Alle lieben Pferd Cora: Erzieherin Birgit Houy bietet der Kita St. Vinzenz ein tierisches Projekt

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Bevor sich die Kleinen das erste Mal auf den Sattel schwingen durften, hieß es: kennenlernen und füttern. (Foto: Dunja Vogel)
 
Auch das gehört dazu: Ein Pferd kann man nicht nur reiten, man muss es auch pflegen. (Foto: Dunja Vogel)

Von Dunja Vogel

Alle zwei Wochen schlüpft Stute Cora für die Kinder der Kita St. Vinzenz in die Rolle des Therapiepferdes und lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen.

Eine lange Allee, eingerahmt von Pferdekoppeln, führt zum privaten Reiterhof von Familie Bergmann. Idyllisch liegt er zwischen Feldern, Wiesen und Wald nahe dem Tenderingssee in Hünxe-Bruckhausen. Am Stall angekommen empfangen mich Luana (4), Jonah (4) und Ana (5), allesamt Kinder der Dinslakener Kindertagestätte St. Vinzenz. Gemeinsam mit Kita-Leiterin Birgit Barlogie sind sie dort, um Cora zu besuchen. Die 22-jährige Oldenburger Stute gehört Reitpädagogin Birgit Houy, die ebenfalls Erzieherin der Kita St. Vinzenz ist. Sie hat Cora als fünfjähriges Pferd gekauft und zum Therapiepferd ausgebildet.

Seit März besuchen die Ü3-Kinder der Schatzgruppe alle zwei Wochen freitags in kleinen Gruppen abwechselnd den Hof

Seit März besuchen die Ü3-Kinder der Schatzgruppe alle zwei Wochen freitags in kleinen Gruppen, zu zweit oder dritt, abwechselnd den Hof, um die pferdegestützte Pädagogik und Therapie (PPT) zu erleben. Im Vordergrund steht das Kennenlernen des Pferdes mit seinem gesamten Umfeld. “Jetzt holen wir die Cora von der Wiese“, rufen sie aufgeregt.
Birgit Houy führt die Kinder langsam an die Stute heran. Bevor Cora geputzt wird, bekommt sie zu Beginn von jedem Kind eine saftige Möhre. Das gefällt nicht nur Cora. Die Reitpädagogin erklärt den Kindern immer wieder ganz ruhig die nächsten Schritte: Jeder darf mal bürsten, kämmen und Hufe säubern. Dann geht es in die Reithalle.

Nacheinander darf jeder auf Cora, die mittlerweile über eine 17-jährige Therapieerfahrung verfügt, reiten.

Nacheinander darf jeder auf Cora, die mittlerweile über eine 17-jährige Therapieerfahrung verfügt, reiten. Mal mit festhalten, mal ohne. Und bei der „Rakete“ strecken die mutigen Kinder sogar die Arme ganz hoch. Sie erläutert das Konzept: „Dabei geht es nicht darum, perfekte Reiter aus ihnen zu machen, sondern ihre Wahrnehmung zu schulen. Zum einen gegenüber den Tieren, aber auch sich selbst gegenüber.“ Vor allem Ängste möchte man den Kindern nehmen und das Selbstbewusstsein stärken. Ganzheitlich möchte die Kita durch dieses Angebot fördern. Offensichtlich ein Ansatz mit Erfolg. Reittherapeutin Hoy erzählt von ihren Beobachtungen und der Begeisterung: „Man sieht ja, was für eine Freude die Kinder daran haben. Sogar anfänglich sehr ängstliche Kinder trauen sich mittlerweile an Coras Hufe.“ Man müsse dann halt auch mal Huffett mit Nagellack vergleichen und schon würden Coras Hufe fleißig bepinselt.

Angefangen hat alles mit dem Konzeptionstag Anfang des Jahres

Kita-Leiterin Barlogie ist begeistert vom Projekt. „Angefangen hat alles mit dem Konzeptionstag Anfang des Jahres. Dort wurde beschlossen, dass wir das Jahr 2018 dem Thema Tiere widmen“, erklärt sie. „Wir waren mit den Kindern im Zoo und bekamen bereits mehrfach Besuch von Golden Retriever Herrmann, einem ausgebildeten Therapiehund.“ Ein Glück für die Kita, auf Kompetenz aus den eigenen Reihen zurückgreifen zu können. Das Projekt wird fortgeführt, das gefällt und tut allen sicherlich gut. „Es wird gut angenommen und ist für uns gut umsetzbar. Einige Kinder haben enorme Sprünge in ihrer Entwicklung gemacht. Während sie am Anfang noch eine gehörige Portion Respekt vor Cora hatten, sind sie jetzt überhaupt nicht mehr von ihr weg zu bekommen“, freut sich die Kita-Leiterin.
Luana, Jonah und Ana gefällt es jedenfalls, das verraten ganz sicher drei strahlende Augenpaare. Am Schluss sind sich alle einig: Der Star ist auf jeden Fall Cora und für die gibt es am Ende ihres Arbeitstages von den Kindern eine große Schüssel mit saftigen Äpfeln und Möhren.
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