Glücksbringer auf heimischen Dächern

Schornsteinfegermeister David Storks und Auszubildende Adirana Brasc fühlen sich in ihrer Rolle als Glücksbringer wohl.
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  • Schornsteinfegermeister David Storks und Auszubildende Adirana Brasc fühlen sich in ihrer Rolle als Glücksbringer wohl.
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  • hochgeladen von Olaf Hellenkamp

Dorsten. Schornsteinfeger sollen Glück fürs Neue Jahr bringen. An dieses Klischee vom schwarzen Mann bzw. Frau mit Zylinder und Drahtbürste glauben nicht unbedingt mehr viele Menschen, trotzdem freuen sich oft Jung und Alt, wenn der Schornsteinfeger gerade jetzt zum Jahreswechsel auftaucht.

Dass Schornsteinfeger neben vierblättrigen Kleeblättern, Marienkäfern oder rosa Schweinchen als Glückssymbol wahrgenommen werden, hat unterschiedliche Gründe. Zunächst einmal brachte der schwarze Mann Sicherheit und Glück ins Haus, da er mit seiner Arbeit Brände verhinderte. Das regelmäßige Kehren und Reinigen des Schornsteins beugte gefährlichem Rußbrand vor und bewahrte damit Leib und Leben, aber auch den Besitz der Bewohner.

Bereits im Mittelalter war es vorgeschrieben, dass die Bürger ihre Schornsteine mindestens zweimal im Jahr reinigen lassen mussten. Wer dieser Pflicht nicht nachkam und es entstand ein Schornsteinbrand, wurde mit mehreren Goldstücken Strafe belegt. Entwickelte sich aus dem Feuer eine folgenschwere Feuersbrunst, verhängten die Verantwortlichen schwere Strafmaßnahmen. Der Schornsteinfeger schützte also mit seiner Arbeit die Bürger vor Verlusten und einer möglichen Bestrafung. Damit war er ein gern gesehener Gast und sein Handwerk eine geschätzte Dienstleistung.

Gleichzeitig regte die schwarze Kleidung und das mit Ruß verschmierte Gesicht die Bevölkerung zu mystischen Geschichten und abergläubischen Spekulationen an. Der Schornsteinfeger soll als einst fahrender, schwarzer Geselle dem Teufel nicht unähnlich und daher in der Lage gewesen ist, böse Geister und den Teufel selber bezwingen zu können. Eine durchaus praktische Zusatzqualifikation.

Eine weitere Erzählvariante schreibt dem Schornsteinfeger eine besondere Rolle als Glücksbringer zum Jahreswechsel zu, da er früher als Erster im neuen Jahr vor der Türe gestanden haben soll, um Neujahrswünsche und seine Rechnung zu übergeben. Dies ist heutzutage jedoch nicht mehr der Fall.

Auf jeden Fall wünschen Schornsteinfegermeister David Storks und Auszubildende Adirana Brasc, die in den vergangenen Tagen auf den Dächern in Wulfen unterwegs waren, allen Bürgern einen guten Rutsch und viel Glück fürs neue Jahr!

Text und Foto: Bludau

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