werden, dass auch zehnjährige Kinder mal alleine die Spielplätze auf der anderen Seite aufsuchen können, was bis jetzt zu gefährlich ist“, so Steinbeißer.
Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung haben die Mitglieder bereits geschafft, im Dezember wird der Rat über die Installation einer Fußgängerbedarfsampel entscheiden und laut Janet Rauch stehen die Chancen für einen positiven Bescheid sehr gut. Zusätzlich plant man vier Querungshilfen. Dagegen, oh Wunder, habe Straßen NRW nichts, obwohl man die Notwendigkeit nicht sehe. So werden die Installations- und künftigen Wartungskosten auf die Stadt abgewälzt. Auch, wenn man einen Gutachter bestelle, müsse die Stadt dessen Kosten tragen, denn der Landesbetrieb nehme sich davon nichts an.
Bei den weiteren Maßnahmen will man die Bürger weiter mit ins Boot nehmen, denn diese sind nun mal die Leidtragenden. So findet am 26. Oktober und 9. November jeweils von 10 bis 12 Uhr unter dem Motto „Weil´s mal wieder länger dauert“ auf dem Lohberger Markt ein Treffen zwischen den Mitgliedern des Forums und interessierten Bürgern statt, bei dem in persönlichen Gesprächen Fragen gestellt und Ideen auf den Weg gebracht werden können.
Diese sollen auf die Bürgerversammlung am 26. November im Ledigenheim Lohberg vorbereiten, bei der Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und Baudezernent Dr. Thomas Palotz ab 18.30 Uhr Fragen der Bürger beantworten.
Steinbeißer, „Es ist ja mit dem Bau der Nordtangente nicht vorbei. Vielmehr muss man weiterdenken, wie der Ortsteil in der Zukunft aussehen kann. Motto Vision 2030“.
Die Forumsmitglieder hoffen auf zahlreiches Erscheinen der Bürger. „Denn schließlich geht es euch an“, betont Rauch.

Randolf Vastmans

Autor:

Randolf Vastmans aus Xanten

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