Wettkämpfe als besonderes Erlebnis

Das Damenteam der Wasserfreunde
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Die Wfr. Atlantis Lembeck fahren in jedem Jahr zu vielen Wettkämpfen. Dabei steht der Mannschaftzusammenhalt und Teimgeist im Fordergrund. Für die Trainer ist es immer wieder schön zu sehen, dass diese Wettkämpfe den Kindern und Jugendlichen als positive Erfahrungen und bleibene Erinnerungen erhalten bleiben.
Die 14jährige Maike Brüggemann hat nun im Rahmen einer Deutscharbeit eine Reportage verfasst. Diese schöne Reportage mit dem Titel „Atlantis Schätzchen starten" durch berichtet von den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften, an denen die Wasserfreunde im Februar diesen Jahres teilgenommen hatten.
Viel Spaß beim Lesen!

Maikes Reportage:
Am 14.Februar 2011 fuhr die Mädchenmannschaft der Wasserfreunde Atlantis Lembeck in das Zentralbad Gelsenkirchen um sich bei der DMS von ihrer besten Seite zu zeigen.

„Da hinten neben Merle’s Tasche ist noch ein Platz frei, Jana“ erklärt Markus Töns seiner Tochter. Es ist der 14. Februar 2011. Jana packt ihre riesige Schwimmtasche in den Kofferraum und setzt sich ins Auto. Im Auto haben es sich noch Janas zwei ältere Schwestern und Merle bequem gemacht. Die lange Autofahrt beginnt. Es geht zu den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen, kurz genannt DMS. „Papa, ich bin so aufgeregt. Ich habe einfach Angst, dass ich viel zu langsam auf den 400m Lagen schwimme“ jammert Jana. Die kann Jana auch haben, denn bei der DMS schwimmen nur die Besten der Besten. Zwar schwimmt der Verein von Jana und Co nicht in der deutschen Liga, könnte aber trotzdem von der Bezirksliga in die Bezirksklasse absteigen oder in die nächste Liga aufsteigen. Nach einer circa 40 Minuten langen Autofahrt kommen alle dann am Zentralbad in Gelsenkirchen an. Alle holen ihre Schwimmtaschen und Campingstühle aus dem Kofferraum und laufen vom Parkplatz Richtung Bad.

„Uff, ist das hier warm“ stöhnt Lena Töns, als sie das Schwimmbad betritt. Vorne im Eingangsbereich tummeln sich viele Kinder und Jugendliche. Alle in Begleitung von riesigen Rucksäcken. Diese sind auch notwendig, denn beim Schwimmen ist das Essen und Trinken das A und O. Außerdem braucht man ja auch jede Menge Badeanzüge und warme Sachen, damit man nicht friert. „Hier sind wir“ jubelt Andrea, die sportliche Leiterin des Vereins. Vor dem Badeanzugverkaufsstand steht sie da mit den anderen Mädchen. Die DMS gibt es für Jungen und für Mädchen einzeln, da aber die Jungs des Vereins der Wasserfreunde Atlantis Lembeck zu schwach sind, gibt es nur eine Mädchenmannschaft. Jana und Co laufen zum Rest des Teams. „Ich habe eine Überraschung für euch“ lächelt Sarah, die mit 22 Jahren die älteste ist und verteilt an jeden ein T-Shirt. „Wow, wie toll. Jetzt haben wir als DMS-Mannschaft ein eigenes T-Shirt und alle erkennen uns“ freut sich Jana.

„Jana du bist gleich dran“ kommt Andrea hektisch angelaufen. „Wieso denn ich? Ich dachte Tina schwimmt zuerst die 400m Lagen und ich im zweiten Abschnitt“ antwortet Jana durcheinander. Bei der DMS gibt es zwei Abschnitte. In jedem wird jede Lage und jede Strecke einmal geschwommen. Im zweiten das Gleiche dann noch einmal, nur von einem anderen Schwimmer. Insgesamt darf jeder fünf Mal starten. „Nein. Du bist jetzt im ersten Abschnitt. Beeile dich“ fährt Andrea weiter hektisch fort. Jana steht auf und zieht ihren langen Wärmemantel aus, sodass ihr blau-grauer knielanger Badeanzug zum Vorschein kommt. Sie schnappt sich ihre schwarz-rote Vereinsbadekappe und ihre Taucherbrille und läuft zum Start.

INFO
Bei den Ligenwettkämpfen werden fast alle offiziellen Strecken des deutschen Schwimmverbandes geschwommen, d.h. 200/400 m Lagen, 50/100/200 m Rücken, 50/100/200 m Brust, 50/100/200 m Schmetterling sowie 50/100/200/400 m Freistil. Dazu kommen noch 1500 m Freistil bei den Herren und 800 m Freistil bei den Damen.

„Das war aber viel zu langsam. Das konntest du schon besser“ höre ich einen etwas älteren Mann in kurzer Hose und weißen T-Shirt zu einem circa 9-jährigen Mädchen schnauzen. „Die vierte Wende war eine Katastrophe. Wofür trainieren wir eigentlich?“ macht er weiter. „Ich habe mich aber doch angestrengt“ antwortet das kleine Mädchen völlig eingeschüchtert. „Davon habe ich aber nichts gesehen“ schreit er sie an und dreht sich um. Das kleine Mädchen fängt an zu weinen und ihre ungefähr gleichaltrige Freundin kommt sie trösten. „Traurig aber wahr. Auf der einen Seite geht es um den großen Sport und den großen Spaß am Schwimmen und auf der anderen Seite gibt es Leistungsdruck und Überforderung durch die Trainer“ erklärt mir Andrea in einem nachdenklichen Ton. „Dabei greifen die meisten Eltern nicht mal mehr ein, da sie selber nur noch den Erfolg im Auge haben. Der Spaß kommt da meistens leider zu kurz. Doch das wollen wir unseren Kindern nicht antun. Wir haben den Spaß am Schwimmen und den Spaß an der Bewegung in den Vordergrund gestellt“ lächelt sie mich an.

„Ich rufe auf: Wettkampf 3, Lauf 1“ ertönt eine freundliche Frauenstimme aus den Lautsprechern. „Bahn 1, Katharina Böse, SV Rheine. Bahn 2, Jana Töns, Wasserfreunde Atlantis Lembeck. Bahn 3, Laurie Krausa, SV Gladbeck. Bahn 4, Marie Bachmann, SV Olympia Borghorst. Bahn 5, Lisa Reimann, SG Schwimmen Münster. Bahn 6, Sarah Kirchmann, Bocholter WSV“ Alle Schwimmer gehen zu dem jeweiligen Startblock. Vor ihnen liegt das 25m lange Becken, welches mit Leinen zu 6 Bahnen eingeteilt ist. Die Startblöcke sind nummeriert und Jana steht bei dem Zweiten, da sie auf Bahn 2 schwimmt.
Bei der DMS ist es nicht so wie bei anderen Wettkämpfen, dass die Läufe so eingeteilt sind, dass jeder mit ungefähr gleich schnellen Schwimmerinnen schwimmt. Sondern, dass von jedem Team jeweils ein Schwimmer startet. Egal wie schnell er ist. Bewertet wird nach Punkten. Diese werden von der DSV-Punktetabelle berechnet. Am Ende kann man so sehen, wer die meisten oder wenigsten Punkte hat und somit auf- oder absteigt. Das führt dazu, dass Jana jetzt die zweit jüngste in diesem Lauf ist und alle anderen einen Kopf größer sind. Doch das stört sie jetzt nicht. Sie setzt ihre verspiegelte Taucherbrille auf und zieht sie noch einmal stramm. Dann ertönen drei kurze Pfiffe und ein langer. Alle 6 Schwimmerinnen steigen auf die Startblöcke. Mit den Händen halten sie sich darunter fest, sodass jeder in gebückter Haltung steht. „Auf die Plätze“ schreit ein Mann im weißen T-Shirt. Dann noch ein kurzer Pfiff und alle springen im gestreckten Sprung ins Becken.

Jana taucht nach einer circa 10m langen Tauchphase wieder auf und fängt mit dem Delphinschwimmen an. „Hey Jana“ schreit der Rest des Teams der Wfr. Atlantis Lembeck. Alle 10 stehen mit ihren neuen T-Shirts am Beckenrand und schreien ihr zu. Dadurch entsteht ein unbeschreibliches Gefühl. Ein Gefühl von Zusammenhalt und Teamgeist. Alle fiebern mit und gucken immer wieder auf die riesige Zeittafel die an der gegenüber liegenden Wand hängt. Nach den ersten 50 Metern liegt Jana mit 33,48 Sekunden auf Platz 3. „Das ist neue Bestzeit von Jana“ freut sich Andrea. Ein Grund mehr sie noch mehr anzufeuern. Das Team der Lembecker, ist das Team, welches seine Schwimmer immer am meisten anfeuert. Alle anderen gehen da nicht so mit. So wie die Zuschauer. Da Schwimmen normaler Weise ein Einzelsport ist, dort aber als Mannschaftssport ausgetragen wird, gibt es bei der DMS nicht viele Zuschauer. Das stört die Mannschaften aber eigentlich nicht, dafür haben sie ja ihr Team. Jana kämpft weiter. Die DMS ist für die Wasserfreunde der wichtigste Wettkampf im Jahr. Sie bereiten sich darauf das ganze Jahr vor und jeder gibt sein Bestes. Dafür trainieren sie teilweise bis zu 4 Mal die Woche. Jana ist mittlerweile bei der zweiten der vier Lagen angekommen. Rücken. Sie schlägt sich wacker aber die restlichen Talente im Wasser überholen sie schnell.

„Ich hoffe Jana holt gleich in Brust alles wieder auf“ hofft Sarah. Sie hält den jetzigen Punktestand in der Hand. „Wir sind im Moment auf Platz 3 von 6. Wenn wir so weiter machen, steigen wir nicht ab. Das wäre wunderbar, außerdem könnten wir die 14.000 Punkte Grenze schaffen.
Das wäre eine Verbesserung zum letzten Jahr“ lächelt sie. „Annika mach dich schon mal fertig“ befiehlt Andrea dem 13-jährigen Mädchen. „Die 100m Freistil sind gleich dran und denk dran, was ich dir beim Training gesagt habe. Immer die Arme schön nach vorne und danach die Druckphase bis hinten durchziehen“ erklärt sie. Annika nickt nervös. Beim Schwimmen geht alles immer schnell hintereinander. Sind die Ersten aus dem Wasser springen die nächsten schon wieder rein. Das habe ich hier schnell gemerkt.

Jana hat die Rückenhürde geschafft und kämpft sich gerade bei „100m Brust“ weiter. Sie hat den Rückstand wieder eingeholt und bewegt sich nun Richtung Platz 2. Die letzte Wende und sie schwimmt wie eine Kanone Freistil vorwärts. Die Muskeln bewegen sich ganz schnell und man kann deutlich sehen, dass es sie anstrengt. Aber sie sprintet ohne eine Erscheinung von Erschöpfung die „100m Freistil“ zu Ende, sodass sie im Endeffekt doch als 3. anschlägt. Gerade angekommen reißt sie sich die Badekappe ab und starrt auf die Zeittafel. 5:47,22 erscheint dort in roten Zahlen. Jana schmeißt die Arme in die Luft und strahlt. Sie steigt aus dem Becken und rennt zu ihren Teamkolleginnen. Alle freuen sich mit ihr und strahlen.
Für die Lembecker geht der Wettkampf noch weiter. Im Schnitt muss jeder circa 4-mal schwimmen und das meistens mit Erfolg. Am Ende des Tages geht es dann noch in das Dorstener Mc Donald’s, wo gefeiert wird, dass alle mal wieder ihr Bestes gegeben haben und der Verein mit 90% Sicherheit nicht absteigen wird. Im Restaurant bestaunen dann viele Leute die neuen Vereins- Shirts, die auf dem Rücken mit einer Schatztruhe und dem Namen „Atlantis Schätzchen“bedruckt sind.

Im Ganzen war der Wettkampf ein voller Erfolg, wo noch alle lange ein Lied von singen werden. Ein kleiner Verein schwimmt sich nach oben und das ohne Druck, aber mit viel Leistungsbereitschaft.

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