Einwand-Countdown läuft
Logistikpark Barmingholten: Bürger können ihre Bedenken bis Ende November einreichen

Dass 31 Hektar klimaökologisch wertvolles Land versiegelt werden soll, stößt bei den Anwohnern auf Unverständnis. Der östliche Teilbereich mit rund 19 Hektar grenzt unmittelbar an eine Wohnbebauung. Das kleine Bild zeigt die entgegengesetzte Ansicht.
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  • Dass 31 Hektar klimaökologisch wertvolles Land versiegelt werden soll, stößt bei den Anwohnern auf Unverständnis. Der östliche Teilbereich mit rund 19 Hektar grenzt unmittelbar an eine Wohnbebauung. Das kleine Bild zeigt die entgegengesetzte Ansicht.
  • Foto: BI Barmingholten
  • hochgeladen von Dunja Vogel

Die Bürgerinitiative Barmingholten hat gegen den geplanten Logistikpark einen Bürgerantrag gestellt und eine Petition gestartet. Einwände können noch bis Ende November eingereicht werden.
Um mehr Industrie und Gewerbe in der Metropole Ruhr ansiedeln zu können, hat der Regionalverband Ruhr (RVR) 24 mögliche neue regionale Kooperationsstandorte ausgewiesen. Unternehmen, die mindestens fünf Hektar benötigen, sollen dort angesiedelt werden. Ein im aktuellen Regionalplan-Entwurf vorgesehener Standort ist Barmingholten mit einer anzurechnenden Flächengröße von etwa 31 Hektar. Dabei handelt es sich um eine, etwa 40 Fußballfelder große, bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche. Geteilt wird diese durch die Holtener Straße, in einen westlichen Teilbereich mit rund zwölf Hektar und einen östlichen Teilbereich mit rund 19 Hektar Flächengröße, der unmittelbar an eine Wohnbebauung angrenzt.
Schon vor Jahren hatte sich die Stadt für die Schaffung einer solchen Fläche ausgesprochen, um dort großflächige Ansiedlungen realisieren zu können, die als gewerbliche Flächen nicht dem Bedarf der Kommune angerechnet werden. Die Freigabe im Rahmen eines Erarbeitungsentschlusses des Ruhrparlaments wurde im Juni erteilt. Jetzt heißt es, die endgültige Entscheidung des RVR im Frühjahr 2021 abzuwarten. Danach könnte der Flächennutzungsplan durch den Stadtrat geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutz für Menschen und Natur berücksichtigt.
Was die Stadt freut, findet bei den Anwohnern keine Zustimmung. Dinslaken verfüge über zahlreiche ungenutzte Gewerbeflächen, sagen sie. Dass 31 Hektar klimaökologisch wertvolles Land, Freiflächen und Lebensräume bedrohter Tierarten, „zerstört und versiegelt werden soll, obwohl in Dinslaken ungenutzte Gewerbeflächen zur Verfügung stünden“, stößt bei den Anwohnern auf Unverständnis. Eine wichtige Dinslakener Frischluftschneise drohe dadurch wegzufallen. „Hinzu kommt ein immens erhöhtes Lkw-Aufkommen, was zu einer erhöhten Feinstaubbelastung, Lärm- und Luftverschmutzung führt“, sagt Hella Tobias. Ein Verkehrskollaps sei da vorprogrammiert. Bereits jetzt sei die Brinkstraße (B8) als Verbindung zwischen den Autobahnen BAB 3 und 59 häufig überfüllt. Das Gebiet grenzt direkt an ein Wohngebiet mit Grundschule. Ein Schulweg würde durch den Logistikpark führen.
Dass das Vorhaben aktuell ist, hat Hella Tobias Ende August durch Zufall von einer Nachbarin erfahren. Sie wohnt im ersten Haus an der Tackenstraße. Seitens der Stadt sei man als Anwohner „nicht aktiv informiert“ worden. Das Thema habe sich dann „schnell herumgesprochen.“ Kurzum gründete sie mit weiteren Anwohnern aus Barmingholten und Mitgliedern der Dinslakener Extinction Rebellion-Gruppe (XR) die Bürgerinitiative gegen den Logistikpark Barmingholten (BI). Zum Treffen im September auf dem Schulhof der Moltkeschule kamen 400 Menschen. Mittlerweile hat die BI etwa 300 Mitglieder. An einer Vereinsgründung wird gearbeitet, derzeit wird die Satzung und die notwendige Infrastruktur zusammengestellt. Bis zum 30. November, können noch Einwände zur Entscheidung im Frühjahr 2021 beim RVR eingereicht werden. Bis dahin müssen die Bürgerinitiative, die Öffentlichkeit sowie die Stadt Dinslaken Stellung nehmen.
Die BI hat einen Bürgerantrag zur Verhinderung dieses Vorhabens an den Rat der Stadt Dinslaken gestellt. Über diesen muss im November abgestimmt werden. Wegen Corona hat die BI die Bürgermeisterin und die Parteien dazu aufgefordert in einer Liveübertragung aus ihren „Home-Offices“ heraus Stellung zu nehmen. Die Bürgerinitiative gegen den Logistikpark Barmingholten hat jetzt eine Petition (www.logistikpark-barmingholten.de/petition) gegen das geplante Vorhaben gestartet und hofft auf breite Unterstützung aus der Öffentlichkeit, um gemeinsam das „Industriegebiet Barmingholten“ zu verhindern. Weitere Infos  auf der Homepage der BI, www.logistikpark-barmingholten.de, und auf Facebook, https://www.facebook.com/neinLogistikparkBarmingholten/.

Autor:

Dunja Vogel aus Voerde (Niederrhein)

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