Vom schönsten Geräusch bis zum Tier, das am besten hört
Umweltpreis an Kinder verliehen

Für ausgezeichneten Umweltschutz übergab Bürgermeisterin Birgit Jörder im Rathaus für beispielhafte Projekte zum Thema "Mal laut, mal leise" Preise.
  • Für ausgezeichneten Umweltschutz übergab Bürgermeisterin Birgit Jörder im Rathaus für beispielhafte Projekte zum Thema "Mal laut, mal leise" Preise.
  • Foto: Schmitz
  • hochgeladen von Antje Geiß

„Mal laut, mal leise – Die Welt ist voller Gegensätze", lautete das Motto des Umweltpreises der Stadt zum Thema Lärm. Jetzt wurden die Gewinner des Bürgerumweltpreises und des Kinder- und Jugendumweltpreises ausgezeichnet.
In diesem Jahr gab es weniger Bewerbungen als zuvor, obwohl die Klima-Diskussion den Umweltschutz in den Fokus gerückt hat. Daher wurde als Thema für das kommenden Jahr steht mit Plastikmüll ein populäres Thema gewählt.
500 Euro erhält beim Bürgerumweltpreis der Verein Querwaldein. Denise Marquardt hat ein pädagogisches Konzept zum Thema „Mal laut, mal leise – im Wald“ entwickel und mit vier Kitagruppen naturpädagogisch im Süggelwald umgesetzt. Ebenso hat sie eine 5-tägige Kinder-Ferienfreizeit am Schultenhof als Musikwerkstatt durchgeführt.
Beim Kinder- und Jugendumweltpreises zeigen alle eingereichten Beiträge, dass das Thema mit viel Engagement und großer Begeisterung bearbeitet wurde.

Schwer Hörbares erforscht

1.600 Euro bekommen die Eliaskinder "Zum Förderturm", die sich mit der Welt der Geräusche im Kindergarten auseinandergesetzt haben. Zunächst wurde die Funktion des Ohrs untersucht. Danach untersuchten die Kinder Geräusche und Lautstärken. Mit einem Richtmikrofon nahmen die Kinder draußen schwer Hörbares auf und die Kinder haben ein Spiel „Was hörst Du da?“ entworfen.
Die Kinder haben dafür Geräusche aus dem Kindergarten aufgenommen und ein Foto von der Geräuschquelle gemacht. Hier spielten die Kinder eine Art Geräuschmemory. Auf einem Spaziergang außerhalb des Kindergartens haben die Kinder ebenfalls mit der Lautstärkeskala Geräusche eingeordnet. Zum Abschluss wurden mit den Kindern Maßnahmen zur Lautstärkereduzierung besprochen. Die Kinder haben für sich Lösungen erarbeitet, um sich vor zu viel Lärm in der Kita zu schützen oder den anderen Kindern mitzuteilen, dass es ihnen zu laut ist.

1.500 Euro bekamen die NABU-Kids, die das Hörspiel „Unerhörtes Dortmund“ auf CD aufgenommen haben. In einer Geschichte wurden in Dortmund Orte mit vielen Geräuschen, Tönen, Lärm und Stille dargestellt. Mit Lärmpegelmessgeräten wurden Messungen durchgeführt und die Ergebnisse in einer Lärmkarte festgehalten. Die älteren Kinder haben die Ergebnisse in einer Geschichte festgehalten und daraus ein „Drehbuch“ geschrieben. Schöne, ruhige Orte wurden besonders auf der Karte gekennzeichnet. Ebenfalls die lauten, störenden Geräusche.
Die zukünftigen Schulkinder der Kita an der Kuithanstraße haben sich mit dem Thema Lärm auseinandergesetzt. Ihr Projekt wurde mit 1.300 Euro Preisgeld hononiert.  Eine Gruppe der Kinder hat die Lautstärke in der Kita untersucht. Mit einem Schallpegelmessgerät gingen die Kinder durch die Kita und haben die Lautstärke gemessen. Die Kinder stellten fest, dass ihnen eine leise Umgebung besser gefällt. Es wurden Lösungsansätze für eine leise Umgebung gesucht. Eine weitere Gruppe hat sich mit Lärm in der Umwelt beschäftigt. Dafür besuchten die Kinder die Ausstellung der DASA. Auch hier haben die Kinder Lösungsansätze für eine leisere Umwelt gesucht. Die dritte Gruppe setzte sich mit dem Thema „Ohr“ auseinander.

Niemand soll unter Lärm leiden

Ohrenkrankheiten aber auch die Ohrhygiene waren hier Ansatzpunkte. Das Thema der vierten Gruppe konnte leider nicht realisiert werden, da organisatorisch der Zoobesuch erst nach Abgabe des Wettbewerbsbeitrages erfolgen kann. Rückblickend hat die Kita Maßnahmen ergriffen, damit niemand unter Lärm leidet und jeder weiß, wann er auch laut sein darf.
Ganz schön laut ist es rund um die Kita Humboldtstraße, die 1.200 Euro gewann. Die Kita liegt in unmittelbarer Nähe zu den Städtischen Kliniken. Daher haben sich die Kinder mit dem Thema Lärm in unmittelbarer Umgebung in der Innenstadt auseinandergesetzt. Bei einem Spaziergang wurden der Lärm des Straßenverkehrs und die Ruhe der Grünanlagen bewusst verglichen.
Die Geräusche der unterschiedlichen Verkehrsmittel wurden gegenübergestellt. Auch Abrissarbeiten an einer Baustelle wurden gehört und beobachtet.

Lärmampel in der Kita

In der Kita selbst wurde der Lärm mit einer Lärmampel untersucht. Auf einer Exkursion haben die Kinder einen Imker besucht, um die leisen Tiere zu untersuchen. Während der Waldwochen wurde bewusst der Gegensatz zur lauten Umgebung in der Innenstadt gesucht und untersucht.
Die Kinder nahmen aufmerksam die Geräusche des Waldes wahr. Es wurde genau hingehört und Tiere und Pflanzen beobachtet. Von einer Baumrinde wurde ein „Abdruck“ gemacht und daraus entstand ein tolles Kunstwerk. Mit den Eltern wurden an einem Nachmittag gemeinsam zwei Spielstationen für das Außengelände gebaut. Es entstand ein Klangwand, die hauptsächlich aus nicht benötigten Alltagsgegenständen oder aus Abfallprodukten hergestellt wurde. Daneben wurde ein Schlauchtelefon gebaut, das aus einem Gartenschlauch und Trichtern bestand. Das Schlauchtelefon wurde über eine längere Strecke auf dem Gelände der Kita gespannt und mit Stützpfeilern über das Grundstück der Kita geführt.

Stiller Spaziergang

Mit dem Maskottchen Manfred, dem Maulwurf, erkundeten die Kinder des Familienzentrums Siepmannstraße an sechs Tagen lautes und Leises. Sie freuen sich über 900 Euro Preisgeld.  Es wurde zunächst ein stiller Spaziergang unternommen, bei dem Geräusche in der Umgebung gesucht wurden. Die Kinder malten die Geräusche auf, die sie gehört hatten. Danach wurden Geräusche in der Kita gesucht. Dafür wurden den Kindern die Augen verbunden. Die Kinder erzählten von den Geräuschen dem Maskottchen. Auch die Funktion des Ohrs wurde untersucht. Die Bestandteile des Ohrs wurden visualisiert und die Schwingungen des Schalls im Ohr besprochen. Danach wurde das Tier gesucht, das am besten hören kann. Dafür wurde der Maulwurf besonders beobachtet. Aus ihren Beobachtungen und Ergebnissen haben die Kinder die Geschichte „Manfred Maulwurf sucht das schönste Geräusch…“ geschrieben.

Kinder erfanden Körpersprache
800 Euro gab's für das Kindernest Sterntaler. wo sich Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren mit dem Thema auseinandersetzten. Aus der Bibliothek hat sich die Kita für das Thema eine Bücherkiste zusammenstellen lassen. Eine Lärmampel wurde im Kindergarten eingeführt und Ohrenschützer eingesetzt. Die Geräusche und die Erlebnisse der Kinder bei der Sprengung des Kraftwerkes Knepper wurden besprochen. Ein Spaziergang wurde zu einer Straßenbaustelle unternommen.
In der Kita erfanden die Kinder eine Körpersprache, mit der sie versuchten ohne Laute zu kommunizieren. Das Projekt beinhaltete auch ein Waldwoche mit dem Thema „Horch, wie klingt der Wald?“ Hier wurden die Kinder für die Geräusche im Wald sensibilisiert. Die Kinder bemerkten, dass im Wald auch „fremde“ Geräusche zu hören waren, wie z.B. die Autobahngeräusche. Nach der Waldwoche bauten die Kinder aus einem Karton und mitgebrachten Naturmaterialien aus dem Wald und anderen Gegenständen aus der Kita den Wald nach und visualisierten so alle Geräusche.

Lumiland plant Lauter- und Leiser-Tag 

600 Euro belohnen die Kita-Kinder im Lumiland, die zunächst auf einem Plakat die Gegensätze von laut und leise darstellten. Es wurde eine Collage angefertigt mit Bildern, die die Geräusche symbolisch darstellen sollten. In Gruppengesprächen sind die Kinder auf ihre Gefühle zu den jeweiligen Geräuschen eingegangen und haben diese auf einem Plakat festgehalten.
Verschiedene Körperteile wurden für die Erstellung der Geräusche eingesetzt. Aus einem Bogen Papier wurde ein Hörrohr gebastelt und festgestellt, dass sich die Geräusche damit intensiver und differenzierter wahrnehmen lassen. Die Kita plant demnächst einen „Laut“-Tag und einen „Leise“ Tag.

Ruhige Oase im Getümmel

Das Familienzentrum an der Lünener Straße hat sich mit dem Projekt „Nordstadtbienen – Unsere ruhige Oase im Großstadtgetümmel“ auseinandergesetzt. Im Zentrum des Projektes, das mit 600 Euro belohnt wurde, stand das Umgraben der Fläche, das Aussäen der Samen, die Pflege der Wildblumen. Es wurden mit den Kindern Insektenhotels gewerkelt, ein Igelhotel zum Überwintern eigerichtet, eine Schmetterlings-Futterstation gebaut, Futterhäuschen für Vögel gezimmert und ein Komposthaufen angelegt.
Unzählige Bienen, andere Insekten und andere Tiere wie Vögel, Mäuse und Schmetterlinge nutzten die Wiese als Nahrungsquelle. Im nächsten Jahr veranstaltet das Familienzentrum eine Frühjahrspflanzaktion mit den Eltern und den Kindern und erweitert die Wiese um 20 bis 30 Quadratmeter.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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