Corona Lock-down Vereine in Dinslaken
Corona, Corona, Corona – Welle rollt

So sieht es an allen Sportplätzen und Sporthallen in Dinslaken bis Ende November aus.
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  • So sieht es an allen Sportplätzen und Sporthallen in Dinslaken bis Ende November aus.
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Durch Deutschlands Stadien geht eine Welle. Aber nicht die La-Ola-Welle. Die zweite Corona-Welle legt den Spielbetrieb lahm und sorgt nicht für ausgelassene Stimmung.
Die Zahl der mit Corona Infizierten steigt und steigt. Über 540 Tsd. in Deutschland. Das veranlasste die Bundesregierung neue Beschränkungen für die Bürger zu verkünden. Betroffen davon ist natürlich auch der Sport.
In Nordrhein-Westfalen gibt es keine Stadt und keinen Landkreis mehr, welcher unter der Marke von 50 Infizierten pro 100Tsd. Einwohner liegt.
Das heißt der Inzidenz-Wert liegt deutlich über 50. Er bezeichnet die Häufigkeit von Ereignissen – insbesondere neu auftretenden Krankheitsfällen – innerhalb einer Zeitspanne. Überschreitet die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem bestimmten Gebiet innerhalb von sieben Tagen den 7-Tage-Inzidenzwert von 50, so kommt es zur Einführung von verschärften Eindämmungsmaßnahmen, die Kontaktreduzierung zum Ziel haben.
In einigen Städten wie Duisburg liegt die Rate mittlerweile bei 256! Und natürlich hat das Virus auch um Dinslaken keinen großen Bogen gemacht. Auch hier sind die Zahlen alarmierend. Der Wert liegt bei 113!

Neue Corona-Schutzverordnung

Das veranlasste die Landesregierung eine neue Corona-Schutzverordnung vorzulegen. Die ist seit dem 2. November 2020 in Kraft dauert (zunächst) bis zum 30.11.2020. Sportbetrieb ist für mindestens vier Wochen einzustellen. Der Sportunterricht der Schulen (einschließlich Schwimmunterricht) ist hiervon ausgenommen. Und dann gibt es noch eine Ausnahme für den Individualsport: "Ausgenommen ist der Individualsport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes außerhalb geschlossener Räumlichkeiten von Sportanlagen."
Der NIEDERRHEIN-ANZEIGER hat sich bei einigen Vereinen umgehört um zu erfragen, wie der Sport mit der neuen Situation umgeht. Haben die Vereine Verständnis für die rigorosen Maßnahmen? Gibt es einen Plan B um auch weiterhin zumindest Trainingsbetrieb anbieten zu können?
Der MTV Rheinwacht Dinslaken ist ein Mehrspartensportverein. Über 1.400 Mitglieder betreiben dort Hobby-, Breiten- und Leistungssport. War der Abt.-Leiter der Handballer, Heinz Buteweg beim Termin noch zuversichtlich, dass er Trainingsbettrieb weiterhin anbieten kann, so ist er von der Corona-Schutzverordnung überrollt worden. „Wie sollen wir jetzt die Spiele alle nachholen?“ klagt er. Buteweg rechnet damit, dass der verband die Saison abbrechen wird. „Das alles, obwohl wir ein von der Stadt genehmigtes Hygiene-Konzept erarbeitet hatte.“ Klebebänder, Einbahnstraßenverkehr, Desinfektionsspender überall und Aufnahme der Kontaktdaten (auch online möglich), alles für die Katz. „Das ist eine mittlere Katastrophe.“ führt er weiter aus und befürchtet „Austritte, wenn die Leute keinen Sport mehr treiben können, werden sich sicherlich etliche abmelden.“ „Verstehen können wir das ja, aber einen Plan in der Hinterhand haben wir nicht. Wenn die Hallen zu sind, geht nix mehr.“ Individualtraining nach online-Plänen sollen die Aktiven fit halten.

Gute Hygienekonzepte

Der TV Jahn Hiesfeld hat andere Sorgen. Geschäftsführer Ralf Wind: „Ich hätte mir gewünscht, dass andere Beschränkungen erlassen worden wären.“ Der Verein hat für jede Abteilung ein individuelles Hygienekonzept erarbeitet. „Beim Tennis gibt’s einen besonderen Code und nur wer den hat, kommt in die Tennishalle. Also immer nachvollziehbar.“ meint Wind. Weiterhin haben die Hiesfelder mit finanziellen Einbußen zu kämpfen. Die Fußballer dürfen nicht mehr spielen, daher fehlen bei jedem Heimspiel über 200 Zuschauer. Und alleine im November wären drei Heimspiele fällig gewesen. Außerdem ist der Terminplan eh schon dicht getaktet. Ob das alles nachgeholt werden kann? Die Handballer des TV Jahn können die Maßnahmen verstehen. Aber. „Unser Konzept und deren Umsetzung ist bei Aktiven, Gästen und Zuschauern auf ausschließlich positive Resonanz gestoßen.“ sagt Abt.-Leiter Michael Schwengers. Die Unterbrechung ist erst einmal o.k. Schwerer würde die Fortsetzung der Saison ohne Zuschauer wiegen. „Die Kosten für den Spielbetrieb sind nur über Zuschauereinnahmen und Getränkeverkauf zu finanzieren.“ führt Schwengers weiter aus. Holger Höke, Abt.-Leiter Jugendfußball meint: „Die Kinder und Jugendlichen waren froh, dass sie sich nach dem ersten shut-down wieder bewegen und trainieren konnten. Mit Freude wurden die Lockerungen aufgenommen. Umso bedauerlicher ist es für die Kids, dass jetzt erst einmal alles wieder eingestellt werden muss!“
Die Dinslaken Kobras trifft es auch hart. „Mit vielen ehrenamtlichen Helfern, konnten wir die Kosten für die Aufstellung von Hygienekonzept und Anschaffungen in Grenzen halten.“ erklärt Olav Hamann von den Kobras. In der Eishockey-Regionalliga liegt der Spielbetrieb für unbestimmte Zeit auf Eis. Coach Vanek hat die Mannschaft in der letzten Spielersitzung gebeten, das Fitnesslevel, welches die Spieler derzeit innehaben, über Sportübungen auf privater Basis (was durch die Schließung von Fitnessstudios und durch die Kontaktbeschränkungen noch erschwert wird) möglichst bis zu dem Zeitpunkt, an dem es wieder losgeht, zu halten. Einen Plan B gibt es bei den Kobras nicht. „Aber die Kobras werden auf jeden Fall bereit sein, wenn es wieder losgeht.“ Ist Hamann trotz aller Maßnahmen optimistisch.

Autor:

Heinz Haas aus Mülheim an der Ruhr

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