Kandidat privat 2014: Parteilos für CDU und FDP

Simone Kaspar im neuen Barock-Garten am Haus Voerde.
6Bilder
  • Simone Kaspar im neuen Barock-Garten am Haus Voerde.
  • hochgeladen von Caro Dai

In der NA-Reihe „Kandidat privat“ stellen wir bis zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 die Bürgermeister-Kandidaten und Landrats-Kandidaten der hiesigen Wahlkreise vor: Simone Kaspar tritt am 25. Mai als Bürgermeister-Kandidatin um Leo Spitzers Nachfolge in Voerde an:

Die Sonne scheint durch das hellgrüne Blätterdach uralter Bäume und die Enten genießen das erste Bad im Schlossgraben. Die Blütenpracht der neu gestalteten Parklandschaft lädt auf bequemen Bänken zum Verweilen ein. Kaum haben wir uns hingesetzt sind wir auch schon im Thema:

Die engen Spielräume intelligent nutzen

Seit Januar 2012 ist sie als Beigeordnete auch Kämmerin der Stadt. Und macht diesen nicht immer einfachen Job gern: „Als Kämmerin hat man in diesen Zeiten selten gute Botschaften zu verkünden. Um so schöner, wenn man enge Gestaltungs-Spielräume dennoch positiv nutzen kann. So wie hier. “

Deswegen ist Simone Kaspar besonders froh, wenn zum Beispiel dies gelingt:
Mit Fördermitteln des Landes und tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins dann doch so was Schönes wie die Neugestaltung des Schlossparks am Haus Voerde hinzubekommen. Und wenn sie sieht, wie gut der neue Park angenommen wird? Dann ist das die schönste Bestätigung für langen, zähen Einsatz. An diesem Morgen sind neben den Enten schon zahlreiche Besucher im Park unterwegs: Großeltern mit ihren Enkeln, Mütter mit Kinderwagen und Kindern auf ihren Dreirädern.

Und? Wie wird man so als Parteilose zur Bürgermeister-Kandidatin der CDU?

Bürgermeister Leo Spitzer (CDU) gab Ende 2013 aus gesundheitlichen Gründen bekannt, dass er doch nicht wie geplant seine Amtsperiode bis 2015 zu Ende führen würde, da war auch in Voerde plötzlich der Vorwahlkampf ausgebrochen. Als Simone Kaspar gefragt wurde, ob sie denn für die CDU in den Ring steigen würde, war sie geschmeichelt. Denn so eine Chance bekommt man nicht alle Tage. Schon gar nicht als Parteilose. Als dann auch ihr Mann zuriet, weil sie vielleicht gerade deshalb - ohne Parteizugehörigkeit nämlich – „ganz anders auftreten“ kann, da hat sie zugegriffen.

Auch wenn ihre Pferde dann noch weniger „zum Zug“ kommen werden. Simone Kaspar reitet nämlich seit 32 Jahren, hat also selbst während Ausbildung und Studium nie damit aufgehört. Im Reit- und Fahrverein Hünxe war die oberste Kassenwartin der Stadt zuletzt übrigens - na was wohl - Kassenprüferin. Da fragt man nicht, ob sie das nach einer Wahl weitermachen kann.

Wie kommt eine gebürtige Westerholterin (heute Herten) an den Niederrhein?

Natürlich: Der Liebe wegen! Mit ihrem Mann, einem Rechtsanwalt, lebt sie in Dins-laken, auch weil er dort seine Kanzlei aufgebaut hat.

Doch der Reihe nach: Nach dem Abi bewarb sie sich erfolgreich für den „gehobenen nichttechnischen Dienst“ des Kreises Recklinghausen. Und übernahm dann nach dem Studienabschluss Betriebswirtin als Abteilungs- und Fachdienstleiterin Führungs-Verantwortung in zahlreichen Kreisverwaltungs-Bereichen. Wo sie bis zu ihrem Wechsel an den Niederrhein tätig war.

Als sie dann Anfang 2012 in Voerde anheuerte, war das für sie dennoch wie „nach Hause kommen“. Auf dem Rücken ihrer Pferde hatte sie die Gegend schon lange lieben gelernt und fasst es so in kurze Sätze:
„Reiten ist ein wunderbarer Ausgleich. Man verliert nie die Bodenhaftung. Reiten diszipliniert sehr gut: Wenn ich als eher kleine Person mit meinen großen Tieren klar kommen will, dann geht das nur mit gegenseitigem Respekt – aber auch mit Führungsstärke. Man muss auch Grenzen setzen können. Natürlich macht man auch Fehler. Die muss man nutzen, um daraus zu lernen. Direktes Feedback ist wichtig. Das kommt leider bei der Arbeit aus Zeitdruck oft zu kurz.“

Haben eigentlich Frauen einen anderen Führungsstil als Männer?

Das denkt Simone Kaspar schon: „Wir können Multi-Tasking. Zusammenhänge und Stimmungen erfassen wir eventuell ein bisschen intuitiver als Männer. Oft fordern Frauen sehr viel von sich selbst und auch von ihren Mitarbeitern. Da nehme ich mich nicht aus. In meinem Job als Kämmerin ist das unvermeidlich. Denn unter Sparzwang muss man wesentlich kreativer arbeiten.“

Und was ihr besonders am Herzen liegt für Voerde?

„Ach, da gibt es so vieles!“. sagt die Kandidatin. Und ohne jeden Spickzettel:
„Auf den Punkt gebracht: Ich möchte die Lebensqualität hier erhalten und verbessern. Wir wollen den Wandel hin zu einer älteren Gesellschaft gut begleiten. Aber auch für junge Familien attraktiv bleiben. Mit guten Schulen und Freizeitmöglichkeiten - Voerde soll Stadt des Sportes bleiben. Das ehrenamtliche Engagement unserer Bürger hier ist vorbildlich.

Lebensqualität erhalten und verbessern

Auch die Sicherung der ärztlichen Versorgung ist ein Thema. Vielleicht müssen wir als Stadt am Ende sogar Arztpraxen anmieten und zur Verfügung stellen, damit sich Ärzte gern in Voerde ansiedeln. Auch touristisch können wir uns weiter verbessern. Jeder Stadtteil hat schöne Ecken, da brauchen wir uns nicht zu verstecken.“.
Und schließt, als ob da bei ihr der geringste Zweifel bliebe: “Da können wir ruhig etwas selbstbewußter werden.“

Wir schauen auf die Enten, aber die Arbeit im Rathaus ruft. Und Simone Kaspar ist schon auf dem Weg zurück ins Amt. Welches wird das künftig sein? cd

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen