Sind die Gegendemonstranten das große Problem?

Die Formulierung in der linken oberen Ecke der Titelseite (City-Anzeiger, Ausgabe vom 04.04.2012) machte mich schon stutzig.
In dem Artikel "Friedlicher Protest" auf Seite 8 vermutete ich eine Berichterstattung über den Aufmarsch von Neonazis am vergangenen Samstag in Dorstfeld. Das ist ein altes leidiges Thema.
Leider fand ich in dem ganzseitigen Bericht keinen einzigen Satz über das Verhalten des braunen Mobs.
Sowohl Überschrift als auch Text hinterließen bei mir den Eindruck, dass der Aufmarsch der Gegendemonstranten das große Problem sei, über das hier ausführlich aufgeklärt werden müsse. Hier wurden Punkte wie die Anzahl, das Gewaltpotential oder das Verhalten am Rande der Legalität der Rechten komplett ausgeblendet und Formulierungen wie "Kaum gewaltätige Auseinandersetzungen" nur im Bezug auf die Nazigegner verwendet.
Ich frage mich, ob eine Berichterstattung in dieser Form bei den Lesern nicht einen falschen Eindruck hinterlässt.
Ich bin wie viele dafür, dass man dem braunen Treiben nicht zu viel Beachtung schenken soll. Aber es stört mich, wenn der mutige und ehrenvolle Einsatz der Gegendemonstranten wie eine mögliche Bedrohung beschrieben wird. So wurde eine "kleine Auseinandersetzung" zwischen den Fronten "durch den Einsatz der Polizei sofort unterbunden", damit "der Aufzug [der Rechten] unmittelbar fortgesetzt werden" konnte.
Auch wenn die Reporter Gefahr laufen, sich ständig zu wiederholen, bin ich der Meinung, dass man gar nicht genug über das Fehlverhalten und die kriminellen Machenschaften der Rechten aufklären kann. Oder zumindest sollte man auch als Vertreter des City-Anzeigers Stellung beziehen. So könnte man auch ein Zeichen setzen.

Autor:

Stephan Schumann aus Dortmund-City

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