LESERBRIEF: "Lasst die Schule im Dorf" von Birgit Emmerich

Ortsnahe Grundschulen machen unsere Kinder stark!
Warum gibt es seit Einführung der Schulpflicht für Kinder wohnungsnahe
Grundschulen?

Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand:
Kinder erfahren eine Stärkung in ihrer emotionalen Sicherheit durch kleine Systeme in wohnungsnaher, fußläufiger Entfernung. Da es gerade in der schulischen Bildung auf den Anfang ankommt, hat es sich die Schulministerin Sylvia Löhrmann zu ihrer Aufgabe gemacht, auch die kleinen Grundschulen in NRW zu erhalten!

Besonders in einer Gesellschaft, in der das soziale System Schule immer mehr Aufgaben zur Unterstützung der Familien übernehmen muss, ist die Schule in Wohnungsnähe ein Ort, der den Kindern soziale Sicherheit und Strukturen bietet.

Insbesondere kleine Systeme erfüllen diese wichtige Aufgabe zur Stärkung der Selbständigkeit unserer Kinder. Sie bieten eine enge Vernetzung und die Möglichkeit, in offenen Lernformen Werte zu erfahren, die es leben und zu festigen gilt. Gerade die Vermittlung von Werten für ein respektvolles Miteinander lässt unserer Gesellschaft zunehmend vermissen. Diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe wird insbesondere auch von kleinen Grundschulen in einer qualitativ hochwertigen Form geleistet. Dies gibt es leider nicht zum Nulltarif, sondern kostet Geld; eine gute und wichtige Investition für unsere Zukunft!

Die kleineren Grundschulen gehen vor allem hinsichtlich der Inklusion mit innovativen und besten Konzepten voran. Die inklusive Beschulung aller Kinder birgt auch einen Standortvorteil für unsere Stadt. An den Dinslakener Grundschulen, insbesondere an den kleinen Grundschulen, wie der GGS Lohberg und der GGS Moltkeschule wird sie bereits erfolgreich praktiziert. „Kurze Beine - kurze Wege“ – ein alter und zugleich brandaktueller grüner Grundsatz! Eine Schule innerhalb der Wohnumgebung bietet den Kindern darüber hinaus die Möglichkeit, ein soziales Umfeld aufzubauen, das sie eigenständig zu Fuß, mit dem Rad, Roller oder Inliner erreichen können.
Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, denn es ermöglicht ihnen, innerhalb eines für sie überschaubaren Radius eigenständig aktiv zu werden. Damit kommen die ortsnahen Kindergärten
und Grundschulen ihrer gesellschaftlichen Aufgabe, unseren Kindern eine stabile Basis für eine eigenverantwortliche Lebensplanung zu ermöglichen, erfolgreich nach.

Was wird aus der heute noch ausgewogenen Mischung der Generationen, wenn gerade für junge Familien ein bedeutsames Element – die Grundschule - nicht mehr ortsnah vorhanden ist. Der demografische Wandel in Dinslaken wird durch die Schließung einzelner Grundschulen maßgeblich beschleunigt, da sich gerade junge Familien nicht mehr in diesen Ortsteilen ansiedeln werden. Mit jedem Stadtteil, der für den Zuzug von Familien mit kleinen Kindern unattraktiv wird, wird unsere Stadt älter und verliert Stück für Stück den Kampf um die jungen Generationen gegenüber den benachbarten Städten und Gemeinden! Gerade bei Entscheidungen, die unsere Kinder betreffen, geht es immer um Entscheidungen für unsere Zukunft – für die Zukunft unserer Stadt. Hier muss Weitsicht und Sorgfalt vor dem kurzfristigen Erlös Vorrang haben.

Ein Verkaufserlös von ca. 2,2 Millionen Euro sind für die Stadt Dinslaken sicherlich in Anbetracht der kommunalen Finanzen wichtig. Wichtiger dennoch sind die Investitionen in unsere nahe Zukunft, der wir mit dem Erhalt der ortsnahen Grundschulen ein Stück fruchtbaren Boden schenken.

Birgit Emmerich,
Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der
Stadt Dinslaken

WICHTIG: Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen vorbehalten. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Konaktieren Sie uns gerne: redaktion@niederrheinanzeiger-dinslaken.de

Autor:

Günter Hucks aus Dinslaken

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