Freibad Hiesfeld
Geld nicht in den Sand setzen

Auf der Versammlung des Freibadvereins Hiesfeld stellten sich Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke, und Baudezernent Dr. Thomas Palotz gemeinsam mit dem Gutachter und den Architekten den drängenden Fragen der Besucher, die wissen wollten: Wie konnte es zum Aus für das Freibad kommen?
  • Auf der Versammlung des Freibadvereins Hiesfeld stellten sich Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke, und Baudezernent Dr. Thomas Palotz gemeinsam mit dem Gutachter und den Architekten den drängenden Fragen der Besucher, die wissen wollten: Wie konnte es zum Aus für das Freibad kommen?
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Volles Gemeindehaus bei der JHV des Freibadvereins - Verantwortliche stellen sich Fragen Die Stadtwerke veröffentlichten in der letzten Woche die Gutachten, welche zum Aus der geplanten Sanierung des Freibades in Hiesfeld führten. Am gestrigen Abend lud der Freibadverein zur Jahreshauptversammlung.

Im anschließenden öffentlichen Teil standen viele Fragen dazu im Raum. Dazu standen Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Baugeologe Dr. Torsten Böcke, der Geschäftsführer der Stadtwerke, Josef Kremer, und Vertreter des Architekturbüros Krieger den über 200 Anwesenden Rede und Antwort.
Im Anschluss an die Vorträge der Experten versuchte Dr. Michael Heidinger, selbst Mitglied des Freibadvereins, nochmals aus seiner Sicht zu verdeutlichen, was dazu führte, das Projekt nicht fortzuführen.

Becken hat keinen Bestandschutz

„Dass der Boden schwierig ist, ist keine neue Erkenntnis“, sagt er. Das wüsste man seit 1924, dem Jahr des Baus des Freibades. Seit dieser Zeit kam es immer wieder zu Rissbildungen. 1982 habe man dann in das rissige Becken ein weiteres gesetzt, um die hydraulischen Probleme zu bekämpfen. Heute würde dies so nicht mehr funktionieren, da laut Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises Wesel die Hygieneanforderung für einen geplanten Neubau heute andere seien. Denn: Bestandsschutz bestünde nur so lange, bis ein maßgeblicher Eingriff in die Wasseraufbereitung vorgenommen würde. Dieser Eingriff wurde vollzogen, als festgestellt wurde, dass die Funktion und die Standsicherheit der tonnenschweren Filter kraftschlüssig nicht mehr gegeben waren und deren Demontage erfolgte. Dadurch sei die Ausnahmegenehmigung durch den Kreis Wesel erloschen und das Bad dürfte so nicht mehr betrieben werden.

Lösung für Realisierung des Neubaus beträgt 7,7 Millionen Euro

Architekten wurden beauftragt, unter Berücksichtigung all dieser Probleme eine Lösung zu finden. Als einzige von zwei Alternativen kämen ein Einspunden des Beckens und die Verdichtung des Bodens mit Rüttelstopfverfahren in Betracht. Die Kosten für die Realisierung des Bauvorhabens würden 7,7 Millionen Euro betragen. Das 2,46-fache der ursprünglichen Planung für das Projekt. Nach eindringlicher Prüfung aller Gutachten sei ein Neubau aufgrund eines bestehenden Restrisikos später noch eintretender Setzungen nicht durchzuführen. Bereits bei einer Schiefstellung des Beckens um wenige Millimeter können die vorgeschriebenen Hygieneparameter, durch einlaufendes Grundwasser, nicht sichergestellt werden. In diesem Fall könne das Schwimmbecken nicht weiterbetrieben werden. Die Architekten übernehmen keine Gewährleistung, da in einem solchen Fall kein Versicherungsschutz bestünde.

Risiko ist nicht tragbar

„Die Stadtwerke müssten das Risiko alleine tragen“, sagt Josef Kremer. Eine kurze Abschreibungszeit und die daraus resultierende finanzielle Belastung für das Unternehmen wären die Folge – auch eine geringere Gewinnausschüttung an die Stadt Dinslaken.
Auch Bürgermeister Heidinger möchte keine Verantwortung für ein Schwimmbad übernehmen, welchem möglicherweise aus hygienischen Gründen nach eineinhalb Jahren die Betriebserlaubnis entzogen würde: „Ich werde keine acht Millionen in den Sand setzten.“ Einen Plan B habe er nicht, sieht sich allerdings in der Pflicht, nach Kompromissen zu suchen. Bis zur Ratssitzung am 26. März würde es aber nicht funktionieren.

Zukunft des Geländes ist ungewiss

Bei der anschließenden Fragerunde taten viele Bürger ihren Unmut kund. Die Standortfrage, ob man ein Freibad in Dinslaken möchte, mochte Heidinger nicht beantworten. Eine Villenbebauung auf dem Gelände wies der Bürgermeister ebenfalls von sich: „Wir machen uns Gedanken, was in Zukunft mit dem Gelände passiert. Solch ein Szenario wird unter mir nicht stattfinden.“ Man solle sich andere Gutachter suchen und für Architekten einen Teilnehmerwettbewerb ausschreiben, ist ein weiterer Vorschlag aus dem Publikum. Und: „Im ganzen von Bergsenkungen betroffenen Ruhrgebiet werden Bäder gebaut, warum sollte das nicht in Dinslaken funktionieren“, hinterfragt der Vorsitzende des Freibadvereins, Thomas Giezek.

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