Busse und Bahnen, Krankhäuser und Müllabfuhr in Dortmund betroffen von Warnstreiks
Nahverkehr steht morgen still

Im Depot in Dortmund bleiben morgen wegen des Warnstreiks die Busse und Stadtbahnen von DSW21.
  • Im Depot in Dortmund bleiben morgen wegen des Warnstreiks die Busse und Stadtbahnen von DSW21.
  • Foto: DSW21
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Mit ganztägigen Warnstreiks in Dortmund kämpft Verdi im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes. In Dortmund  trifft dies morgen, am 29. September, alle Bus- und Stadtbahnnutzer, da DSW21 sich am  Warnstreik beteiligt, wie auch die Stadtwerke Hamm und die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna. Am Mittwoch, 30. September, wird in den LWL Einrichtungen in Dortmund und Lippstadt ebenso gestreikt, wie im Klinikum Dortmund, Klinikum Westfalen und in den Städtischen Seniorenheimen Dortmund.  

Auch die EDG ist von den Maßnahmen des geplanten Warnstreiks am 29. September betroffen. Im Rahmen einer Notdienstvereinbarung ist gewährleistet, dass die Entsorgung bei Sozialeinrichtungen wie Krankenhäusern oder Altenheimen sichergestellt ist. Wichtig: Die grauen Restmülltonnen und Biotonnen werden in Dortmund am 29. September nicht geleert. Ausgefallene Leerungen werden an den folgenden Tagen oder am nächsten regulären Leerungstag nachgeholt.
Die Leerungen der Gelben Tonnen, der Blauen Tonnen sowie der Glas-, Papier- und Alttextil-Depotcontainer erfolgen am Streiktag planmäßig.

Die Streikmaßnahmen werden Dienstag den Nahverkehr in Dortmund fast komplett stilllegen. Für die Nutzer des ÖPNV in Dortmund bedeutet das, dass sämtliche Stadtbahn- und Buslinien am kommenden Dienstag nicht fahren werden. Dies gilt vom Betriebsbeginn um  3.30 Uhr bis Betriebsende gegen 1.30 Uhr am 30. September.

S- und H-Bahnen fahren morgen

Betroffen sind auch die NachtExpress-Linien von DSW21, die gegenwärtig um 0.15 Uhr oder 0.45 Uhr vom zentralen Ausgangspunkt Reinoldikirche sternförmig in alle Stadtteile starten. In gleicher Weise werden die von DSW21 in den Nachbarstädten Castrop-Rauxel (480, 481, 482 und NE 11) und Schwerte (430, 435 und NE 25) betriebenen Buslinien betroffen sein.
Die KundenCenter Petrikirche, Hörde Bahnhof und Castrop Betriebshof bleiben am 29. September ganztägig geschlossen.Vom Streik nicht betroffen sind die Nahverkehrszüge und S-Bahn-Linien im DSW21-Verkehrsgebiet sowie die H-Bahn.

Maßnahmen werden intensiver

Denn die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) in Westfalen ruft auch in dieser Woche wieder Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu ganztägigen betriebsnahen Warnstreiks auf. „Die Beschäftigten zeigen deutlich, dass sie auch in der aktuellen Krise bereit sind, sich für ihre Interessen einzusetzen. Trotzdem gehen wir die Warnstreiks maßvoll an und halten vorgeschriebene Sicherheitsmaßnahmen ein. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Zeitgleich gehen wir davon aus, dass sich die Maßnahmen in der nächsten Zeit noch intensivieren werden“, erklärte Gabriele Schmidt, Landesleiterin von ver.di NRW.

Nicht nach Corona verschieben

Michael Kötzing, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Westfalen ergänzt: „Wir wollte diese Tarifrunde mitten in der Pandemie nicht, wir wollten die Verhandlungen auf die Zeit nach Corona verschieben. Die öffentlichen Arbeitgeber wollen es aber genau jetzt. Sie sind der Auffassung, dieser Zeitpunkt stärkt ihre Verhandlungsposition. Wir finden dieses Verhalten verantwortungslos. Verantwortungslos gegenüber den eigenen Beschäftigten und gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. Denn die Konsequenzen von Warnstreiks bekommt im öffentlichen Dienst nun mal immer der Bürger zu spüren und nicht die Verantwortlichen in der Politik selbst. Das genau ist das Kalkül der Arbeitgeber.

Verdi: Warnstreiks alternativlos

Für uns sind die Warnstreiks jetzt alternativlos, denn Tarifverhandlungen ohne das Druckmittel des Streiks sind nicht mehr als kollektives Betteln. Die Verantwortung liegt vor allem bei den kommunalen Arbeitgeberverbänden, diese Situation hätte man durch ein verhandlungsfähiges Angebot in den ersten beiden Verhandlungsrunden abwenden können, wenn man gewollt hätte.“
Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

100 Euro mehr für Auszubildende

Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Erwartet wird zudem die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. Darüber hinaus soll in den Tarifverhandlungen das Thema der Entlastung der Beschäftigten behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Tisch im Rahmen der Tarifrunde besprochen. Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22./23. Oktober 2020 erneut in Potsdam angesetzt.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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