"Die kommen und retten mich"
Manfred Schacky erzählt von seinen Erfahrungen als Pflegebedürftiger

(V.l.) Carmen Kuners, Kathrin Jaskolka, Manfred Schacky und Jennifer Paaßen sind bereits ein eingespieltes Team.
  • (V.l.) Carmen Kuners, Kathrin Jaskolka, Manfred Schacky und Jennifer Paaßen sind bereits ein eingespieltes Team.
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  • hochgeladen von Laura Otten

Manfred Schacky ist 77 Jahre alt, wohnt in Dinslaken und sitzt im Rollstuhl. Seit vielen Jahren ist er pflegebedürftig und somit auf die Unterstützung anderer angewiesen - das trübt allerdings nicht seine Lebensfreude.

Der ehemalige Thyssen-Direktor hat Probleme mit der Prostata und ein operiertes Bein, das ihn an den Rollstuhl bindet. Damit hat er Anspruch auf Leistungen des Pflegegrades 2. Das bedeutet, dass er nur mit erheblichen Einschränkungen in der Lage ist, seinen Alltag zu bewältigen. Ein Pflegedienst muss her. Nach Angaben des 77-jährigen hatte er in den vergangenen Jahren häufig Schwierigkeiten, den passenden Pflegedienst zu finden. Oft können diese nämlich aus Platzmangel keine weiteren Klienten aufnehmen. Durch "Zufall" kam er auf den ambulanten Pflegedienst Jaskolka. "Ein Bekannter hat mir gesagt, da gibt es einen tollen Laden", sagt er. Schnell wird ihm klar, dass er nach langer Suche endlich den passenden Pflegedienst gefunden hat.

Tägliche Pflege

Die Pflegekräfte besuchen ihn einmal am Tag in seiner Wohnung und helfen ihm bei den wichtigsten Alltagsaufgaben. Dazu gehört die körperliche Grundpflege, wie beispielsweise das Duschen, das Verabreichen der Medikamente oder das Einkaufen gehen. Besonders die 24-stündige Erreichbarkeit hat es ihm angetan. "Ich kann die Dame sogar nachts anrufen", sagt er, "wenn ich mal umfalle, kommen die und retten mich". Denn manchmal wolle Schacky auch einfach mehr als möglich ist. Er besitzt zwar einen Rollator, den er des öfteren auch benutzt, doch viel laufen kann er trotzdem nicht. "Herr Schacky ist sehr ehrgeizig. Er will manchmal mehr, als gut ist und dann tut ihm abends mal das Bein weh", sagt Chefin Kathrin Jaskolka. Für den Notfall hat der Schwerbehinderte einen Notfallknopf, der den Pflegedienst in einer Sekunde informiert.

"Ich will das anders machen"

Seit Mai gibt es den Pflegedienst Jaskolka auf der Lessingstraße 4. Das junge Unternehmen ist seit dem stetig gewachsen. Zur Zeit betreut das kleine Team 52 Klienten, die von Pflegegrad 1 bis 5 variieren. Menschen mit einem Pflegegrad 5 werden regulär bis zu vier mal am Tag besucht, Notrufe noch ausgeschlossen. Kathrin Jaskolka hat sich aus einem ganz bestimmten Grund selbstständig gemacht. "Ich war schon immer ein Oma-Kind", sagt sie. "Das ist so ein wertschätzender Beruf. Ich habe gemerkt, dass die innerliche Flamme, die man haben sollte, immer mehr verloren geht. Viele Betriebe sehen nur noch das wirtschaftliche und letztenendes leiden die Klienten darunter. Und ich habe mir gedacht, nein, ich will das anders machen". Manfred Schacky zumindest weiß ihre Arbeit sehr zu schätzen. Der Pflegedienst ist unter Tel. 02064-82 87 676 zu erreichen und die Bürozeiten sind montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr.

Autor:

Laura Otten aus Voerde (Niederrhein)

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