Gut besuchte Filmpremiere "Wer rettet wen?": Die Krise als Geschäftsmodell - Alternativen sind möglich

Filmpremiere "Wer rettet wen?": Die Krise als Geschäftsmodell
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Am Donnerstag fand im Roxy Kino in Dortmund, wie in über 200 weiteren europäischen Spielstätten, die Premiere des Films "Wer rettet wen?" statt. Im Anschluss an der sehr gut besuchten Filmpremiere fand noch eine offene Diskussionsrunde unter der Leitung der örtlichen Attac-Gruppe statt.

Der Film (109 Minuten) arbeitet kurzweilig sehr gut die Zusammenhänge und Hintergründe der aktuellen Finanzkrise auf und zeigt deutlich wer tatsächlich wen rettete. Nicht die Menschen wurden gerettet, sondern die Banken und Versicherungskonzerne.

Erst half Mario Draghi als Goldman Sachs Verantwortlicher zum Beispiel Griechenland mit Derivatentricks in den Euro zu schummeln, um nun als EZB-Präsident das griechische Volk für die Banken im wahrsten Sinne des Wortes bluten zulassen. Vor diesem Hintergrund sind auch aktuelle Entscheidungen der neuen, linksgerichteten Regierung Griechenlands nachvollziehbarer. So verloren zum Beispiel die griechischen Sozialkassen im Gegensatz zu den europäischen Banken und Versicherungskonzernen 70 Prozent ihrer Einlagen. Da wird wohl nachvollziehbar, warum die neue Regierung die Renten bis zu einer Höhe von 710 Euro erhöhen will, damit nicht die Ärmsten der Armen die Banken rauskaufen.

EZB-Präsident: "Abschied vom europäischen Sozialmodell"

Letztlich soll die von den Banken verursachte Staatsschuldenkrise, den nur durch die Rettung der Banken sind die Staatsschulden explodiert, zur generellen Vernichtung des europäischen Sozialstaatsmodells genutzt werden. Quasi die Krise als Chance für den neoliberalen Generalangriff. "Die Rettung des Euro werde viel Geld kosten. Das bedeutet auch vom europäischen Sozialmodell Abschied zu nehmen. Es gehört der Vergangenheit an.", so Mario Draghi im Wall Street Journal bereits am 13.02.2012. Selbstverständlich hat dieser Mann keinerlei demokratische Legitimation. Er ist ein Technokrat der Banken und Versicherungskonzerne.

Der Film Wer rettet wen? zeigt aber auch Alternativen auf. So wurde zum Beispiel in Island die Bankenkrise ganz anders gelöst. Schrottbanken wurden in einen nationalen, gesunden Teil, der die Bevölkerung und die Unternehmen weiter mit Geld versorgt und einen maroden, den internationalen Finanzinstituten und Zockerbuden gehörenden Teil aufgeteilt. Und siehe da: Kein Untergang des Abendlandes. Das Land erholt sich während Griechenland, Spanien oder Irland unter der Zins- und Schuldenlast seiner Gläubiger zusammenbrechen, obwohl jedem klar ist, dass diese Schulden niemals zurückgezahlt werden. Niemals.

Der Widerstand wächst

Obwohl der Film wohl Ende Dezember 2014 fertiggestellt wurde, taucht an einer Stelle bereits Alexis Tsipras auf, der nun im Jahre 2015 der neue sozialistische Ministerpräsident Griechenlands ist. In Spanien organisieren sich die von den Banken über den Tisch gezogenen Bürger der Mittelschicht und haben mit der Bewegung Podemos eine reale Chance bei den nächsten Wahlen die stärkste Partei Spaniens zu werden. Der Widerstand wächst in ganz Europa. Eine andere Welt scheint möglich.

Wer rettet wen? - Trailer

Der Film zur Bankenkrise: "Wer rettet wen?" | Kulturjournal | NDR

Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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