Trockenheit, Waldbrandgefahr und Bewässerungsarbeiten im Frühsommer
Frühling 2020 rekordverdächtig trocken

Die Freiwillige Feuerwehr in Voerde kämpft gegen die Trockenheit und unterstützt die Stadt.
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Die Niederschlagsdaten in der Emscher-Lippe-Region belegen, dass der Frühling viel zu trocken war. Bereits im April gingen erste Meldungen wegen Waldbrandgefahr raus. Nun beginnen Feuerwehrleute in Voerde bereits mit Pflanzenbewässerung, die man sonst nur aus dem Hochsommer kennt.

Von Harald Landgraf und Randolf Vastmans

Trockene Steppe, wo sonst grünes Gras wächst, trockenes Laub auf der Straße - der Eindruck, den der Bürger bekommt, wird nun mit aktuellen Zahlen belegt. Die hydrologische Auswertung von Emschergenossenschaft und Lippeverband bestätigt mit Niederschlagsdaten, dass dies der dritttrockenste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen im Emscher-Gebiet war.

Platz 5 aller trockenen Frühlinge seit 1891

Der gesamte meteorologische Frühling (März/April/Mai) war bei einer Niederschlagssumme in Höhe von 91 mm (langjähriges Mittel 1891-2010: 172 mm) der fünfttrockenste Frühling – die Ränge 1 bis 3 bekleiden die nachfolgenden Jahre: 2011 mit 64 mm, 1893 mit 65 mm und 1929 mit 86 mm. "Aufgrund der nun schon seit zwei Monaten anhaltenden gravierenden Trockenheit sind die pflanzenphysiologischen Auswirkungen derzeit vielerorts unverkennbar", meldet Ilias Abawi, Leiter Kommunikation und Marketing.

Auch der Stadtpark in Dinslaken leidet unter der Trockenheit, wie jeder sehen kann.

Feuerwehr Voerde bewässert Grünanlagen

In Voerde hat man bereits erste Konsequenzen gezogen. Bereits jetzt wässert die Feuerwehr Voerde wieder öffentliche Grünanlagen, meist zwischen 18 und etwa 21 Uhr. Die Helfer sind allesamt Freiwillige - insgesamt 200 ehrenamtlich Aktive.
"Dankbar bin ich für jeden, der auch diesen Dienst freiwillig und ehrenamtlich übernimmt", fasst Michael Bruckhausen, stellvertretender Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Voerde, den gut zweistündigen Sonderdienst zusammen, der gleichzeitig in allen Einheiten im Stadtgebiet erstmals am 2. Juni durchgeführt wurde.
"Für unsere Kameraden hieß das im Regelfall heute: nach der Arbeit ab zur Feuerwehr und Grünanlagen wässern. Gegessen wird später", so Michael Bruckhausen weiter.
Sollte es zu einem Realeinsatz währenddessen kommen, werden die Bewässerungsarbeiten sofort abgebrochen und die Kameraden rücken zu ihrer eigentlichen Aufgabe aus.

Waldbrandgefahr

Bereits im April bestätigte Michael Herbrecht vom Forstamt Niederrhein des Forstbetriebbezirks Dinslaken eine erhöhte Waldbrandgefahr im Frühjahr. „Die Brände sind im Sommer zwar schlimmer, aber die Häufigkeit im Frühjahr höher“, sagt Herbrecht und erklärt dies damit, dass die Bäume noch nicht ausreichend belaubt seien und auf dem Boden noch viele vertrocknete Zweige sowie Blätter vom letzten Jahr lägen. Der Wind könne durch das fehlende Laub ungehindert durch den Wald wehen und so dem Boden weitere Feuchtigkeit entziehen. Zusammen mit der Trockenheit steige die Brandgefahr. Doch die Brände passieren nicht irgendwie. Mit mehr als 90 Prozent sei Brandstiftung die Hauptursache für Waldbrände, schlussfolgert Herbrecht und appelliert an die Bürger: „Ihre Sucht nach Natur dürfen Sie im Wald stillen, die nach Nikotin ausschließlich außerhalb“.

Brandstiftung "Büdericher Insel"

Ein Beispiel zeigte sich am Mittwochabend, nicht in Dinslaken, aber im nahe gelegenen Naturschutzgebiet "Büdericher Insel". Rechtsseitig der Weseler Straße (B58) in Fahrtrichtung Wesel, entstanden fahrlässig Brandherde - zum Glück begrenzt durch den Rhein und den Hülskensweg und schnell gelöscht durch die Feuerwehr.

Jeder Eimer Wasser hilft

Zurück zur Stadt Voerde. Sie hat inzwischen auch die Bürger zum Mitwässern aufgerufen: "Bäume benötigen bei Trockenheit mindestens 10 bis 20 Liter sauberes Wasser pro Tag, damit das Wasser die Wurzeln wirklich erreicht und das Überleben gesichert ist."
Leider seien schon erste Verluste zu beklagen, trotz der Tatsache, dass der Fachdienst Baubetrieb seit nunmehr sieben Wochen mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Voerde Bewässerungseinsätze fährt.

Autor:

Lokalkompass Dinslaken-Voerde-Hünxe aus Dinslaken

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