Kommt die L4N und wenn ja, welchen Verlauf nimmt sie?
Alles auf Anfang

Bürger aus Dinslaken und Hünxe nahmen an der Veranstaltung in der Gesamtschule Hünxe teil
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Land geht mit Bürgern in den Dialog

Die einen wollen sie, die anderen halten sie für unnötig: Die L4N, welche als Zubringer von der B8 in Dinslaken zur Auffahrt der BAB 3 in Hünxe bilden soll.
Bereits im Jahr 2005 wurde diese Maßnahme in der Integrierten Gesamtverkehrsplanung (IGVP) des Landes NRW in Stufe eins des Bedarfsplans eingestuft und die Vorplanung mit Erstellung der Umweltverträglichkeitsstudie für zwei Varianten 2007 begonnen.
Allerdings wurde das Vorhaben ruhend gestellt und das offizielle Linienbestimmungsverfahren nicht mehr eingeleitet, da wegen der geplanten Linienführung Diskrepanzen zwischen der Stadt Dinslaken und der Gemeinde Hünxe nicht ausgeräumt werden konnten.
Damit war der Bedarfsplan jedoch nicht vom Tisch und auch die aktuelle Landesregierung sah und sieht einen dringenden Bedarf für das Projekt. Nun sollen aber die Bürger von Anfang an in die Planung und Realisierung einbezogen werden.
Zu diesem Zweck geht die Landesregierung NRW in den Dialog mit den Bürgern beider beteiligten Kommunen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger ohne politische Ämter konnten sich für einen der insgesamt acht Plätze in dem Gremium bewerben. Jeweils vier aus Dinslaken und Hünxe wurden am Montag bei der Auftaktveranstaltung in der Aula der Gesamtschule Hünxe gezogen.
Sowohl Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann als auch Dr. Michael Heidinger, Bürgermeister von Dinslaken erklärten in der von Benoit Reuschel der IFOK GmbH moderierten Veranstaltung ihre Zufriedenheit über das angedachte Verfahren der Bürgerbeteiligung von Anfang an.
Den Bedarf der L4N aus Sicht der Landesregierung machte Michael Heinze, Leiter der Abteilung Straßeninfrastruktur und Straßenbaupolitik im Verkehrsministerium NRW deutlich.
„Seit mehr als 20 Jahren hat die Politik ihre Investitionen auf dem Gebiet der Verkehrsinfrastruktur sträflich vernachlässigt. Das soll anders werden“, versprach Heinze und fuhr mit einem Seitenblick auf die Autobahnbrücke Leverkusen fort, „Wir haben aus Leverkusen gelernt und investieren wieder“. Er verwies auf die vielen Pendler, welche nicht in den Großstädten bei ihren Arbeitsplätzen, sondern auf dem Lande lebten und morgens wie am Nachmittag einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im Stau verbrächten.
Freilich wurde auch diese Auftaktveranstaltung von Diskussionen über Sinn und Unsinn des Vorhabens geprägt und es wurden sogar Stimmen laut, die der Ausführung Heinzes, das gesamte Verfahren beginne nun bei Null, widersprachen, da es ja bereits einen Bedarfsplan gebe. Schließlich müsse man diesen angeblichen Bedarf ebenfalls erst einmal diskutieren. Ein Bürger ging sogar soweit, das Ganze mit einer Gerichtsverhandlung zu vergleichen, bei welcher dem Angeklagten zwar ein fairer Prozess versprochen werde, aber eine lebenslängliche Freiheitsstrafe bereits beschlossene Sache sei und der Anwalt auch noch von ihm bezahlt werden müsse.
Schließlich wurden die Lose der interessierten Bürger gezogen. Dies übernahmen die beiden Bürgermeister, und zwar jeweils für die andere Stadt, bzw. Gemeinde.
So wurden für das Gremium aus Dinslaken gezogen Heike Pederiva, Heike Jung-Olland, Wolfgang Traud und Norbert Ulrich. Die Gemeinde Hünxe vertreten Dirk Schulze Hockenbeck, Sigrid Krüger, Hans-Werner Kratz und Berthold Ellermann.
Weitere Mitglieder des Forums sind neben der Stadt Dinslaken und der Gemeinde Hünxe Straßen NRW, Bruckhauser Vereine, Anwohnerinitiativen Hünxe, Landwirte vor Ort, der Kreis Wesel, NABU, BUND und die Bürgerinitiative Kies wider Willen, Anwohnerinitiativen DIN sowie Unternehmer vor Ort, insgesamt etwa 30 Personen.
Der genaue Zeitpunkt der ersten Zusammenkunft steht zwar noch nicht genau fest, soll aber laut Moderator Reuschel zeitnah erfolgen.

Randolf Vastmans

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