Flugtag Dorsten: Ein bunter Vogel

Montagus Cessna wird auch durch die kriegerische Bemalung kein Düsenjäger!
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  • hochgeladen von Jo Gernoth

Wie der Luxemburger Camille Montagu die Luftwaffe seines Landes kaufte, und damit nun zum Dorstener Flugtag reist.

Der Spruch ist angestaubt, aber wahr: Der Unterschied zwischen einem Mann und einem kleinen Jungen ist oft nur durch die Größe und den Preis seiner Spielzeuge zu definieren. Wie um Himmelswillen ist dann Camille Montaigu aus Luxemburg einzuordnen?

Am besten überhaupt nicht, denn der urige Typ aus dem kleinen Fürstentum mit den geheimen Konten und Tafelgeldschaltern passt in kein Schema. Er ist Flieger und allein diese Tatsache befördert den braven Camille in eine Randgruppe der herkömmlichen Bevölkerung. Unter diesen merkwürdigen Vögeln der Fliegerszene schießt Montaigu wiederum den Vogel ab. Warum? Er hat sich aus Spaß eine eigene Luftwaffe zugelegt. Nein, keine F 16 oder Eurofighter: Es geht beschaulich zu und die ganze Geschichte hat was von Lummerland. Sie kennen diese Insel . . .

Das Fürstentum Luxemburg leistete sich über Jahre hinweg eine Luftwaffe. Nun, es war keine Luftwaffe im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Handvoll Flieger, die mit schmucken, aber unbewaffneten Sportflugzeugen durch die Gegend knatterte. Zur Grenzsicherung, so jedenfalls die offizielle Diktion. Nun sind die Grenzen von Luxemburg schnell „gesichert”, denn sie sind überschaubar.

Also wurde mit den beiden Cessna Bird-Dog, was soviel wie Vorstehhund bedeutet, Post nach Brüssel geflogen, oder einfach nur gespielt. Ja, und das natürlich auf Staatskosten. Irgendwann kamen die „Himmelhunde” in die Jahre und der Spuk mit einer Zwergluftwaffe im Zwergstaat hatte ein Ende. Die beiden Cessna L-19, so die offizielle Bezeichnung für die luftigen Krieger, die in Luxemburg nie welche waren, standen nunmehr unnütz herum und keiner wollte sie.

Warum? Es sind Zweisitzer und die Sitze sind hintereinander angeordnet. Also nächtens wie weiland der Aviator mit einer schönen Frau und Champagner durch die Gegend zu kutschieren, fällt bauartbedingt flach. Doch dann bekam Montaigu Wind von der Sache und erwarb die beiden herrenlosen Himmelhunde für einen Spottpreis. Auch in Fliegerkreisen gilt: Über Geld spricht man nicht. Eine Maschine ist wie aus dem Geschäft restauriert und mit ihr fliegt Camille. Oder besser: Er spielt mit ihr.

Die Birddog ist kein schönes Flugzeug. Einen Designpreis könnte sie allenfalls dann gewinnen, wenn sie an einem Design-Wettbewerb für Scheunentore teilnehmen würde. Sie ist für den harten, für den unsanften Einsatz in der Truppe gebaut worden. Sie braucht etwas mehr als 100 Meter Platz, um in die Luft zu gehen oder um zu landen. Sie ist komplett aus Aluminium und ein Motor mit 265 PS lässt den Birddog ganz nett an der Leine ziehen, wenn Montaigu Gas gibt und mit seiner privaten „Armée de l'air” in die Luft geht.

Montagu und sein Hündchen sind in der Szene bekannt wie der berühmte bunte Hund, auch wenn sein Hund nicht bunt ist, sondern mit dem Nato-Tarnanstrich versehen ist. Montagus Coup mit den Flugzeugen ist einmalig. In Dorsten wird er auf dem Segelflugplatz zu Gast sein und mit einer Vorführung seines Himmelhundes die Dorstener Segelflieger unterstützen.

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