Bilanz nach 24.577 Verkehrsunfällen 2018 in Dortmund: "Es mangelt an Respekt"
22 Unfalltote: Polizei in Sorge

22 Tote musste die Dortmunder Polizei 2018 bei Verkehrsunfällen verzeichnen. Tatorte waren meist die Autobahnen für die das Präsidium zuständig ist. Zu hohes Tempo, zu wenig Abstand und Ablenkung waren Ursachen. 24.577 Unfälle (+572) waren es insgesamt in Dortmund.
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  • 22 Tote musste die Dortmunder Polizei 2018 bei Verkehrsunfällen verzeichnen. Tatorte waren meist die Autobahnen für die das Präsidium zuständig ist. Zu hohes Tempo, zu wenig Abstand und Ablenkung waren Ursachen. 24.577 Unfälle (+572) waren es insgesamt in Dortmund.
  • Foto: Archiv/ Polizei
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Mehr Schwerverletzte, mehr Verunglückte sowie verletzte Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer forderte der Verkehr 2018 in Dortmund. Anlass zur Sorge ist für Polizeipräsident Gregor Lange auch die von 21 auf 22 gestiegen Zahl der Menschen, die bei Unfällen ihr Leben verloren. "Hauptunfallursache sind unangepasste Geschwindigkeit, Ablenkung sowie verantwortungsloses Fahren an Baustellen und am Stauende", berichtet Lange und führt mangelnden Respekt und Verantwortungslosigkeit als Gründe an.

Auch mehr Verkehr und mehr Baustellen führen zu Unfällen, die sich ereigneten, obwohl die Polizei ihre Maßnahmen ausgeweitet hat. So gab es 2018 anstelle von 190.565 Tempo-Messungen 227.366. Verstärkt wird auch der mobile Anhänger zur Tempo-Überwachung eingesetzt. Die besorgniserregende Entwicklung "können und werden wir so nicht hinnehmen", betont der Polizeipräsident, "wir werden einen lange Atem brauchen und dran bleiben." Und er spricht von Verantwortung, sich nicht von Twitter, Sms oder Whats App ablenken zu lassen und setzt auf Prävention und Repression.
"Warum fährt ein Verkehrsteilnehmer in ein Stauende?", nennt Lange Folgen und erläutert, dass immer mehr von Brücken geblitzt werden. Zu wenig Abstand, zu hohes Tempo, Handy am Steuer und Videos im Führerhaus fallen dann auf.

Acht Tote auf Autobahnen

Allein auf der A1-Strecke zwischen Hamm und Wuppertal waren acht Tote 2018 zu beklagen. Mit vielen Maßnahmen und mehrsprachigen Schildern wurde reagiert und noch verlor in diesem Jahr niemand sein Leben auf diesem Stück Autobahn. "Doch das ist nur ein kleiner Schimmer der Hoffnung", findet Lange.

Immer mehr gaffen

"Was uns regelrecht ärgert und immer wieder mit Kopfschütteln zurück lässt, ist, dass wir es immer wieder mit Gaffern zu tun haben, die filmen und posten." Nicht nur für den Polizeipräsidenten, auch für die Unfallopfer und die Retter ein unerträgliches Verhalten.
Immer häufiger wird es mit 100 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Mit dem Filmen einer Unfallstelle und Rettungsszenen durch das Seitenfenster verstoße ein Fahrer nicht nur gegen die Verkehrsordnung, sondern bringe sich und andere in Lebensgefahr, heißt es in der Unfallbilanz der Polizei. Weiter: "Nicht selten entstehen innerhalb solcher'"künstlichen' Staus weitere Verkehrsunfälle."

Diskussion über Anstand

Zwar habe die Zahl der verunglückten Kinder und Jugendlichen abgenommen, doch gebe es laut Polizei in vielen Bereichen Anlass zur Sorge, insbesondere auf Autobahnen. "Das Verhalten zu verändern ist das Bohren ganz dicker Bretter", macht Lange klar und er fordert: ""Wir brauchen eine öffentliche Diskussion über Anstand und Respekt." Und der Polizeipräsident setzt auch auf die Mitfahrenden: "Beifahrer müssen auf fehlenden Sicherheitsabstand und zu hohes Tempo hinweisen, das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Risiko für Menschenleben", fordert der Polizeipräsident auf, zu intervenieren.

Führerschein einkassieren

Konsequent will die Polizei weiter gegen die Raser- und Tuning-Szene vorgehen. "Dass illegale Rennen nun eine Straftat sind, spielt uns in die Karten", sagt Gregor Lange, die härtere Sanktionierung mit dem Einkassieren der Führerscheine und das Konfiszieren von Fahrzeugen sei auch notwendig. Nach intensiven Kontrollen sei die Zahl der Beschwerden zurück gegangen, die Szene nicht mehr so auffällig.
"Rufen Sie die Polizei!", animiert Ralf Ziegler, Leiter der Direktion Verkehr, Zeugen, die eine Unfallflucht sehen, sich zu melden. "Die Zahl der Unfälle steigt, es werden Menschen verletzt, der Verursacher fährt einfach weg", hat Ralf Ziegler wenig Verständnis für die wachsende Zahl an Straftätern, die konsequent verfolgt werden.

Viele halten sich nicht an die Regeln

"Es gibt so viele Menschen, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. Wir müssen solche Verkehrsteilnehmer auf die Anklagebank setzen", fordert Gregor Lange. "Nicht situationsangepasste Geschwindigkeit" heißt im Präsidium eine Hauptunfallursache. Doch dass ein Tempolimit 130 km/h die Verkehrsprobleme lösen würde, daran glaubt er als Polizeipräsident daher nicht.
"Die Menschen sollten die Regeln beachten, das reduziert das Risiko", glaubt Ralf Ziegler, der Leiter des Bereichs Verkehr:  "Es gibt sehr viele, die bis an die Grenze gehen, die fahren bis zu 70 km/ in der Stadt, weil es erst danach einen Punkt gibt." Doch Unfälle passierten nicht einfach, sie werden verursacht. Meist durch Menschen. 

Verunglückte in Dortmund 2018: 
 2.297 (+100)
 Todesopfer 5
 davon 3 Radfahrer
 Schwerverletzte 275 (+44)
 Leichtverletzte 2017 (+56)
 377 Fußgänger (+21)
Radfahrer 447 (+68)
 Motoradfahrer 235 (+40)
Kinder 194 (-7)
Jugendliche 72 (-27)
Senioren 266 ((+17)
Menschen in LKW 206 (+42%)
auf Autobahnen am Stauende Verunglückte 455 (-69) 

Unfälle in Dortmund 2018: 
 24.577 (+572)
 1.825 mit Personenschäden
 am Stauende 299 (-1)
Es sterben 8 von 10 Fußgängern bei einem Zusammenstoß mit einem 65 km/h fahrenden Fahrzeug. Fährt dies nur 50 km/h überleben 8 von 10.
 Bei 5.763 Unfällen (+254) flüchteten Fahrer, 41,6 Prozent konnte aufgeklärt werden.
Lebensgefährlich: Wer nur eine Sekunde am Steuer bei 50 km/h auf sein Handy schaut, fährt 14 Meter "blind".

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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