GSW erhält Berufswahlsiegel
Wer bewertet Qualität der Berufs- und Studienorientierung an Schulen?

Oberstufenleiter Michael Andres, Abteilungsleiterin Katrin Pissarczyk sowie Studien- und Berufswahl-koordinator Lukas Wicik (von rechts) freuen sich über die erneute Verleihung des Berufswahlsiegels.
  • Oberstufenleiter Michael Andres, Abteilungsleiterin Katrin Pissarczyk sowie Studien- und Berufswahl-koordinator Lukas Wicik (von rechts) freuen sich über die erneute Verleihung des Berufswahlsiegels.
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Wer bewertet eigentlich die Qualität der Berufs- und Studienorientierung an Schulen? Für Schüler, Eltern und künftige Arbeitgeber eine wichtige Frage.

„Die Gesamtschule Wulfen und ihre Lehrkräfte leisten bereits Beachtliches, um den Übergang in Ausbildung und Studium vorzubereiten und so den Start in die Berufswelt zu erleichtern“, sagt Hermann Twittenhoff, Leiter der Gesamtschule Wulfen. Deshalb wird seiner Schule erneut das Berufswahl-Siegel der Arbeitgeberverbände, ein von der Bertelsmann-Stiftung initiiertes Projekt, verliehen.

„Die Rezertifizierung bestätigt, dass wir unseren Standard nicht nur gehalten, sondern unser Angebot bei der Berufs- und Studienorientierung noch erweitert und verbessert haben. Wir erhalten das Siegel für drei weitere Jahre“, freut sich Twittenhoff und ergänzt, dass dieses aussagekräftige Gütesiegel eine Art TÜV sei, um die Berufsorientierung transparent zu machen. Die Gesamtschule Wulfen sei seines Wissens bislang die einzige Schule in Dorsten, die diese Auszeichnung erhalten habe, weil sie sich mit ihren Maßnahmen sehr deutlich vom Durchschnitt abhebe sowie über geltende Vorgaben hinaus Konzepte entwickle und durchführe.

Eine ehrenamtliche Jury aus Vertretern von Unternehmen, Kammern und weiteren Institutionen beurteilt die bestehen-den und die geplanten Maßnahmen der Gesamtschule Wulfen.
Abgeschlossen worden ist das Bewerbungsverfahren durch ein Audit per Videokonferenz, bei dem die Jury (bestehend aus Heidi Bülow, Volkmar Schäpers, Janina Zaepernick und Brita Granica) Schüler (Dorian Fischer, Sean Kempf und Anahita Hussein aus der 10.4, Lina Groote (Q1) Eva Gruber (Q1) Mara Valdix (Q1) Tim Langenkämper (Q1) Linus Tepferd (Q1) Eric Pasov (EF) Lennard Till (EF)) und Kollegen der Gesamtschule (Katrin Pissarczyk, Anna Ziora, Melanie Schwering, Katlen Schwane, Lukas Wicik, Michael Andres sowie Fabian Maischak) und ebenso Karl-Heinz Zeegers von der Rebeq zu ihren Erfahrungen mit der Studien und Berufsorientierung (StuBo) an der Gesamtschule Wulfen befragt haben. Die Jury zeigt sich angetan von der Zugewandtheit der Schule zu ihren Schülern und dem breiten, relevanten Angebot der StuBo. „Die flexible und erfolgreiche Anpassung der StuBo auf die Bedingungen der Corona-Situation kam uns sicherlich zugute“, so die Abteilungsleiterin der Jahrgänge 9 und 10, Katrin Pissarczyk.

Dass ein Berufsorientierungsangebot ein wichtiger Standortfaktor sei, unterstreicht Schulleiter Hermann Twittenhoff: „Wir haben wieder viel getan für diese Auszeichnung, die uns zeigt, dass wir mit unseren Bildungsmaßnahmen richtig liegen. Für unsere Schüler wird ein Weg aufgezeichnet, den sie einschlagen können. Ende der Klasse 10 hat jeder Schüler mindestens einen Plan, wie es weitergehen kann. Das ist nicht von uns aufgezwungen, sondern mit uns erarbeitet.“ Dafür sorgen federführend an der Gesamtschule Wulfen die Abteilungsleiterinnen Katrin Pissarczyk und Astrid Markussen sowie die Beratungslehrer. Beispielsweise werden die Schüler im 7. und 8. Jahrgang im Projekt „Startklar“ fit für die Praxis gemacht. Sie lernen ihre Interessen, Stärken und Fähigkeiten kennen und können ausprobieren, welcher Beruf am besten zu ihnen passt.

„Mit dem Arbeitsamt ist die Zusammenarbeit der Jahrgänge 9 bis 13 besonders eng“, so Hermann Twittenhoff weiter. Dabei sollen Ängste und Hemmungen der Schüler bei der Kontaktaufnahme mit der Berufsberatung abgebaut werden. In Einzelgesprächen besonders mit den Beratungslehrern werden persönliche Interessen und Neigungen herausgefunden und kanalisiert. Die Schule verfügt über ein eigenes Berufsinformationsbüro, das mit mehreren Computerarbeitsplätzen ausgestattet ist. Hier finden in pandemie-freien Zeiten mehrmals wöchentlich Beratungssprechstunden durch eine Mitarbeiterin der Bundesagentur für Arbeit und durch Berufseinstiegsbegleiter statt. Sie helfen Schülern bei der Erstellung von Bewerbungen, sorgen für eine ansprechende schriftliche Gestaltung und geben auch allgemeine Bewerbungstipps.

Auch führen sie ein Assessmenttraining durch. Hier lernen Schüler das richtige Verhalten bei Bewerbungsgesprächen und bekommen Tipps für das Lösen von Aufgaben bei Bewerbungstests. Zwei Berufseinstiegsbegleiter sind zuständig für schwächere Schüler, die in eine Ausbildung nach den Klassen 9 oder 10 anstreben. Die Hilfe ist weit gespannt. Das beginnt bei einer ersten Berufsorientierung, geht über die Bewerbung bis zur Begleitung bei der Vorstellung im Betrieb. Auch über den Abschluss in der Schule hinaus betreuen die Berufseinstiegsbegleiter die Schüler bis zum Ende ihrer Ausbildung. Im Rahmen von „Projektkursen“ gibt es in der Oberstufe im Fachbereich Wirtschaft/Sozialwissenschaften das Angebot, sich mit Businessplänen zu befassen und eigene Geschäftsideen selbstständig zu entwickeln. Ergebnisse der Projektkurs-Gruppen werden Wirtschaftsfachleuten professionell vorgestellt und von diesen mit einem kritischen Feedback gewürdigt. „Dieses Netzwerk funktioniert wunderbar“, zeigt sich Hermann Twittenhoff sehr zufrieden und die Würdigung durch das Berufswahl-Siegel sei der Beweis dafür, dass die Maßnahmen der Gesamtschule Wulfen weit über den normalen Lehrplan hinausgehen und damit Kinder „vorbildlich“ auf ihre Zukunft vorbereitet würden.

Quelle: GSW

Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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