IHK-Ausbildungsbotschafter kommen online
Gesamtschule Wulfen nutzt digitale Berufsorientierung

Der Lockdown bremst auch die Berufsorientierung an den Schulen im Kreis Recklinghausen aus. Schulpraktika und Berufsfelderkundungen (BFE) für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 und 9 können derzeit gar nicht oder nur zum Teil in Präsenz stattfinden. Deshalb hat die IHK Nord Westfalen ihre Ausbildungsbotschafter, die bislang persönlich in die Klassenräume gekommen sind, für den digitalen Einsatz geschult.

Insgesamt rund 500 Auszubildende können jetzt von den Schulen eingeladen werden, um als Botschafter für eine betriebliche Ausbildung online über ihre Gründe für die Berufswahl, ihre Berufe und ihre Unternehmen sowie über den Ausbildungsalltag zu berichten.

Als eine von zehn Schulen im IHK-Bezirk Nord Westfalen nutzt die Gesamtschule Wulfen das digitale Angebot bereits. Michael Andres, Koordinator für die Studien- und Berufsorientierung an der Gesamtschule Wulfen, ist überzeugt: „Krisen bergen auch Entwicklungsmöglichkeiten. Der Ausbau digitaler Angebote und die Erweiterung der Vernetzungsmöglichkeiten schaffen nicht nur breite Informationskanäle, sondern bieten auch einen Einblick in zukünftiges Arbeiten, das ebenfalls dem digitalen Wandel unterworfen ist. Videokonferenzen sind dabei fast schon zu einem Standard – auch bei Schülerinnen und Schülern – geworden.“ Das persönliche Gespräch könne dadurch zwar nicht ersetzt werden, elektronische Tools seien aber wichtige Kommunikationswerkzeuge, um den Kontakt zu Unternehmen herzustellen, betont Andres.

Das Projekt Ausbildungsbotschafter hat die IHK Nord Westfalen 2015 gestartet. In den vergangenen Jahren sind die persönlichen Auftritte der Auszubildenden in den Klassenzimmern an vielen weiterführenden Schulen zum festen Bestandteil der Berufsorientierung geworden. So haben die IHK-Ausbildungsbotschafter manchmal über 8.000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr erreicht. Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen waren es im vergangenen Jahr nur rund 1.800 Schülerinnen und Schüler. Deshalb hat die IHK Nord Westfalen den digitalen Einsatz der Ausbildungsbotschafter kräftig ausgebaut.

„Das Angebot eignet sich hervorragend als Baustein einer Online-Berufsfelderkundung in der 8. Klasse“, ist IHK-Projektmitarbeiterin Sabine Braukmann überzeugt. In den Videokonferenzen präsentieren Auszubildende nicht nur ihre Berufe und ihren Arbeitsalltag. Per Chat beantworten die Azubis auch Fragen der Jugendlichen. „Durch den geringen Altersunterschied ist das Berufsorientierung auf Augenhöhe“, berichtet Braukmann.

Auch Betriebe profitierten davon, wenn sie in diesen außergewöhnlichen Zeiten über ihre Auszubildenden in Kontakt mit Schülerinnen und Schülern kommen. Mit weiteren Online-Angeboten, zum Beispiel mit digitalen Bewerbungstrainings oder einer digitalen Betriebsführung, könne außerdem die Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern für Ausbildungsplätze unterstützt werden. Braukmann: „Hier ist die Kreativität und die Bereitschaft für neue Wege sowohl von Schulen als auch von Unternehmen gefragt.“

Dass die Corona-Pandemie Unternehmen die Suche nach talentierten Nachwuchskräften noch schwieriger macht, bestätigt auch Janin Swigoniak von Ernsting´s family. Das Unternehmen, einer der größten deutschen Textilhändler, bildet auch in seinen Filialen im Kreis Recklinghausen aus. „Unser Unternehmen beteiligt sich schon seit über fünf Jahren an den Berufsfelderkundungen. Dass viele der geplanten Tagespraktika in der Pandemie nicht stattfinden konnten, ist auch für uns enttäuschend“, sagt Swigoniak. „Umso mehr freuen wir uns, Schülerinnen und Schülern in diesem Jahr trotzdem die Möglichkeit bieten zu können, sich online in ersten Schritten mit verschiedenen Berufsfeldern auseinanderzusetzen und unser Unternehmen kennenzulernen. Das digitale Format ist ein guter Kompromiss, um die Berufsorientierung an den Schulen in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen aufrechtzuerhalten“, so Swigoniak.

IHK-Ansprechpartnerin für die digitale Berufsorientierung und das Projekt „Ausbildungsbotschafter“ im Kreis Recklinghausen ist Sabine Braukmann, Telefon 0209 388-537, E-Mail braukmann@ihk-nordwestfalen.de.

Quelle: Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen

Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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