Die Stadt hat ihr erstes Ziel an der Kielstraße 26 erreicht
Hochaus komplett gekauft

Rechnen im Frühjahr 2021damit, dass das verlassene Hochhaus an der Kielstraße endlich abgerissen werden kann: Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Planungsdezernent Ludger Wilde, Baudezernent Arnulf Rybicki, Amtsleiterin Susanne Linnebach, Sebastian Kröger von der Stadterneuerung und Quartiersentwicklung, Reiner Limberg von der Immobilienwirtschaft, Marita Köhler von den Liegenschaften, Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder und Hausmeister Klaus Höveler.
  • Rechnen im Frühjahr 2021damit, dass das verlassene Hochhaus an der Kielstraße endlich abgerissen werden kann: Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Planungsdezernent Ludger Wilde, Baudezernent Arnulf Rybicki, Amtsleiterin Susanne Linnebach, Sebastian Kröger von der Stadterneuerung und Quartiersentwicklung, Reiner Limberg von der Immobilienwirtschaft, Marita Köhler von den Liegenschaften, Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder und Hausmeister Klaus Höveler.
  • Foto: Schmitz
  • hochgeladen von M Hengesbach

Die Stadt hat alle der insgesamt 102 Wohnungen im lange leerstehenden Hochhaus an der Kielstraße 26 gekauft. Der Abriss des grauen Riesen wird nun vorbereitet. Bis in die Ukraine musste die Stadt ihre Fühler ausstrecken, um an die letzte Wohnung zu kommen.

Nun kann endlich der erste Teilerfolg verkündet werden. „Ich bin froh, dass uns über diese lange Zeit nicht die Puste ausgegangen ist und wir beharrlich geblieben sind“ zeigt sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau erleichtert. 44 Eigentümer und viele weitere Beteiligte wie Banken, Behörden oder Erben waren einzubeziehen, damit die Wohnungen gekauft werden konnten. 2012 wurde eine „Regiestelle“ eingerichtet, um Licht ins Dunkel der Eigentümer, Schuldner und Gläubiger zu bringen. Vor drei Jahren gingen die ersten Wohnungen ins Eigentum der Stadt über. Nun konnte sie sich endlich mit dem letzten Besitzer einigen.
„Das Beispiel Kielstraße 26 zeigt, dass vernachlässigte Immobilien, im Besitz von Wohnungseigentümergemeinschaften eine besondere Herausforderung für das Eingreifen der öffentlichen Hand darstellen“ meint der Dezernent für Planen, Bauen und Umwelt Ludger Wilde, auch mit Hinblick auf weitere Problem-Immobilien in der Nordstadt. „Aber der langwierige Prozess, hat auch seine guten Seiten. Die Erfahrungen, die wir hier sammeln konnten, helfen uns im Umgang mit anderen Problemhäusern.“
Insgesamt kostete der Ankauf inklusive Nebenkosten und Beratung durch die Regiestelle etwa 650.000 Euro. Für die zwischenzeitliche Räumung im Auftrag der Stadt Dortmund waren weitere 160.000 Euro fällig. Über 80 Tonnen Sperrmüll und Unrat wurden beseitigt. Die Kosten werden vom Land mit 80 Prozent aus dem Stadterneuerungsprogramm bezuschusst. Insgesamt stehen der Stadt darüber für Ankauf und Abriss rund 2,3 Mio. Euro zur Verfügung.
Die Stadt bereitet nun den Abbruch des "Horror-Hochhauses" vor, indem weitere Gutachten eingeholt und Kosten ermittelt werden. „Ich gehe davon aus, dass der Rat 2020 den Beschluss für den Abbruch fasst. 2021 könnte der Abbruch erfolgen und eine positive Entwicklung des Areals Kielstraße 26 initiiert werden“, wagt Susanne Linnebach, Amtsleiterin der Stadterneuerung, einen Blick in die Zukunft.

Ein Blick zurück

• 1969 Erstbezug nach etwa zweijähriger Bauzeit.
• Anfang der 90er Jahre wurde das Hochhaus von der Eigentümerin verkauft und in Eigentumswohnungen aufgeteilt zunächst Eigentum „in einer Hand“.
• 1993 wurden die 102 Wohnungen an 44 Eigentümer und kleine Eigentümergemeinschaften aus dem süddeutschen Raum als Kapitalanlagen verkauft.
• Die Verkaufspreise standen in keinem ausgewogenen Verhältnis zu der in Teilen modernisierungsbedürftigen Immobilie.
• Gesetzlich festgelegte Mietpreis- und Belegungsbindungen zum Schutz der Mieter haben dazu geführt, dass die teils sehr niedrigen Mieten über zehn 10 Jahre nicht angehoben werden konnten.
• Erforderliche Modernisierungs-, Reparatur- und Wartungsaufträge für das Hochhaus e konnten von der Eigentümergemeinschaft aufgrund von teils erheblichen Zahlungsausständen nicht ausgeführt werden.
• Im November 2001 legte die Hausverwaltung ihr Mandat nieder.
• Im April 2002 wurde die Heizungs- und Warmwasserversorgung eingestellt. Der drastische Qualitätsverlust und die angekündigte Unterbrechung der Stromversorgung führten zum sukzessiven Leerzug der gesamten Immobilie.
• Am 21.11.2002 wurde das Hochhaus von der Stadt zur Sicherung geschlossen.

Bisherige Projektschritte

• Dezember 2007: Abschluss der Machbarkeitsstudie
• März 2009: Ratsbeschluss für die Vorbereitung des Eigentumserwerbes
• 2009 – 2011: Vorbereitung des Ankaufs
• Mai 2012: Ausschreibung und Beauftragung der Koordinations- und Regiestelle
• Dezember 2012: Ratsbeschluss über die Festlegung eines Stadtumbaugebietes
• Januar 2013: Die Koordinations- und Regiestelle nimmt ihre Arbeit auf
• Oktober 2015: Ratsbeschluss zum Erwerb der Wohnungen
• Dezember 2015: Vertragsabschluss für die ersten Wohnungen
• 2016 – 2017: Ankauf von 98 Wohnungen
• Ende Mai 2019: Ankauf der letzten Wohnung

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