Mehr Gewalt gegen die Polizei und mehr angezeigte Sexualdelikte
Weniger Straftaten in Dortmund

Im Polizeipräsidium Dortmund wurden im vergangenen Jahr 2 Prozent weniger Straftaten angezeigt, als im Jahr zuvor.
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  • Im Polizeipräsidium Dortmund wurden im vergangenen Jahr 2 Prozent weniger Straftaten angezeigt, als im Jahr zuvor.
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Immer mehr Polizisten werden im Job angegangen. Mit 740 Fällen von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nahm die Zahl der Delikte 2018 um 25 Prozent in Dortmund zu. Und das obwohl die Kriminalität in der Stadt nicht nur im vergangen Jahr, sondern seit 2014 kontinuierlich abnimmt und immer mehr Fälle aufgeklärt wurden.

Als Gründe, warum immer mehr Kollegen beleidigt oder angegriffen werden, sieht Polizeipräsident Gregor Lange nicht nur in einem wachsenden Mangel an Respekt, nicht nur im Straßenverkehr. Damit müsse man sich auseinander setzen und auch Gegenstrategien erarbeiten. Es gehöre nämlich nicht zum Job, dass man sich beleidigen oder angehen lassen müsse.

Kontrolldruck erhöht

"Wenn wir den Kontrolldruck verstärken, führt die aktive Polizeiarbeit zum direkten Kontakt, der dann auch als störend empfunden wird", nennt Lange einen weiteren Grund, dass Polizeipräsenz nicht bei jedem gut ankomme.
Die wachsende Gewalt gegen Polizisten, ist für Gregor Lange "bedenklich, und erschreckend". Immer mehr Einsatzkräfte werden im Dienst verletzt: "Das dürfen wir nicht hinnehmen",betont der Präsident. "Von 329 Tätern standen zwei Drittel unter Alkohol oder Drogen", weiß Walter Kemper, Leiter der Direktion Kriminalität von Angriffen auf Polizisten.


Aufklärungsquote auf Höchststand

Personelle Verstärkung, neue Ermittlungskommissionen und verstärkte Präsenz- und Kontrollkonzepte haben mit dazu geführt, dass die Zahl der angezeigten Straftaten von noch über 86.000 im Jahr 2014 im vergangenen Jahr auf 66.327 sank. Dies ist der niedrigste Stand seit 15 Jahren. "Die Aufklärungsquote ist auf einem Höchststand, wir haben dafür gesorgt, dass wir nicht das einzelne Delikt bekämpfen, sondern auch dahinter schauen", so Lange.
Gezielt gehe die Polizei gegen Straftaten vor, die das Sicherheitsgefühl beeinträchtigen. So verzeichnet die Bilanz des Präsidiums für 2018 einen Rückgang bei Gewaltkriminalität um 6,8 Prozent und bei Straßenraub um 11 Prozent. "Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungskommission "eine gute Performance hingelegt", kommentiert der Polizeipräsident den Rückgang der Straftaten um 7 Prozent. Über 36 Prozent der Einbruchsdiebstähle in der Nordstadt konnten die Kollegen aufklären, da dazu viele Beziehungstaten zählten.
Doch oft trüge das Sicherheitsgefühl: So hätten Frauen nachts Angst, in der Stadt unterwegs zu sein, "doch die sich am wenigsten fürchten, werden am häufigsten Opfer: junge Männer", stellt Kemper klar. Und auch überfallartige Vergewaltigungen im öffentlichen Raum seien mit sieben Fällen in Dortmund im vergangenen Jahr selten. "Die Gefahr, Opfer einer Vergewaltigung zu werden ist am größten, beim Partner oder bei jemandem, den ich kenne", erklärt der Leiter der Direktion Kriminalität.

789 Opfer von Sex-Delikten

789 Opfer von Sexualdelikten wandten sich 2018 in Dortmund an die Polizei, das sind 159 mehr als noch 2017. Dabei spiele das Angrapschen auch eine Rolle, welches als sexuelle Belästigung seit 2017 mit dem Paragraphen 184i geahndet wird. "Bei schweren Delikten mit Gewalt und Vergewaltigungen haben wir einen leichten Rückgang", sagt Lange und betont: "Wenn Opfer sich immer stärker und abwehrbereiter zeigen, will ich sie bestärken, sie sollen sich uns anvertrauen."
Die Polizei geht von einer spürbar erhöhten Anzeigebereitschaft der Opfer aus. Auch seien sexuelle Straftaten stärker in den Fokus gerückt. Dazu zählt auch Missbrauch. Von 185 dieser Fälle 2018 waren 118 angezeigte exibitionistische Handlungen.

Sicherere Nordstadt

Viel Zeit und Personal hat die Polizei investiert, um das Leben in der Nordstadt sicherer zu machen. Die Zahl der Straftaten ist hier 2018 auf 11.849 zurück gegangen, der niedrigste Wert seit fünf Jahren. "Wir tun unser möglichstes, die Bevölkerung zu schützen", sagt Lange und will dabei auch auf Videotechnik setzen. "Wir sind überzeugt, dass wir damit positive Effekte verbinden können", verweist er auf die Pläne auf der Münsterstraße, Vidiokameras  zu installieren, nicht nur zur Ermittlung, auch zur Abschreckung.

Zahlen zur Kriminalität in Dortmund 2018: 
Aufklärungsquote: 57 %
Straftaten 66.327
Straßenraub 379 (2017: 425)
Taschendiebstahl 2.119 (2607)
Wohnungseinbrüche 1.584 (2.024)
Sexualdelikte 789 (630)
Rauschgiftdelikte 4.383 (3.791)
Internet-Kriminalität 2.846 (+57 %)
Diebstähle 28.187 (-29,4 %)

Im Polizeipräsidium Dortmund wurden im vergangenen Jahr 2 Prozent weniger Straftaten angezeigt, als im Jahr zuvor.
Will zukünftig Bereiche, wo häufiger eingebrochen wird, stärker von Einsatzkräften kontrollieren lassen: der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange
Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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