Drei Dinslakener Schülerinnen des Otto- Hahn- Gymnasiums belegten zweiten Platz auf Landesebene beim Bundesfremdsprachenwettbewerb

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Die drei erfolgreichen Regisseurinnen mit ihrem Lehrer Rudolf Loy. Von links Tanja Joisten, Hannah Oetelshoven und Elisabeth Leuker
Dinslaken: Otto-Hahn-Gymnasium |

Kreativität auf Latein

Zweite von mehr als 40 teilnehmenden Gruppen




Es bedarf eines großen Aufwandes, einen Videoclip zu drehen, eines größeren Aufwandes, wenn dieser einen geschichtlichen Hintergrund haben soll, aber eines immens großen Aufwandes, diesen Clip in Lateinischer Sprache zu erstellen. Genau dies taten die drei Schülerinnen aus der Stufe 9 des Dinslakener Otto- Hahn- Gymnasiums, Tanja Joisten, Hannah Oetelshoven und Elisabeth Leuker.
Hintergrund: Der Lehrer der drei Schülerinnen, Rudolf Loy hatte das Thema angesprochen, nachdem das Bundesministerium für Bildung und Forschung zum Fremdsprachenwettbewerb aufgerufen hatte. Teilnehmen konnten einzelne Schülerinnen und Schüler oder Teams, bestehend aus drei bis zehn Personen. „Da wir eher Teamplayer als Einzelkämpfer sind“, so Tanja, „entschieden wir Drei uns, in der Kategorie Team Schule am Wettbewerb teilzunehmen“.
Da alle Fremdsprachen, außer der künstlichen zugelassen waren, suchten sich die Mädels kein Englisch, Französisch oder Spanisch aus. Nein, das wäre zu einfach gewesen, Latein musste es sein. Theaterstücke, Videos oder reine Audio- Beiträge, bei denen die Themen frei wählbar waren, jedoch nicht länger als zehn Minuten sein durften, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einreichen. Tanja, Hannah und Elisabeth entschieden sich erst für einen Audio- Beitrag, merkten dann jedoch sehr schnell, dass sie immer stärker zum Video tendierten. Nun stellten sich die Freundinnen die Frage, „Welche Handlung passt am besten zur lateinischen Sprache?“ So waren die „Alten Römer“ die logische Schlussfolgerung, zu der man sich die passende Story ausdachte und diese als Drehbuch in Deutscher Sprache niederschrieb, bevor sie ins Lateinische übersetzt wurde. Rudolf Loy stand den Dreien zur Verfügung, wenn sie Fragen hatten. „Das Schwierige“, so der Lehrer, „ist das Übersetzen vom Deutschen ins Lateinische, da man bei Latein normalerweise den umgekehrten Weg geht“.
Die Story in groben Zügen: Durch einen Fehler im Chemie Unterricht der Gegenwart kommt es zu einem ungewollten Schülerinnenaustausch der besonderen Art. Ein Mädchen aus der Gegenwart, Josy, wird zur Schülerin in der römischen Antike, dafür findet sich das römische Pendant, Barbara, in der Schulklasse der Gegenwart wieder. Eine Reihe von Irrtümern und herrlich humorvollen Verwicklungen sind die Folge. Dies geht so eine ganze Zeit, bevor eines der Mädchen einen giftigen Pilz verzehrt und dadurch das Ganze wieder umkehrt.
Während Hannah die Josy und Tanja die Barbara spielten, stand Elisabeth für zwei Rollen, in denen sie jeweils die Freundin eines der Mädchen verkörpert, vor der Kamera. Auch zwei Statistinnen waren mit von der Partie. Jana und Nele spielten ebenfalls Römerinnen. Um möglichst authentisch zu erscheinen, drehten die „Schauspielerinnen“ sogar eine Szene im Archäologischen Park Xanten (APX), wobei das Team des LVR Parks sie nach Kräften unterstützte und ihnen sogar die entsprechenden historischen Gewänder in Form von Tuniken zur Verfügung stellte. „Auch unsere Eltern taten ihr Möglichstes, um uns das Ganze ein bisschen zu vereinfachen“, sind sich die Drei einig. So brachten diese ihnen unter anderem Verpflegung zu den Drehorten.
Bei der Siegerehrung, die auf Landesebene am 4. Juni in Köln stattfand, bekamen die jungen Regisseur- und Darstellerinnen neben Urkunden und Latein- Lektüre auch einen kleinen Geldbetrag zur eigenen Verwendung, sowie weitere kleinere Sachpreise überreicht.
Ob sie im nächsten Jahr erneut teilnehmen werden, darüber sind sie noch unschlüssig. „Es hat zwar sehr viel Spaß gemacht“, erinnern sie sich, „war aber auch sehr aufwändig und hat uns viel Freizeit gekostet“. Dem Erfolg gingen insgesamt vier Monate intensiver Arbeit voraus, wovon rund zwei Monate zum Drehen benötigt wurden. So dauerte es etwa fünf Stunden, bis die erste Szene im Kasten war. Danach ging es mit der gewonnenen Routine zwar ein bisschen flüssiger, aber der Aufwand war trotz allem noch immens.
Stolz können sie auf ihr Werk allemal sein. Ihr Lehrer ist es auch.

Randolf Vastmans
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Hildegard van Hueuet aus Xanten | 14.06.2018 | 22:17  
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