Dortmund wählt rot

Glückliche Gesichter bei der SPD: Fraktionschef Ernst Prüsse und Parteichef Franz-Josef Drabig bedanken sich bei allen Wahlkampfhelfern.
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  • hochgeladen von Antje Geiß

Ganz klar: Dortmund bleibt SPD-Hochburg. Aus dem breiten Grinsen wird ein strahlendes Siegerlächeln, als der bisherige SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse Sonntagabend das Wahlergebnis auf der Leinwand im Rathaus auftauchen sieht. 43,7 Prozent. Das hätte er nicht gedacht. „Das ist ein schöner Tag, nicht nur für die SPD, sondern für ganz Dortmund“, sagt er. „Die Dortmunder bewerten sachliche Themen und nicht Skandalgeschichten“, so seine Erklärung für das fabelhafte Abschneiden der Genossen. Und doch ist er überrascht, mit 37 Prozent hätte der SPD-Recke gerechnet, aber 44? „Grandios“, freut er sich, „mir ist das wiederholt im Straßenwahlkampf bestätigt worden, das wir vernünftige Politik machen “, meint er.

"Wahlbeteiligung katastrophal"

Doch nur jeder dritte Dortmunder ist Sonntag überhaupt ins Wahllokal gegangen. Die Beteiligung war mit gerade mal rund 147.738 Wählern (451.439 waren wahlberechtigt) so gering wie nie.
„Katastrophal“, findet Steffen Kanitz, CDU-Kreisverbandsvorsitzender, die Wahlbeteiligung die bei rund 33 Prozent liegt. „Alles unter 40 Prozent hat mit Demokratie nichts zu tun“, fügt sein Kontrahent Prüsse hinzu. „Sieben Wahlen in drei Jahren“, findet Kanitz eine Erklärung dafür, warum so wenige Dortmunder ihren neuen Rat mitbestimmen wollen. „Die Leute interessieren sich nicht so für Kommunalpolitik“, sagt er auch. „Wir haben uns sicherlich mehr erhofft, auch zurecht“, kommentiert er die 27,2 Prozent für die CDU. „Wir müssen die Leute dafür sensibilisieren, dass die Kommunalpolitik ganz konkrete Auswirkungen auf sie hat“, so Kanitz.
Jubel, Sonnenblumen und Umarmungen bei den Grünen: Sie haben zugelegt und ihr gutes Ergenbis von 2009 noch mal um 4 Prozentpunkte getoppt. „Ich bin sehr zufrieden, die Arbeit ist honoriert worden", meint auch der Grüne Abgeordnete Mario Krüger zu 17,2 Prozent Stimmen für Bündnis90/Die Grünen, der nach 28 Jahren zum ersten Mal nicht mehr im Rat dabei sein wird.
Und während sich die grüne Fraktionsspitze bei allen bedankt, freut sich vor allem auch der bisherige Bezirksbürgermeister der Innenstadt-West, Friedrich Fuß, wahrscheinlich einen grünen Sitz zugelegt zu haben. Und rein rechnerisch, wenn man wieder mit der CDU gemeinsame Sache mache, könnte er direkt weitermachen. Doch heute wird gefeiert, gerechnet wird morgen. Für ein kurzes, friedliches Intermezzo sorgte die Antifa im Rathaus, die einen neuen Standort für das Camp fordert.

Das vorläufige Endergebnis der Wahl der Bezirksvertretungen Innenstadt-Nord, Innenstadt-West und Innenstadt-Ost:

In der Nordstadt waren 30.339 Dortmunder wahlberechtigt, gewählt haben 5071 wir folgt: 47 Prozent SPD, 19,5 Prozent Grüne, 15 Prozent CDU, 9,4 Prozent Die Linke, 3,3 Prozent Bürgerliste.

In der Innenstadt-Ost sind von wahlberechtigten 44.471 Bürgern 15.951 wählen gegeangen. 36,4 Prozent wählten SPD, 29,8 Prozent CDU, 22.8 Prozent Grüne und 4,3 Prozent Die Linke.

In der Innenstadt-West wählten 14.305 von 40.948 Wahlberechtigten wie folgt: 37,6 Prozent SPD, 30,1 Prozent Grüne, 20 Prozent CDU und 5,2 Prozent Die Linke.

Ernst Prüsse wieder Vorsitzender der SPD im Rat

Nach der Wiederholungswahl hat sich die SPD-Fraktion im Rat der Stadt erstmalig getroffen und ihre Fraktionsspitze konstituiert. Die SPD-Fraktion ist aus dem Wahlsonntag gestärkt mit zwei zusätzlichen Ratsmandaten hervor gegangen und umfasst jetzt 38 Ratsmitglieder. Ernst Prüsse wurde erneut zum Fraktionsvorsitzenden gewählt und erhielt 35 Stimmen der Fraktionsmitglieder.
Als seine drei Stellvertreter wurden Jutta Starke mit 38 Stimmen, Ulrike Matzanke mit 37 Stimmen und Norbert Schilff mit 37 Stimmen gewählt.
Die SPD-Ratsfraktion hat damit ihre Arbeit aufgenommen und wird sich in den nächsten Tagen bis zur ersten Ratssitzung am 13. September weiter konstituieren.

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