LEG Börsengang: Satte Gewinne für Goldman Sachs-Immobilien-Fonds ­- 12.000 Wohnungen in Dortmund betroffen

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Am Freitag, den 01.02.2013 startete der Börsengang des bis zum Jahr 2008 landeseigenen Wohnungsunternehmens LEG an der Frankfurter Börse. In den 90.000 LEG-Wohnungen mit Schwerpunkt in NRW wohnen 250.000 Mieterinnen und Mietern. In Dortmund hat die LEG 12.000 Wohnungen.

Die Eigentümer des größten Immobilienunternehmens in Nordrhein-Westfalen – Private Equity Fonds der US-Investment-Bank Goldman Sachs (u.a. Whitehall) sowie die Perry Luxco RE S.àr.l. ­ – bringen ersten Schritt 57,5 % Ihrer Anteile an die Börse. Die Eigentümer rechnen mit einem Erlös von bis zu 1,431 Mrd. Euro bei vollständiger Platzierung der Aktien für die LEG Immobilien AG.

Finanzinvestor streicht Gewinne ein

„Hier können wir das klassische Handeln eines Finanzinvestors auf dem Wohnungsmarkt verfolgen. Nach dem Kauf der LEG-Wohnungen vom Land NRW im Jahr 2008 starten Goldman Sachs und Co mit dem Börsengang Ihren Ausstieg aus Ihrem Investment in nordrhein-westfälische Wohnungen und streichen den Gewinn ein.“ erläutert Dr. Tobias Scholz, wohnungspolitischer Sprecher des Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. den Hintergrund des Börsengangs.

Zum Verkaufsjahr 2008 hatte die LEG einen Unternehmenswert von 3,4 Mrd. Euro. Das Land nahm nur 787,1 Millionen Euro ein. Whitehall übernahm dafür auch die Kredite in Höhe von 2,6 Mrd. Euro. Im nun veröffentlichten Börsenprospekt werden ein Unternehmenswert von etwa 5 Mrd. Euro und Schulden von 3 Mrd. Euro bilanziert. „Diese Steigerung um 1,6 Mrd. Euro eine wesentliche Grundlage für die Gewinne von Goldman Sachs & Co.“ so Dr. Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. weiter.

Überbewertung des Wohnungsbestandes befürchtet

Da die LEG NRW jedoch ihr Investitionen in den Wohnungsbestand seit dem Ankauf vom Land NRW heruntergefahren hat (2007: 20,71€; 2010: 14,30 €), ist davon auszugehen, dass die Wertsteigerung auf eine höhere Bewertung der Wohnungen zurückzuführen ist. „Wir befürchten eine Überbewertung der Immobilien, die falsche Renditeerwartungen bei den neuen Aktionären weckt, die aus der laufenden Vermietung gar nicht zu erwirtschaften sind. Hierdurch kann sich der Druck auf die Mieter erhöhen, damit diese Gewinnerwartungen erreicht werden können. Bereits jetzt versucht die LEG in vielen Städten Mieterhöhungen oberhalb des Mietspiegels durchzusetzen. Zahlreiche Bestände in Großwohnsiedlungen und -anlagen haben zudem erhebliche Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarfe.“ so Mieterschutz-Experte Dr. Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund.

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