C&A soll Verantwortung für seine Produktion übernehmen

Gerechtigkeit für die Opfer des Fabrikbrandes in Bangladesch Westfalen/Düsseldorf.

Das Unternehmen C&A soll Verantwortung für die Produktion seiner Textilien übernehmen: Nachdruck verliehen dieser Forderung fast 7.000 Unterschriften, die der Firmenleitung in Düsseldorf am 25. Februar übergeben worden. Das passierte in einer gemeinsamen Aktion der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC), der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Was geschah
Am 24. November letzten Jahres waren in der Fabrik Tazreen in Bangladesch, die auch für C&A produziert hat, 112 Menschen verbrannt und über 200 zum Teil schwer verletzt worden. Seit 2005 sind mehr als 700 Beschäftigte vor allem durch Brände in Fabriken der Bekleidungsindustrie umgekommen. Kirchen, Gewerkschaften und Initiativen kritisieren seit langem unmenschliche Arbeitsbedingungen der Textilindustrie in Asien.

„Das Sterben in den Fabriken von Bangladesch muss eine Ende haben“, fordert Gisela Burckhardt von FEMNET, Mitglied bei der CCC, und appelliert an C&A, einem internationalen Brandschutzabkommen beizutreten, das lokale Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen in Bangladesch erarbeitet haben. „Immer wieder gibt es aufgrund viel zu geringer Sicherheitsmaßnahmen furchtbare Brände in den Fabriken. Deshalb ist es dringend notwendig, das Brandrisiko endlich branchenweit ernsthaft zu bekämpfen“, betont Burckhardt.

Dem Brandschutzabkommen sind bisher der US-Konzern PVH mit den Marken Calvin Klein und Tommy Hilfiger sowie das Unternehmen Tchibo beigetreten. Das Abkommen wird jedoch erst wirksam, wenn sich mindestens zwei weitere internationale Unternehmen daran beteiligen. Wesentliche Bestandteile dieses Brandschutzabkommens sind die Einrichtung von betrieblichen Arbeitsschutzkomitees, die Zulassung unabhängiger Inspektoren sowie umfassende Transparenz zur Brandvermeidung.

Das Unternehmen C&A hat sich bislang nicht mit den lokalen Gewerkschaften vor Ort an einen Tisch gesetzt, um die Entschädigungszahlungen für Todesopfer und Verletzte der Tazreen-Fabrik auszuhandeln. „Es kann nicht sein, dass sich C&A nur mit den Unternehmensverbänden bespricht, ohne die Betroffenen überhaupt zu befragen“, unterstreicht Johann Rösch, Textilexperte von ver.di.
„Bislang hat C&A noch immer keine Prüfberichte der abgebrannten Fabrik veröffentlicht und stellt keine Transparenz her“, kritisiert auch Pfarrer Dietrich Weinbrenner, in der Evangelischen Kirche von Westfalen Ansprechpartner für die Kampagne für Saubere Kleidung und für Asien.

Weitere Informationen: Dietrich Weinbrenner, Evangelische Kirche von Westfalen, Telefon 02302/912346

Autor:

Maria Müller aus Dinslaken

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