neues Hafenquartier Speicherstraße
Die H-Bahn wird's schon richten

Die H-Bahn soll auch zum Hafen fahren. Sie dominierte den 8. Bürger*innen-Dialog zum Hafenquartier Speicherstraße am 14. Juni mit dem Schwerpunkt "Möbilitätskonzept".

Derzeit läuft die Bauleitplanung zum Quartier östlich des Hafenbeckens, in dem unter anderem Gewerbe, Gastronomie, eine Berufsschule und das Dortmunder Systemhaus eine neue Heimat finden sollen. Drei Vorträge zum Stand des Mobilitätskonzepts, zur ÖPNV Planung der DSW21 und zur Geschichte der H-Bahn ließen den über 80 Teilnehmer*innen nur wenig Zeit für zahlreiche sachkundige Fragen, die nur teilweise beantwortet wurden. Der Chat quillte über.

Dominiert wurde die ganze Veranstaltung von der H-Bahn-Trasse, die vom HSP-Smart Rhino-Gelände über eine ehemalige Güterbahntrasse zunächst bis zur U-Bahn-Station Hafen laufen soll. Während der Leuchtturmcharakter einer H-Bahn am Hafen mehrfach betont wurde, blieben die Expert*innen bei den Nachfragen zu Kosten und Wirtschaftlichkeit sehr vage. Keine Antwort gab es auf die Frage nach dem Realisierungszeitpunkt einer Weiterführung der Bahn über das Speicherstraßengelände bis zur U-Bahn-Station Fredenbaum. Dieser Abschnitt wird derzeit lediglich "perspektivisch gedacht". Macht eine H-Bahn aus Richtung Dorstfeld überhaupt Sinn, wo doch die Hauptpendlerströme vom Hauptbahnhof her kommen?

So bleibt für die konkrete Mobilitätsplanung der Spatz in der Hand. Die zukünftige Buslinie 413 wurde positiv wahrgenommen. Sie verkehrt zwischen Hauptbahnhof, südlicher und nördlicher Speicherstraße zum Fredenbaum (U-Bahn). Wie die Buslinie mit der U-Bahn Station Hafen verknüpft werden kann, so dass ein kurzer und sicherer Umstieg möglich ist, wurde nicht erläutert.

Die Perspektive für Radfahrer*innen ist eher enttäuschend. Der Radverkehr soll nur neben der Hauptstraße stattfinden dürfen. Die Probleme der Anbindung des neuen Quartiers an sichere Radrouten wurden von den Planer*innen zwar erkannt (Mallinckrodtstraße und Schäferstraße als Barrieren), es kamen aber (noch) keinerlei Lösungsvorschläge.

Für die Fußwege gilt das gleiche. Sicherlich wird das Flanieren auf der Mischverkehrsfläche und entlang der Hafenpromenade sehr angenehm werden. Aber wie komme ich zügig und sicher dahin? Von den U-Bahn-Stationen sind die Fußwege lang. Zudem liegt die Station Hafen mitten in der Autobahn. Die Querung für Zufußgehende dürfte bei höheren Pendlerströmen noch gefährlicher werden als jetzt schon. Auch dazu keine Aussage der Planer*innen.

Bleibt dann noch das Auto. Da waren die Planungen schon konkreter. Zwei riesige Parkhäuser soll es in jedem Fall geben für bis zu 2700 Autos am Tag. Das ließe sich noch planrechtlich auf knapp 1500 Autos reduzieren, wenn es eine gut ausgebaute Radverkehrs- und ÖV-Infrastruktur gäbe.
Inwieweit die Projektverantwortlichen daran überhaupt interessiert sind, war für das Publikum schwer auszumachen. Von den Höhen der H-Bahn aus betrachtet, sind die Probleme am Boden ja auch ziemlich klein. (16.6.21, Bild: Hans-Georg Schwinn)

Autor:

Hans-Georg Schwinn (für Bündnis 90/Die Grünen Dortmund-Innenstadt Nord) aus Dortmund-City

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