Efi Latsoudi berichtet in der Dinslakener Stadtkirche über ihr Flüchtlingsprojekt auf Lesbos
Licht ins Dunkel bringen

Der ehemalige Flüchtlingspfarrer Gerhard Greiner mit Efi Latsoudi von Losvos Solidariy in der Evangelischen Stadtkirche in Dinslaken.
  • Der ehemalige Flüchtlingspfarrer Gerhard Greiner mit Efi Latsoudi von Losvos Solidariy in der Evangelischen Stadtkirche in Dinslaken.
  • Foto: Doris Regorz
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„Sie sind geflohen, weil sie Schutz erhofften und erleben Beschädigung und Warten.“ So beschrieb Efi Latsoudi, Leiterin von Lesvos Solidarity, bei einer Veranstaltung des Ev. Kirchenkreises und des Eine-Welt-Ladens in der Dinslakener Stadtkirche die Auswirkung der Zustände im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos. Ursprünglich war das Camp für 3000 Flüchtlinge konzipiert mit einem Aufenthalt für wenige Tage. Aktuell leben aber 5000 Menschen dort - für Monate oder Jahre. Das Camp ist zur Endstation für viele Gestrandete geworden. Es fehlt an allem, an Ärzten, an Essen, an menschenwürdiger Unterbringung. „Ich habe viele Menschen erlebt, die in gutem gesundheitlichem Zustand gekommen sind und krank wurden im Camp, vor allem krank an ihrer Seele“, so Latsoudi. „Das Warten macht sie krank.“

Dadurch wuchs bei Efi Latsoudi und ihren Leuten der Wunsch, Licht in dieses Dunkel zu bringen. Sie engagieren sich seit 2001 für die Flüchtlinge, bauten Integrations- und Bildungsprojekte für die besonders Gefährdeten auf: Kranke, Schwangere oder junge Mütter. So z.B. das Projekt der Safe-Passage-Bags. Dort werden aus Schwimmwesten, die Flüchtlinge bei ihrer Überfahrt übers Mittelmeer getragen haben, Taschen genäht und verkauft. Das schafft nicht nur Jobs. Es gibt den Betroffenen auch ihre Würde und damit ihre Kraft zurück. Darüber hinaus sind diese Taschen auch ein Symbol für die Forderung, dass kein Mensch bei der Überfahrt sterben sollte.

Lesvos Solidarity mit Projekten für ein gemeinsamen Weg in die Zukunft

Im sog. „Mosaik-Center“, einem selbst organisierten Flüchtlingszentrum, bietet Lesvos Solidarity für die Menschen psychosoziale Hilfe, Rechtsberatung und kreative Aktivitäten. Durch Kultur- und Bildungsangebote sollen Integrationsprozesse erleichtert werden, da es ein Konzept zur Integration seitens der griechischen Regierung nicht gibt.
Das Besondere an den Projekten von Lesvos Solidarity aber ist das Konzept der Gemeinsamkeit. So ist z. B. das Taschenprojekt oder auch ein selbst organisierter Kindergarten nicht nur für Flüchtlinge gedacht. Dort arbeiten und leben Flüchtlinge und Einwohner der Insel Lesbos zusammen. „Nur mit diesem gemeinsamen Weg können wir gewinnen“, so Efi Latsoudi. Denn auch auf Lesbos kippt wie in ganz Europa die Stimmung gegen Geflüchtete immer mehr.

Hilfe aus Deutschland

Der Ev. Kirchenkreis Dinslaken und seine Gemeinden wollen mit Spenden zwei ganz konkrete Ziele von Lesvos Solidarity unterstützen: zum einen Fahrkarten vom Flüchtlingscamp zum etwa 11 km entfernten Mosaikcenter oder Dolmetscher für Geflüchtete. Der Eine-Welt-Laden Dinslaken unterstützt weiterhin das Taschenprojekt durch den Verkauf der Safe-Passage Bags. Mindestens genauso wichtig, so Latsoudi, sind aber Begegnungen. Darum lädt sie Interessierte ein, das Camp zu besuchen, so wie die siebenköpfige Delegation aus Dinslaken es im vergangenen Herbst getan hat mit einer von Pro Asyl organisierten Reise. Auf dieser Reise sind Beziehungen gewachsen – und Solidarität über Grenzen hinweg.
Text: Ruth Levin

Mehr zu der Reise von Friedhelm Waldhausen, Edith Bruckwilder und Gerhard Greiner lesen Sie auch HIER.

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