Zur Debatte über die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik erklärt die Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss:

„Keine Unterscheidung in lebenswertes und lebensunwertes Leben! Durch die Präimplantationsdiagnostik wird menschliches Leben genetisch selektiert“

„Der Bundestag hat heute die Zulassung der begrenzten Präimplantationsdiagnostik (PID) beschlossen. Der von mir unterstütze Gesetzentwurf, der ein vollständiges Verbot der PID vorsah, hat hingegen keine Mehrheit gefunden.

Ich habe für das vollständige Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) gestimmt, denn ich halte es nicht für richtig, dass per Gesetz festgelegt wird, welches Leben als nicht lebenswert eingestuft werden kann und welches nicht.

Bei der PID können durch künstliche Befruchtung entstandene Embryonen auf mögliche schwere Krankheiten und Veränderungen der Chromosomen untersucht. Es liegt dann in der Entscheidung der Eltern, ob dann nur die Embryonen in die Gebärmutter eingepflanzt werden, bei denen die untersuchten Krankheiten nicht vorliegen. Möglich ist es aber auch mit Hilfe der PID, das Geschlecht zu bestimmen, das ist auch in einigen Ländern erlaubt – steht in Deutschland aber nicht zur Debatte.

Der Wunsch von Eltern, die eine schwere genetische Disposition oder vielleicht schon mehrere Tod- oder Fehlgeburten erlitten haben, nach einem gesunden Kind ist allzu nachvollziehbar. Dennoch habe ich heute für ein Verbot der PID gestimmt.
Nach meiner Überzeugung, gibt es kein Recht auf ein Kind und schon gar kein Recht auf ein gesundes Kind. Wir dürfen nicht Gott spielen und Embryonen in lebenswert und lebensunwert unterscheiden. Die Frage, die sich mir stellt, ist: Wer soll entscheiden, bei welchen Krankheiten der Embryo verworfen werden darf?

Es gibt Ländern in denen es mittlerweile erlaubt ist, auf spätmanifestierende Krankheiten – also Krankheiten, die erst im Erwachsenenalter auftreten – zu testen und bei einem positiven Befund den Embryo zu verwerfen. In Amerika und England wird bspw. auf das Brustkrebs –Gen getestet – auch wenn das Vorhandensein dieses Gens nicht bedeutet, dass der Erwachsene dann tatsächlich auch Brustkrebs bekommt.

In einigen europäischen Ländern ist es erlaubt, sogenannte Retterbabys durch PID herauszufiltern. Dies sind dann Kinder, die als Organ- oder Knochenmarkspender für erkrankte Familienangehörige dienen können.

Durch eine Zulassung der PID haben wir hier in Deutschland eine gefährliche Tür geöffnet.

Und was für ein Signal sendet die nun beschlossene Zulassung der PID an Menschen mit einer Behinderung?

Fast alle Behindertenverbände haben sich für ein Verbot der PID ausgesprochen.
Diese Haltung und natürlich mein christliches Menschenbild haben mich in meiner heutigen Entscheidung stark beeinflusst.

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