In Dortmund mordet es sich gut

Die „Bloody Marys“ sind (v.l.) Eva Encke, Anne-Kathrin Koppetsch, Heike Wulf, Christina Füssmann, Sabine Deitmer und Sabine Ludwigs.
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  • Die „Bloody Marys“ sind (v.l.) Eva Encke, Anne-Kathrin Koppetsch, Heike Wulf, Christina Füssmann, Sabine Deitmer und Sabine Ludwigs.
  • Foto: Bloody Marys
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Sabine Ludwigs, Heike Wulf, Anne-Kathrin Koppetsch, Christina Füssmann, Sabine Deitmer und Eva Encke eint ein Ziel: Möglichst viele Menschen in Dortmund „um die Ecke zu bringen“ – zum Glück nur literarisch: Seit 2006 bilden sie die Dortmunder Gruppe „Bloody Marys“, die unter anderem für den guten Zweck lesen.

Gegründet wurden die „Bloody Marys“ 2006. Ursprünglich waren sie nur ein Duo: Sabine Ludwigs und Heike Wulf.
Heike Wulf kam 1967 in Hamm/Westfalen zur Welt und lebt seit 1995 in Dortmund. 1998 hatte sie ihren ersten Beitrag bei einem Wettbewerb eingereicht und gleich den ersten Platz gemacht. Zusätzlich ist sie Leiterin der Schreibwerkstatt die „Autorenbäckerei“, Patenleserin in der Stadt- und Landesbibliothek, Dozentin für Vortragsworkshops. „Edgar“, der lockere Dortmunder Autorentreff, wurde von ihr 2007 ins Leben gerufen.
Sabine Ludwigs ist die einzige Bloody Mary, die keine Wahldortmunderin ist, sonder eine „echte“ Dortmunderin, geboren in Hombruch. 2004 wandte sie sich dem Schreiben zu. Sie ist Gründungsmitglied der Dortmunder Autorinnengruppe „Bloody Marys“ und ergänzt die Krimiautorinnen „Duo-Exitus.“ „Meine Romane spielen hauptsächlich im Ruhrgebiet“, erklärt sie.
Gemeinsam hielten Heike Wulf und Sabine Ludwigs erste Lesungen ab. „Danach hatte Heike die Idee, die Gruppe zu erweitern“, beschreibt Sabine Ludwigs. „Uns waren Vielfalt und unterschiedliche Stile wichtig.“ Unter anderem kamen sie mit Anne-Kathrin Koppetsch ins Gespräch. Lange Jahre war diese als Pfarrerin zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Mitte-Nordost. Seit August arbeitet sie in der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde. Anne-Kathrin Koppetsch war von dem Konzept der „Bloody Marys“ sehr angetan. Sie hatten die Idee, ihre Kräfte zu vereinen, um Gutes zu tun, etwa durch Benefizlesungen. Auch Gabriella Wollenhaupt gehörte einige Zeit zu den „Bloody Marys“, ist aber mangels Zeit nicht mehr dabei.
Ihr Buch „Das Leben birgt ein tödliches Risiko“ vereint Kurzkrimis aller sechs „Bloody Marys“. Als Gast ist Sonja Rieckmann dabei. Neben den vielseitigen Geschichten kommt auch das Lokalkolorit besonders gut an. „Den Lesern gefällt es, wenn sie sagen können: In dieser Kirche habe ich gebetet oder an jenem Ort habe ich eine Pizza gegessen“, erklärt Sabine Ludwigs.
Die Lesungen finden zum Teil an ungewöhnlichen Orten statt. „Einmal waren wir sogar im Puff zu Gast. Bei der Gelegenheit haben wir auch die Tanzstangen ausprobiert“, erinnert sich Sabine Ludwigs schmunzelnd.
Die ehemalige Gerichtsreporterin Christina Füssmann gehört seit 2010 zu den „Bloody Marys“. Jahrelang hat sie im Landgericht gesessen und Dortmunder Kriminalgeschichte aufgeschrieben. Seit sie in Rente ist, schreibt sie ihre eigenen Geschichten. Wenn der ein oder andere Fall Ähnlichkeit mit wahren Gerichtsfällen hat, so ist das kein Zufall.
Eva Encke ist Ärztin und schreibt schon seit ihrer Schulzeit. Sie steht seit 2000 regelmäßig auf der Bühne. Ihre Leidenschaft gilt den Dialogen und den zwischenmenschlichen Komplikationen. Mitglied der „Bloody Marys“ ist sie seit 2011 und zeigt ihre kriminelle Ader mit viel Humor.
Die 1947 in thüringischen Jena geborene Sabine Deitmer schrieb ihre Magisterarbeit über die Darstellungsstrategie des Detektivromans. Mit ihren Mordgeschichten, in denen Frauen lästige Machos lässig und ungestraft ins Jenseits befördern, schuf sie ein Sub-Genre, das in der Folge viele Autorinnen variierten. Für ihre Romane erhielt sie unter anderem den Deutschen Krimipreis.
In naher Zukunft ist eine Änderung bei den „Bloody Marys“ geplant. Sabine Ludwigs will nicht zu viel verraten, nur so viel: „Es wird erfreulich sein.“

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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