Kampf um Erhalt der FAS: Appell der Schulpflegschaft und des Fördervereins an Dinslakener Politiker - Gespräche mit Realschule: Bürgerbegehren soll vorbereitet werden

Die Schulpflegschaft und der Förderverein kämpfen um den Erhalt der FAS.

In einem Schreiben, das dem NA vorliegt, macht Isabell Hochstrat im Namen und Auftrag der Schulpflegschaft und des Fördervereins der Friedrich-Althoff-Schule ihrem Ärger Luft.

"Nach umfangreichen Überlegungen und Berücksichtigung aller Interessen der Schülerinnen und Schüler nicht nur unserer Schule, der FAS, sondern auch der der anderen Schulen Dinslakens möchten wir nun auf einige, äußerst strittige - wenn nicht gar skandalöse – Punkte um die aktuelle Gemengelage in der Schuldiskussion eingehen und eine Diskussion unter den Entscheidungsträgern der Stadt anregen, ihre ablehnende Haltung zur FAS zu überdenken.

Die FAS wurde schon vor einer angeblichen Entscheidungsfindung geschlossen

Die FAS wurde durch die Formulierung der (kürzlich durchgeführten Eltern-)Befragung schon vor einer angeblichen Entscheidungsfindung geschlossen. Dass Eltern hier nicht einmal mehr wählen konnten und damit zeigen durften, dass die FAS ein wichtiger Bestandteil der Dinslakener Schullandschaft sein könnte, empfinden wir als äußerst manipulativ. Aber nicht nur dieser Teil der Formulierung, sondern einfach die schlichte Tatsache, dass Eltern a lá „Wünsch dir was“ viel zu allgemein nach ihrem Wunsch und nicht nach dem, was ihre Kinder brauchen, befragt werden und die Politik diesen Elternwillen und vermeintlich nur diesen als Entscheidungskriterium hinstellt, ist ein fragliches Vorgehen.

Die Befragung liefere zwar einige Hinweise, aber keine klaren Aussagen

Die Eltern antworteten bekanntermaßen mit einem Höchstanteil für Gymnasien und Gesamtschulen – interessant ist hier der Artikel in der NRZ vom 19. September dieses Jahre von Anna Katharina Wrobel, die schon im Untertitel kommentierte, die Befragung liefere zwar einige Hinweise, aber keine klaren Aussagen. In diesem Artikel finden sich auch die Aussagen von Frau Kopsa (CDU) und Herrn Niggemeier (SPD), die ebenfalls keine klaren Ergebnisse aus der Befragung ableiten konnten. Im Verlauf der nächsten Wochen war von dieser Unklarheit nicht mehr die Rede, auf einmal war klar: Die FAS müsse geschlossen werden, denn das wolle ja auch die Bezirksregierung - und das, obwohl die Bezirksregierung NIE eine Schließung der FAS gefordert hat, sondern eine Entscheidung!

Deshalb ja „flankierende Maßnahmen“

An dieser Stelle möchten wir die Theorie aufstellen, dass es den Eltern vielleicht nicht um eine neue Gesamtschule gehen könnte – denn jeder Mensch verlässt sich gern auf bewährte Dinge - sondern allein um die EBGS. Die Eltern möchten ihre Kinder schlicht an der guten, großen, bewährten EBGS anmelden, und diesen Wunsch verstehen wir. Wenn Sie eine neue Gesamtschule errichten, werden Sie auch wieder vor dem gleichen Problem stehen – die Eltern werden nicht anmelden wollen – und das wissen Sie. Deshalb ja „flankierende Maßnahmen“*, also die Begrenzung der Zügigkeit der anderen Schulen.
Eine weitere Sache, die uns immer wieder zum Kopfschütteln veranlasst, ist: Flankierungsmaßnahmen haben für die FAS niemals stattgefunden – unsere Schule wurde sich selbst überlassen. Jetzt wird mit dem Elternwillen und einer Lenkung der Anmeldungen gleichzeitig hantiert, ohne auch nur darüber nachzudenken, dass unsere Schule mit ein bisschen Unterstützung seitens der Politiker nicht geschlossen werden müsste – und uns ginge es nicht mal um Flankierungsmaßnahmen, die so gravierend in den Elternwillen einschneiden würden, wie Sie das jetzt beabsichtigen. Wieder einmal kommt man nicht umhin, die Ziele der Politiker bei der Elternbefragung anzuzweifeln. Man tut so, als würde man sich für den Elternwillen interessieren, entscheidet dann aber, diesen zu leiten? Wir nennen das eine Farce!

Die FAS ist nichts anderes als eine 'kleine Gesamtschule'

Die FAS ist nichts anderes als eine 'kleine Gesamtschule' - DAS sollte man wohl zuallererst den Politikern der Stadt klar machen. An unserer Schule sind
nicht nur alle Bildungsabschlüsse bis zum Abitur (durch Kooperation mit der EBGS und dem Berufskolleg) möglich, sondern wir haben auch ein so durchlässiges System, das Kinder innerhalb kürzester Zeit die Niveaustufen wechseln können – das werden sie an einem Hauptschulzweig nicht können.

Nur zwei Schüler haben das Klassenziel nicht erreicht, das entspricht einer Erfolgsquote von annähernd 98 Prozent

Zu Ihrer Erinnerung oder Information hier mal Zahlen unserer Schule, die Sie mit einem Hauptschulzweig nicht werden erreichen können: Der erste Abschlussjahrgang unserer Schule mit 90 Schülern hat ein hervorragendes Ergebnis gebracht. Die Hälfte unserer Abgänger hat die Möglichkeit aufgegriffen, zur FOS an der EBGS und dem Berufskolleg zu wechseln, die andere Hälfte erhielten einen festen Lehrvertrag. Nur zwei Schüler haben das Klassenziel nicht erreicht, das entspricht einer Erfolgsquote von annähernd 98 Prozent.

Die FAS nimmt in Dinslaken die Rolle für dringendst benötigte Aufgaben ein

Die Friedrich-Althoff-Schule nimmt in Dinslaken die Rolle für folgende, dringendst benötigte Aufgaben ein: Sie hat die Förderschwerpunkte Körperliche und Motorische Entwicklung, sie ist Regelschule für das Prinzip Lernen am anderen Ort und Standort für Internationale Vorbereitungsklassen. Wir fragen nun stellvertretend für alle Eltern, die ihre Kinder in Dinslaken weiterführend beschulen lassen wollen: Welchen Schule(n) werden Sie diese Aufgaben übertragen? Haben Sie das überhaupt überdacht oder mal im Schulausschuss – oder noch wichtiger: mit den betreffenden Schulleitungen – diskutiert? Auch hier erwarten wir Antworten.

Die zweizügige Fortführung von Sekundarschulen zu ermöglichen

Uns liegt dank Reinhard Claves von der FDP eine Vorlage zur Beschlussfassung des Schulausschusses zum Thema Sekundarschulen in NRW vor, die besagt, dass die zweizügige Fortführung von Sekundarschulen zu ermöglichen ist. Diese Vorlage ist auch dem Landtag zugegangen, welcher am 22. November dem Beschluss einstimmig zugestimmt hat.
An dieser Stelle möchten wir nun unsere Ausführungen beenden mit der Erwartung, dass die Menschen im Dinslakener Schulausschuss in sich gehen und ihre Entscheidung überdenken, die FAS zu schließen oder weitere, unnötige Veränderungen an den gut funktionierenden Schulen Dinslakens vorzunehmen. Wir fordern außerdem von den Politikern Dinslakens, die Zweizügigkeit der FAS zu beschließen und damit dem Willen aller Dinslakener Eltern und dem Bedarf ihrer Kinder in vielerlei Hinsicht zu entsprechen." 

* Laut dem Schreiben möchte die Stadt sowohl die Zügigkeit der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) als auch der Realschule mittelfristig reduzieren sowie jeweils eine Eingangsklasse der drei Gymnasien streichen. Zudem soll an der Realschule ein Hauptschulzweig errichtet werden. "Aber: Wollen das die Eltern?", fragt Isabell Hochstrat. maßnahmen

Die Elternvertreter der Friedrich-Althoff-Schule (FAS) und der Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum (GHZ) in Hiesfeld haben sich jetzt zu einem Abstimmungsgespräch getroffen, bei dem es um die nächsten Maßnahmen beim Kampf um die zukünftige Schullandschaft in Dinslaken geht.
"Wie auf der letzten Sitzung des Schulausschuss deutlich wurde, geht es ja längst nicht nur um die Zukunft von FAS und Realschule", so Bianca Bruckermann, Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule. "Die angekündigten 'flankierenden Maßnahmen' - also die Begrenzung der Zügigkeit der anderen Schulen - bei Neugründung einer zweiten Gesamtschule - macht ja jetzt alle weiterführenden Schulen zu Opfern der Dinslakener Bildungspolitik. So könnte es bei einer Begrenzung der Zügigkeit der Gymnasien dann passieren, dass ein Kind mit Gymnasialempfehlung und Elternwunsch Gymnasium sich an einer Gesamtschule wiederfindet - weil es beim Losverfahren Pech hatte." Die Elternvertreter der beiden Schulen wollen daher jetzt auch Kontakt zu den Schulpflegschaften der übrigen weiterführenden Schulen aufnehmen, um sich mit diesen über die Situation in der Dinslakener Schullandschaft auszutauschen und eventuell das weitere Vorgehen abzustimmen.

Des Weiteren ging es beim Treffen um die konkrete Vorbereitung eines Bürgerbegehren

Des Weiteren ging es beim Treffen um die konkrete Vorbereitung eines Bürgerbegehren für den Fall, dass die Forderungen der Elternschaften nach den anstehenden Gesprächen mit der Verwaltung keine Berücksichtigung bei einem Ratsbeschluss finden. "Wir haben inzwischen auch Unterstützung von einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht, der uns zur Seite steht", so Dirk Liebert, der Vorsitzende der FAS-Schulpflegschaft.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen