Klimaschutz
Streit um die Bolmke flammt wieder auf

Vor der Ratssitzung am 23. Mai fanden sichrund 60 Menschen vor dem Rathaus zu einer Demo für die Bolmke ein.
  • Vor der Ratssitzung am 23. Mai fanden sichrund 60 Menschen vor dem Rathaus zu einer Demo für die Bolmke ein.
  • Foto: F. Luthe
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Eigentlich schien die Sache erledigt: Den Umzug des Dortmunder Reitervereins zur Bolmke hatte die Verwaltung ad acta gelegt, der Reiterverein hatte zugestimmt.

Zuvor hatte die Bezirksvertretung Hombruch entschieden: Im Landschaftsplan wird die Fläche nördlich der Stockumer Straße und westlich des Schultenhofes als Landschaftsschutzgebiet mit dem Entwicklungsziel „Erhaltung“ festgesetzt. Der Bebauungsplan Hom 266 „Sport- und Freizeiteinrichtungen Renninghausen“ wird aufgehoben. Der Flächennutzungsplan wird dahingehend geändert, dass dort eine „Fläche für die Landwirtschaft“ dargestellt wird. Die Fläche wird dauerhaft mit der Zweckbindung ökologische Landwirtschaft verpachtet. Soweit – so gut.

„Auf der Ratssitzung vom 23.Mai sollte dieser Antrag beraten und abgestimmt werden. Es herrschte die allgemeine Zuversicht, dass der Rat diesem Antrag zustimmen würde. Doch kurz zuvor hatte sich Oberbürgermeister Sierau in einem Brief an alle Ratsmitglieder gewandt und die Ablehnung dieses Antrags empfohlen“, erklärt Olaf Greve, der gemeinsam mit seinem Verein „Naturfreunde Kreuzviertel“, in der Allianz für die Bolmke für den Erhalt der Freifläche kämpft.

Der Rat der Stadt hat den Antrag der BV Hombruch nun nicht beraten, sondern an den Ausschuss für Umwelt, und Stadtgestaltung und Wohnen (AUSW) verwiesen. Dieser soll am 26. Juni tagen.

Zur Allianz für die Bolmke Zusammengeschlossen haben sich dort die Naturschutzverbände BUND, NABU und AGARD, NaturFreunde Dortmund Kreuzviertel sowie die angrenzenden Gartenvereine „Goldener Erntekranz“, „Heideblick“ und „Zur Quelle“. Schon im letzten Jahr war die Allianz mit einer Petition zum Erhalt der Fläche erfolgreich, jetzt kämpft sie mit einer neuen Petition weiter und weist erneut auf die wichtige Funktion der Fläche für die Stadt hin: „An unseren guten Argumenten für den Erhalt dieser Fläche hat sich nichts geändert, denn sie werden durch die Bewertungen des neuen Regionalplans Ruhr in allen Punkten voll bestätigt. Dieser Regionalplan ist für die Kommunen zwar nicht bindend, aber er hebt die überregionale Bedeutung städtischer Flächen heraus. Im gesamten innenstadtnahen Bereich gibt es vom Landschaftsbild her keine vergleichbare Fläche. Dies ist nur zu erhalten, wenn die Fläche von jeder Bebauung frei bleibt. Der letzte Punkt erscheint uns in Zeiten des Klimawandels besonders wichtig zu sein, das Stadtklima. Auch hier kommt der Regionalplan zu einer klaren Bewertung. Die Acker- und Grünflächen begünstigen eine starke Abkühlung in den Nachtstunden. Die Bedeutung dieser Fläche für das Klima der Stadt kann nur erhalten werden, wenn sie von jeglicher Bebauung frei bleibt. Gerade die Dortmunder Ergebnisse der Europawahl zeigen sehr deutlich, dass die Menschen zwischen Wahlkampfplakaten und Wirklichkeit sehr gut unterscheiden können. Wer also Klimaschutz für Europa fordert, muss in Dortmund entsprechend handeln“, so Greve.

Klar ist, dass der Reiterverein seinen bisherigen Standort wegen der Umbaupläne an den Westfalenhallen verlassen muss: „Langfristig behindert er die Planung“, so Stadt-Pressesprecher Christian Schön zum Thema. „Man muss abwarten, ob sich noch ein alternativer Standort-Vorschlag findet.“ Ebenfalls abzuwarten bleibt, wie der Ausschuss für Umwelt, und Stadtgestaltung und Wohnen entscheidet. Die Allianz sammelt in einer Online-Petition Unterschriften zum Erhalt der Fläche.

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