Ohne Auto in die City: Dortmund wirbt fürs Umsteigen
Kampagne will Lust auf Radtour oder Spaziergang in die Innenstadt machen

Ein Still-Leben auf dem Wall, 1.000 Fahrradbügel in der City, Radstraßen und eine Radstation am Rathaus sind nur vier von 16 Maßnahmen, damit Dortmunder gern vom Auto auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel umsteigen. Jetzt startet eine Kampagne, bei der Dortmunder zeigen können, dass sie gern umsteigen. Zum Mitmachen laden ein (v.l.:) Andreas Meißner als Teamleiter der Projektgruppe Emissionsfreie Innenstadt, Moritz Busch von der Agentur CP/Compartner, Dr. Heinz-Josef Pohlmann von DSW 21, Jochen Plückelmann von CP/Compartner und Dezernent Ludger Wilde
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  • Ein Still-Leben auf dem Wall, 1.000 Fahrradbügel in der City, Radstraßen und eine Radstation am Rathaus sind nur vier von 16 Maßnahmen, damit Dortmunder gern vom Auto auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel umsteigen. Jetzt startet eine Kampagne, bei der Dortmunder zeigen können, dass sie gern umsteigen. Zum Mitmachen laden ein (v.l.:) Andreas Meißner als Teamleiter der Projektgruppe Emissionsfreie Innenstadt, Moritz Busch von der Agentur CP/Compartner, Dr. Heinz-Josef Pohlmann von DSW 21, Jochen Plückelmann von CP/Compartner und Dezernent Ludger Wilde
  • Foto: Roland Gorecki / Stadt DO
  • hochgeladen von Antje Geiß

Nicht auf der A40 sondern auf dem Wall plant Dortmund ein Still-Leben, wie im Kulturhausptstadtjahr. Nur Radfahrer und Fußgänger werden am Sonntag, 26. September, 2021 den Wall beleben. Autos werden vom City-Wall verbannt. Und dies ist nur eine von 16 Aktionen, um Dortmundern das Umsteigen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel schmackhafter zu machen. Denn die Luftqualität in der Innenstadt soll besser werden.

„UmsteiGERN. Du steigst um. Dortmund kommt weiter.“ Mit diesem Slogan sollen Dortmunder motiviert werden, sich mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Damit das gelingt, sucht die Stadt auf dem Weg zur emissionsfreien Innenstadt Botschafter, die mit Geschichten zu ihrer Verkehrsmittelwahl für klimafreundliches Mobilitätsverhalten werben: Pendler, die Park+Ride nutzen, Radfahrer aus Leidenschaft, überzeugte E-Autofahrer oder routinierte Bus- und Bahnnutzer.

Einmal ohne Auto zur Arbeit

"67 Prozent kommen heute schon umweltfreundlich in die City, wir haben uns das Ziel gesetzt in zwei bis drei Jahren auf 75 Prozent zu kommen", stellt Plaungsdezernent Ludger Wilde das Vorhaben der Stadt vor. Das klinge erstmal wenig - sei aber viel. "Das Ganze gelingt nur", weiß Wilde, "wenn wir die Menschen mitnehmen." Folgende Maßnahmen sind in Dortmund geplant, um das Umsteigen auf dem Weg in die City vom Pkw aufs Rad, die Bahn oder den Bus zu erleichtern:

  •  Umbau des Schwanen- und Ostwalls zum Radwall
  •  Gestaltung der Nord-, Krim- und Leuthard- sowie der Arndtstraße als Fahrradstraßen
  •  Querung des Walls für Fußgänger in einer Grünphase
  •  Bau einer Park & Ride-Anlage mit Bike & Ride-Angebot am S-Bahnhof Kley
  •  Zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder
  • Bau einer Radstation am Rathaus 2022
  • Begrünung rund um den Wallring
  •  Machbarkeitsstudie für den Umbau des Wallringes zum Vorteil der Radfahrer

Mobilitätsmanagement:

  • Beratung für Beschäftigte und Besucher der City
  • Weniger Hol- und Bringverkehr an Kitas und Schulen
  • Nahmobilitätskonzepte für das Klinik- und für das Brügmannviertel rund um die Berufskollegs

Förderung der e-Mobilität:

  •  Bau eines Mikrodepots für emissionsfreien Lieferverkehr am Ostwall
  •  Bevorrechtigung von E-Taxen am Hauptbahnhof
  •  Förderung und Zertifizierung von Elektromobilität bei Dienstleistern und Handwerkern
  •  Dialogveranstaltungen

Die Europäische Union und das Land unterstützen die 16 Maßnahmen des Förderprojektes mit 6,4 Mio.€, die Stadt trägt 1,4 Mio.€ dazu bei.
Erreicht wird das gesetzte 75 Prozent-Ziel, wenn Autofahrer jede fünfte Autofahrt in die Innenstadt durch ein klimafreundliches Verkehrsmittel ersetzen. Das bedeutet: Einmal pro Woche für den Weg zur Arbeit das Auto stehen zu lassen.

Dortmunder als Botschafter

„Mit der Kampagne zum UmsteiGERN wollen wir diejenigen zu umweltbewusstem Verhalten motivieren, die Wege aufgrund der Entfernung oder guter ÖPNV-Anbindungen auch zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bus und Bahn oder elektrisch zurücklegen können,“ erläutert Ludger Wilde. Deshalb ruft er Dortmunder auf, Botschafter zu werden.
"Das ist ein tolles Konzept" hat der Slogan „UmsteiGERN – Du steigst um. Dortmund kommt weiter.“ und das Konzept der Agentur CP/Compartner die Jury und den Dezernenten überzeugt. Und Stadtplaner Andreas Meißner verweist auf die integrierte Umsetzungstrategie, bei der auch der zukünftige Radschnellweg, für den ja bereits die Förderung vorliegt, durch die Innenstadt West und -Ost beworben wird.

Schulen und Firmen beraten

"1.000 Fahrradbügel werden in der City und den Quartieren drumherum installiert. Wir suchen zehn Unternehmen, die über Zuschüsse, Firmentickets und Abstellanlagen rund um umweltfreundliche Mobilität beraten werden", verrät Andreas Meißner Vorhaben. "Auch zehn Schulen und zehn Kitas werden beraten, wie sie das Problem Elterntaxi in den Griff bekommen können", nennt der Stadtplaner weitere Angebote.
Und Jochen Pückelmann von der Agentur CP/ Compartner ist überzeugt, dass die Zeit reif ist, etwas zu tun: "Angesichts der Klimaschutzdiskussion sind die Menschen bereit, etwas zu tun", sagt er,"dazu werden konkrete Angebote gemacht, um einen Ansatz zu schaffen, umzusteigen." Jeder könne einen kleinen Beitrag leisten.

Erfolgsgeschichte erzählen

Denn jeder habe seinen Grund umzusteigen und die eigene Erfolgsgeschichte soll erzählt werden.
"Ab dem 24. März wollen wir Geschichten vorstellen, Dortmunder erzählen, wie sie es machen, ob ihr Arbeitsweg ein Radweg ist oder sie eMobil fahren, auf der Seite Umsteigern können sich Dortmunder bewerben, die mit gutem Beispiel voran gehen", erklärt sein Kollege Moritz Busch die Kampagne.
Wer sich zum UmsteiGERN für eine emissionsfreie Innenstadt bekennen will, kann im Rathaus im 1. Stock bis zum 6. Februar auf einer Stellwand das Aktionszeichen UmsteiGERN mit seinem Schriftzug ergänzen.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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