Kara ben Nemsiist immer dabei
Karl-May-Freunde trafen sich jetzt zum 100. Mal in Dinslaken

Vor zehn Jahren traf sich der Karl-May-Stammtisch zum ersten Mal. Beim 100. Treffen gratulierte auch Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger.
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  • Vor zehn Jahren traf sich der Karl-May-Stammtisch zum ersten Mal. Beim 100. Treffen gratulierte auch Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger.
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von Birgit Gargitter

Winnetou in Dinslaken - vor zehn Jahren fing alles mit einer kleinen Anzeige im Niederrhein-Anzeiger an. Dort suchte der ehemalige Bergmann und bekennende Karl-May-Fan Gerd Hardacker Mitstreiter für seinen Stammtisch.

Erstes Treffen – in der Adler-Apotheke. Warum gerade dort? „In Leipzig entdeckte ich im Museum einst eine Reiseapotheke, die Elmar Sierp, der frühere Dinslakener Apotheker, dem Museum dort gestiftet hatte. Und genau solch eine Reiseapotheke führte auch Kara Ben Nemsi mit auf seinen Reisen“, erzählt Hardacker. Der erste Treffpunkt war also sorgfältig gewählt. Es kam auch ein Ehepaar zum ersten Treffen. Die habe er aber wohl so voll gequasselt, das sie nie wieder zum Stammtisch erschienen, gesteht Gerd Hardacker.

Karl-May-Freunde feierten jetzt nicht nur das zehnjährige Bestehen ihres Stammtisches sondern auch gleich das 100. Treffen

Inzwischen sind zehn Jahre vergangen und die Karl-May-Freunde feierten jetzt nicht nur das zehnjährige Bestehen ihres Stammtisches sondern auch gleich das 100. Treffen. „Ein Stammtisch, der über die Grenzen von Dinslaken hinaus bekannt ist und dem es gelingt, Menschen aus anderen Städten nach Dinslaken zu locken“, sagte Bürgermeister Michael Heidinger in seiner Festrede. Heidinger ist allerdings nicht nur als Bürgermeister zu Gast am Stammtisch, nein, er ist ebenfalls bekennender Karl-May-Fan. „Ich habe schon als Kind die Bücher verschlungen“, so Heidinger, „und fand sie spannend. Später geriet diese Leidenschaft in Vergessenheit, erst als ich Gerd Hardacker kennenlernte, ließ ich mich wieder von seiner Begeisterung für Karl May anstecken und las alles was ich von und über den Abenteuerschriftsteller finden konnte.“

16 Gäste konnte Gerd Hardacker am Jubiläumstag um sich sammeln

16 Gäste konnte Gerd Hardacker am Jubiläumstag um sich sammeln, das Ambiente im Stammlokal „Karawane“ in Lohberg passte ideal mit seiner orientalischen Ausstattung zum Fest. Dazu ausgeschmückt mit Filmplakaten, Büchern, Messern, Fez, Wasserpfeifen, Colts und der Silberbüchse Winnetous wirkte der Jubiläumsstammtisch recht abenteuerlich. Und waren in den Anfangsjahren hauptsächlich Männer vertreten, sind jetzt weibliche Fans in reichlicher Zahl vertreten. „Die wenigsten der Stammtisch-Gäste kommen aus Dinslaken“, verriet Gerd Hardacker. Oberhausen, Rheinberg, Rheinhausen, Bottrop, Wesel, Düsseldorf, ja mit dem gebürtigen Voerder Roy Dieckmann sei sogar ein Erfurter Gast in der illustren Runde, bei der übrigens auch der Künstler Alfred Grimm nicht fehlte. Der ist nämlich stolz auf seine Darstellungen als Indianer in Aufführungen der Burghofbühne in den 60er-Jahren. Damals, als er noch ein Schüler am Gymnasium war und für seinen einzigen Satz im Stück 20 Mark bekam.

Austausch unter Gleichgesinnten

Da ist Heike Wedler, Sonderschullehrerin von Beruf – sie kommt eigens aus Düsseldorf zu den Stammtisch-Abenden. Mit den Filmen sei sie groß geworden, habe aber auch die Bücher mit Begeisterung gelesen. „Irgendwann stieß ich auf die Karl-May-Gesellschaft und erfuhr dort von einen Stammtisch in Dinslaken. So weit ist es ja nicht entfernt und hier kann ich mich mit Gleichgesinnten austauschen“, sagt sie. Seit einem Jahr ist sie dabei und es mache ihr Spaß.
Die 60-jährige Martina Lupberger hatte sich schon früh für Karl May interessiert. Aus dem Osten stammend habe sie dort eher Kritisches über ihn gelesen und gehört. „Für mich war die Breite in den Karl-May-Büchern immer wichtig. Ich bin viel beruflich viel gereist, auch nach Mexiko und in anderen Gegenden, die May beschrieb. So hatte ich nicht nur ein Buch immer im Reisegepäck, sondern May auch im Kopf und versucht, mit den Menschen dort ins Gespräch zu kommen, auch über die Karl-May-Romane.“ Am Stammtisch faszinierten sie die unterschiedlichen Leute mit ihren verschiedenen Interessen, deren Wissen und Leidenschaft für den Abenteuerschriftsteller.
In den vergangenen zehn Jahren wurde das Stammlokal schon einige Male themengebunden verlassen. Südamerika-Geschichten bedürfen eines anderen Lokals, der alte Dessauer wurde in den Dorfbrunnen verlegt und auch nach „China“ in den Averbruch reiste man. „In der Regel sind wir sechs bis acht Fans, die sich einmal im Monat treffen.“, erzählt Gerd Hardacker. „Leider sind vier unserer Freunde im Laufe der Jahre verstorben.“ Andere seien dafür hinzugekommen.

Die Themen gehen ihm auch nicht aus

Die Themen gehen ihm auch nicht aus: da sind die Karl-May-Festspiele in Elspe und Bad Segeberg, Experte hierfür ist Janis Günther, mit seinen 20 Jahren der jüngste Teilnehmer des Stammtisches, die Karl-May-Gesellschaft oder das gleichnamige Jahrbuch, neue Forschungen zum Schriftsteller, dessen zahlreiche Bände, Exkursionen, die entweder alle Teilnehmer oder nur einer unternimmt und vieles mehr. „Es gib noch vieles zu erzählen“, ist sich Gerd Hardacker. 

  • Karl-May-Fans sind eingeladen, am Stammtisch teilzunehmen, der jeden letzten Freitag im Monat ab 18 Uhr in der Karawane, Stollenstraße 1 in Dinslaken, stattfindet.
  • Informationen hat Gerd Hardacker unter Tel. 02064-92172.
Vor zehn Jahren traf sich der Karl-May-Stammtisch zum ersten Mal. Beim 100. Treffen gratulierte auch Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger.
Gerd Hardacker schneidet die Geburtstagstorte an.

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