Herren 3 verlieren im Pokal denkbar unglücklich

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Dinslaken: Hans-Efing-Halle | Die Ausgangslage für die Basketballer der BG Duisburg-West war denkbar unglücklich. Mehrere persönliche und berufliche Absagen ließen den Kader schmerzlich schrumpfen. Und der am Spieltag begonnene Fastenmonat reduzierte die einsatzfähigen Spieler weiter, so dass man mit lediglich sechs Spielern die Auswärtsfahrt zum SuS Dinslaken antreten musste; ein Gegner, gegen den man noch wenige Wochen vorher eine schmerzliche 26-Punkte Niederlage hinnehmen musste.

Gleichwohl machten die Spieler um Routinier Udo Joosten von der ersten Minute an deutlich, dass sie keineswegs gewillt waren das Spiel so einfach abzuschenken. Stattdessen entbrannte ein klassischer Pokalfight, in dem keine Seite der anderen Geschenke verteilte, in der jeder eigene Punkt hart erarbeitet werden musste. Mehrfach wechselte die Führung, alleine in den ersten zehn Minuten vier Mal. Und so endete das Eröffnungsviertel mit einer knappen 11:13 Führung für die Westler.

Die Westler, die auch etwas besser in das zweite Viertel starteten und in den Eröffnungsminuten sich vorübergehend eine 4-Punkte-Führung erspielen konnten. Eine Führung, die bis zur Mitte des Viertel hielt, ehe den Gastgebern mit dem 19:19 Zwischenstand der erneute Ausgleich gelang. Dank vier erfolgreicher Dreier in Folge in den Schlussminuten konnten sich die Gastgeber im Anschluss ihrerseits eine vier Punkte Führung zum 31:27 Halbzeitstand herausspielen.

Die Frage zu Beginn der zweiten Halbzeit war, wie lange die Kraft der Duisburger noch reichen würde, denn die ersten 20 Minuten waren extrem kraftraubend gewesen. Mit weiter viel Leidenschaft kämpften sich die BGler wieder heran, verhinderten so eine Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeber und gingen in der 24, Minute erstmalig wieder mit 35:37 in Führung. Eine Führung, die in den folgenden Minuten erneut mehrfach, fast minütlich wechselte. In der 27. Minute mussten die Gäste einen herben Rückschlag verkraften, als Sascha Poharc mit seinem fünften Foul ausschied und man den Rest des Spieles das Spiel ohne Wechselmöglichkeit bestreiten musste. Ärgerlich hierbei sicherlich, dass das Kampfgericht es versäumt hatte, das kurz vorher begangene vierte Foul laut anzusagen, so dass weder der Spieler die Möglichkeit hatte, cleverer spielend das letzte Foul zu vermeiden noch Coach Andreas Rimpler den Spieler vorübergehend zum Schutz auszuwechseln und so länger mit einem Wechselspieler spielen zu können. Ein ohne Frage den Spielverlauf beeinflussender Umstand. Gegen Ende des Viertels dann der nächste Aufreger, als das Kampfgericht versehentlich einen erfolgreichen Freiwurf von Udo Joosten als verworfen auf dem Spielbericht eintrug. Da die Schiedsrichter, hierauf angesprochen, sich nicht an die Situation erinnern konnten, ging es so mit einem Punkt weniger auf der Habenseite und einem 43:45 Rückstand in die letzte Viertelpause.

Und so nahm die Dramatik im Schlussviertel weiter seinen Lauf. In der ersten Hälfte des Viertels wechselte die Führung viermal, ehe sich die Gastgeber mit einem 8:2 Lauf zum 60:55 drei Minute vor dem Ende etwas absetzen konnte. Doch wer nun mit einer Vorentscheidung und dem Einbrechen der Westler gerechnet hatte, der irrte sich. Die BGler konnten mit einer großen Kraftanstrengung und einem eigenen 2:9 Lauf die Führung (62:64) zum x-ten Mal zurückerobern. Die Schlussminute, in der die Dinslakener zunächst zum 64:65 ausglichen, toppte dann dramatisch alles. Zunächst zeigten die Duisburger Nerven, verfehlten zwei Freiwürfe und vergaben die Möglichkeit, erneut die Führung zu erobern. Anschließend hatten die Westler noch in den letzten 24 Sekunden Ballbesitz und damit die Chance, die Zeit herunterzuspielen und in der letzten Sekunde den letzten Wurf zu nehmen. Stattdessen verfehlte der Wurf gut sechs Sekunden vor dem Ende das Ziel; die Gastgeber brachten den Ball schnell nach vorne. Doch statt zum Korb zu ziehen, tändelte er Ballvorträger an der Dreierlinie herum, schien die Zeit aus den Augen verloren zu haben, um dann doch in der letzten Sekunde in leichter Bedrängung einen alles andere als sauberen Wurf zu nehmen und traf zur Überraschung aller einen Buzzerbeater zum 67:64 Sieg.

Coach Andreas Rimpler war nach dem Ende mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: „Natürlich kann man jetzt über die Situationen im dritten Viertel stundenlang diskutieren; insbesondere dem fehlenden Punkt auf dem Anschreibebogen, was im Übrigen immer mal passieren kann. Andererseits hatte die Mannschaft es in der Schlussminute selber in der Hand, das Spiel zu eigenen Gunsten zu entscheiden. Wäre nur ein Freiwurf erfolgreich getroffen worden, die letzten dreißig Sekunden wären gänzlich anders verlaufen. Auch hatte man beim letzten Ballbesitz die Verlängerung bereits sicher, hätte nur cleverer die Zeit runter spielen müssen. Aber der Mannschaft dafür Vorwürfe zu machen, wäre verfehlt. Denn man muss ja auch berücksichtigen, dass man nur mit einem Auswechselspieler angereist war und man mehr als ein Viertel des Spieles mit fünf Mann durchspielen musste. und das Ganze noch in einem extrem kräftezerrenden Spiel. Deshalb kann man vor der Leistung der Mannschaft nur den Hut ziehen. Allein dafür hatte sie den Sieg verdient und letztlich nur unglücklich verloren.“

Es spielten: Leonard Bek (23 Punkte), Udo Joosten (19/1 Dreier), Eric Jensen (16), Julian Graßhoff-Frias (6), Alexander Hain, Sascha Poharc
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