Turbulente Wahl: Bei der U18 Wahl hatte die SPD hauchdünne Mehrheit

Jugendliche in Dortmund nahmen ihre Wahlmöglichkeit ernst. Fünf Parteien wären bei ihrer Wahl im Bundestag.
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  • Jugendliche in Dortmund nahmen ihre Wahlmöglichkeit ernst. Fünf Parteien wären bei ihrer Wahl im Bundestag.
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Sie haben von ihrem Wahlrecht gebraucht gemacht, sie waren gut informiert und haben nach Info-Veranstaltungen, Parteiprogrammen oder Wahl-O-Mat ihre Entscheidung getroffen. Großer Andrang herrschte in den 1645 Wahllokalen, in denen Jugendliche ihre Stimme bei der U18 Wahl abgeben konnten. Und sie haben nicht Splitterparteien gewählt, sondern ihre Entscheidung größtenteils unter den etablierten Parteien getroffen.

Einen so großen Andrang gab es, dass beim Eintragen der Ergebnisse die Server in Berlin zwischendurch schlappgemacht haben. Alle Ergebnisse konnten jedoch durch die Koordinierungsstellen der verschiedenen Ebenen gesichert werden.

In 20 offiziell angemeldeten Wahllokalen in vielen Stadtbezirken konnten vom 11. bis 15. September die Stimmen für U18-Wahl vor der Bundestagswahl abgegeben werden. 5.916 Stimmen sind bis zum offiziellen Ende der Wahl am Freitagabend eingegangen. Im Vergleich zur U18-Landtagswahl (5.150) konnte damit die Wahlbeteiligung weit übertroffen werden.
Die jungen Menschen in Dortmund tendieren zu den etablierten Parteien und haben einen äußerst stabilen Fünf-Parteien-Bundestag präferiert, in dem zwei verschiedene Zwei-Parteien-Koalitionen (rot-grün oder rot-schwarz) möglich sind. Diese Wahlentscheidungen wurden bei vielen gerade nicht getroffen, weil irgendwer es so vormacht, oder von irgendwem erwartet würde, sondern sehr oft als Folge einer informierten Entscheidung.

In den Wahllokalen lagen Kurzwahlprogramme aus, der Wahl-O-Mat wurde genutzt, oder es gab größere Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen, Speed-Dating oder Polit-Brunch.
Der Bundestag, den die Dortmunder Kinder und Jugendlichen gewählt hätten bestünde aus fünf Parteien. Alle anderen Parteien wären an der Sperrklausel von fünf Prozent gescheitert. Mit 27,32% hat die SPD einen hauchdünnen Vorsprung vor der CDU mit 26,45%. Bündnis90/Die Grünen kommen bei den jungen Menschen in Dortmund auf 12,56% und damit komfortabel vor FDP (5,75%) und Linke (5,61%), die nur knapp die Sperrklausel übersprungen haben. Einen Achtungserfolg erzielte die Tierschutzpartei, die knapp unter 5% gelandet ist und damit noch vor der AfD.

Der relative Erfolg der Tierschutzpartei zeigt nach Ansicht des Jugendrings, dass junge Wähler zuweilen andere Prioritäten setzen und Wünsche und Bedürfnisse haben, die auch gehört werden wollen.

Mit der U18-Wahl soll verdeutlicht werden, dass im Gegensatz zur verallgemeinerten Meinung, junge Menschen unter 18 Jahren nicht nur Interesse an Politik haben, sondern sich engagieren und mit ihren Vorstellungen einbringen.
Besonders großes Interesse an der Wahl zeigte sich bei Zwölf- bis Siebzehnjährigen. Verbunden mit den Wahlergebnissen leistet dies der langjährigen Forderung des Landesjugendrings nach einer Senkung des Wahlalters auf 14 Auftrieb. Für nicht wenige konnten mit der U18-Wahl Hemmnisse abgebaut werden, auch an einer „richtigen“ Wahl teilzunehmen.

Es haben etwas mehr Mädchen als Jungen bei dieser Wahl ihre Stimmen abgegeben. In Anbetracht der Tatsache, dass Politik weiterhin eine Männerdomäne ist (so treten beispielsweise zur Bundestagswahl in den zwei Dortmunder Wahlkreisen fünf Frauen und elf Männer zur Wahl an), sei dies beachtlich, werten die Organisatoren.
Fast 6.000 Kinder und Jugendliche haben in Dortmund ihre Stimme bei der U18-Wahl abgeben. Sie haben auch deutlich gemacht, dass sie wählen möchten und dass sie wählen können. Junge Menschen gehen äußerst verantwortungsbewusst mit ihrer Wahlmöglichkeit um. Die Mehrheit der Jugendlichen wähte etablierte Parteien, bei den kleinen lag die Tierschutzpartei vor der AfD.

Jugendliche in Dortmund nahmen ihre Wahlmöglichkeit ernst. Fünf Parteien wären bei ihrer Wahl im Bundestag.
Autor:

Holger Schmälzger aus Dortmund-Süd

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