Ab in den Süden - super oder Tinnef?

Wo: Stadtspiegel Dorsten, Westwall 23, 46282 Dorsten auf Karte anzeigen

Joachim "Jo" (Gernoth) und Olaf (Hellenkamp) arbeiten für den STADTSPIEGEL Dorsten. So wöchentlich wie möglich verfassen sie das "Nicht ganz ernst gemeinte Streitgespräch". Diese Rubrik befasst sich mit den unterschiedlichsten Themen, die mit einem deutlichen Augenzwinkern aus den zwei Blickwinkeln "Alles super!" und "Alles Tinnef" betrachtet werden.

Heute geht´s um "Ab in den Süden"

Jo Gernoth sagt: Alles super!

Der Sonne entgegen

Aufgepasst: Ich bin mal für etwas. Im Winter in die Sonne zu entfliehen, finde ich toll. Ich finde, allein dafür hat sich die Erfindung des Reisejets schon gelohnt. Szenenwechsel: Graue Melancholie eines Novembertages. Das Auto springt nicht an, weil kühle, neblige Feuchtigkeit in die Zündanlage dringt. Kalte Füße, nasser Mantel: Der Husten plagt, der Schnupfen zwickt. Neonlicht im Büro und die Sonnenbank ist auch defekt. Im Internet lockt eine Woche Lissabon für 500 Euro. Ein Blick aufs Smartphone: 24 Grad, Sonne und wolkenloser Himmel. 90 Minuten Flugzeit und sie sitzen dort, wo Pessoa seine Bücher schrieb bei einem Wein und genießen Sonne und Meer. Reicht es? Schneemalheur und Winterreifen, Dauerregen und Mistwetter? Nix wie weg. Umweltfeindlich, weil mit dem Flugzeug? Ich würde auch mit der Bahn oder mit dem Schiff fahren, wenn es bezahlbar wäre. Ist es aber nicht. Also würde ich fliegen. Ich bin ein leidenschaftlicher Befürworter der warmen Auszeit im Winter. Sonne macht heiter. Das ist bewiesen. Und andere Länder öffnen die Horizonte. Also, Winterurlaub ohne Wintersport: Ja Bitte. Übrigens: Ich fahre auch gerne im Sommer weg. Wenn das Wetter schön ist, dann auch gerne ins Sauerland oder in den Harz. Und im Winter, da darf es auch der Ballerman sein. Ich muss ja nicht mitballern. Oder?

Olaf Hellenkamp sagt: Alles Tinnef!

Strand ist langweilig

Im Winter in die Sonne? Was ist denn jetzt los? Da habe ich Dich bis jetzt ganz anders eingeschätzt, Jo. Ich dachte bis heute, Du wärst der harte Naturbursche. Ein Typ, der Wind und Wetter trotzt. Ein Kerl, an dem sich (nicht nur) die Grippe-Vieren die Zähe ausbeißen. Der Chuck Norris aus dem Marienviertel. Statt dessen machst Du Dir Gedanken um Schnupfen, Sonnenbank und nasse Füße. Das gehört in unseren Breitengraden dazu. Damit sollte man sich einfach abfinden. So wie das alle Generationen vor uns auch getan haben. Nur, weil‘s im Süden etwas wärmer ist als bei uns, muss man nicht gleich in den nächsten Flieger springen und Tausende Liter Kerosin in die eh schon geschundene Atmosphäre blasen. Aufwand und Verschmutzung stehen in keiner Relation zum vermeintlichen Erholungswert. Lesen kann ich auch zuhause! Gut essen auch. Und tagelang am Strand rumlungern? Ob das den Horizont erweitert? Das glaube ich nicht. Ich würde schlichtweg durchdrehen. Nein, Sonne und Strand sind was für Langweiler. Wenn unser Klima es verlangt, dann schraube ich die Winterreifen ans Auto und stelle mich der Herausforderung. Sollte es mich doch mal in der Ferne locken, dann dorthin, wo der Winter die Landschaft noch fester im Griff hat. Ab nach Bayern! Und zwar mit der Bahn. Und im Gepäck: Familie und Skier.

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