Aus drei Landschaftsplänen soll einer und zehn Prozent der Dortmunder Fläche geschützt werden
Leinenregel für Hunde wird vereinheitlicht

 Umweltdezernent Ludger Wilde, Claudia Vennefrohne, Britta Perschbacher und Dr. Uwe Rath vom Umweltamt stellen den neuen Landschaftsplan vor.
  • Umweltdezernent Ludger Wilde, Claudia Vennefrohne, Britta Perschbacher und Dr. Uwe Rath vom Umweltamt stellen den neuen Landschaftsplan vor.
  • Foto: Roland Gorecki/ Dortmund Agentur
  • hochgeladen von Antje Geiß

Vor sechs Jahren beschloss der Rat der Stadt, die drei Landschaftspläne zu überarbeiten und zu einem Plan zusammenzufassen. Zum Vorentwurf und ersten Entwurf äußerten sich die Dortmunder reichlich: Zum ersten Entwurf waren 133 Stellungnahmen mit 507 Anregungen und Bedenken eingegangen, vor allem zu Jagd und Landwirtschaft, zur Leinenregelung für Hunde, zum Geltungsbereich und den Schutzgebietsfestsetzungen sowie zu Entwicklung und Pflege von Flächen.

Nun soll die erneute öffentliche Auslegung auf den Weg gebracht werden. Bei der Vorstellung des Plans würdigte Oberbürgermeister Ullrich Sierau Dortmund als eine „Stadt des Freiraums“, in der der Strukturwandel auch ökologisch angegangen worden sei: Zehn Prozent der Dortmunder Stadtfläche seien Naturschutzgebiet, sagte er.

Breite Beteiligung und Diskussion

2018 gab es viele Ortstermine und Gespräche mit Bürgern und Verbänden. Die Naturschutzvereine stellten Daten zur Tier- und Pflanzenwelt zur Verfügung. Die Ergebnisse flossen in den zweiten Entwurf ein. Um seltene Wasservögel vor Störung zu bewahren, wird die Jagd an wenigen Gewässern in Naturschutzgebieten und drei Wasserrückhaltebecken Mengede, Ellinghausen und Scharnhorst eingeschränkt.

Pestizide untersagen

Auf Feldern in Naturschutzgebieten (NSG) und geschützten Landschaftsbestandteilen (LB) werden Pestizide untersagt. Auf Grünland in diesen Gebieten ist die Anwendung von mehr als 100 kg Stickstoff pro Hektar im Jahr sowie die Nachsaat verboten. Stickstoffüberschuss ist einer der Hauptgründe für den Rückgang der Artenvielfalt, auch von Insekten.
Die Leinenregelung bewegt die Gemüter: Während manche Hundehalter nicht verstehen, warum sie ihren Hund nicht überall frei laufen lassen dürfen, beschweren sich andere.

Hunde auf dem Waldweg ohne Leine

Der zweite Entwurf des Landschaftsplans knüpft an bestehendes Recht an. Hunde dürfen in NSG und LB im Wald zwar ohne Leine, aber nur auf den Wegen laufen. Entsprechend der Verordnung sind Hunde außerhalb des Waldes in NSG und LB an der Leine auf Wegen zu führen. Damit werden in Schutzgebieten stadtweit einheitliche Regelungen geschaffen.
Bauvorhaben im Außenbereich können genehmigt werden, wenn sich der Bau nach Standort, Größe und Gestaltung in die Landschaft einfügt und dem besonderen Schutzzweck nicht entgegensteht. Für Private bedeutet dies, dass Aus- und Anbauten möglich sind.

Kleinere Naturschutzgbiete

Entgegen ersten Plänen verkleinern sich die NSG Mastbruch – Rahmer Wald, An der Panne und Kleinholthauser Mark – Rombergholz. Teilflächen der Gebiete werden den Landschaftsschutzgebieten zugeordnet. Denn der Rahmer Wald soll für naturpädagogische Maßnahmen genutzt werden. Den NSG hinzugefügt wurde Wald im Westen des Kurler Busch sowie Wald und Acker Auf dem Brink.
Es werden insgesamt 216 Festsetzungen zur Pflege von Brachen, zur Neuanlage und Pflege von Bächen, Streuobstwiesen und Grünlandf sowie zur Entsiegelung einer alten Straße getroffen. Außerdem sind 172 Pflanzungen entlang von Straßen, Feldwegen und Bächen geplant.

35 Naturschutzgebiete

Der Entwurf erstreckt sich im Außenbereich auf über 54,2 Prozent der Stadtfläche. Vorgesehen ist die Ausweisung von 35 NSG auf 2.706 Hektar, 48 Landschaftsschutzgebieten auf 8.584,5 Hektar(entsprechend 30,58 Prozent), 76 Naturdenkmalen, 139 geschützten Landschaftsbestandteilen. So wird sich der Anteil der geschützten Teile von Natur und Landschaft von 39,6 auf künftig 41,8 Prozent der Fläche erhöhen.

Der Ablauf: 
- Über die erneute Auslegung des Entwurfs beraten die Gremien der Stadt zwischen April und Juli.
- Den Anfang macht der Beirat bei der unteren Naturschutzbehörde am 10.April. Es folgen die Bezirksvertretungen, Ausschüsse und der Rat.
- Sollte die Politik der erneuten Auslegung zustimmen, kann diese nach den Sommerferien beginnen.
- Vom 2. September bis zum 2. Oktober können Dortmunder den zweiten Entwurf einsehen und können Anregungen und Bedenken äußern.
- Die Unterlagen werden im Umweltamt sowie auf der Webseite des Umweltamtes einsehbar sein.
- Nach einer Auswertung wird ein Satzungsentwurf erstellt. Fasst der Rat den Beschluss und stimmt die Bezirksregierung zu, tritt der neue Landschaftsplan in Kraft.
Karten und Vorentwürfe zum Landschaftsplan gibt es  hier.

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