Dortmund will Nachtleben retten: 5 Jahresplan mit 15 Mio. Euro für die Wirtschaft geplant
Vorschlag: Club-Fonds und Nightlife-Beauftrager

Das waren Zeiten, als im FZW noch getanzt werden konnte. Corona macht Clubs, Konzerthallen, der Gastronomie sowie der Freizeit- und Eventbranche schwer zu schaffen. Sie will die Stadt mit einer neuen Strategie direkt fördern. Dazu plant die Wirtschaftsförderung gezielte Beratungs- sowie Unterstützungsangebote, für die der Rat im Oktober grünes Licht geben kann. Hierzu zählt ein Nightlife-Beauftragter, die Aussetzung der Vergnügungssteuer für Tanzveranstaltungen für die nächsten fünf Jahre und die Einrichtung einer Gastronomie-Akademie.
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  • Das waren Zeiten, als im FZW noch getanzt werden konnte. Corona macht Clubs, Konzerthallen, der Gastronomie sowie der Freizeit- und Eventbranche schwer zu schaffen. Sie will die Stadt mit einer neuen Strategie direkt fördern. Dazu plant die Wirtschaftsförderung gezielte Beratungs- sowie Unterstützungsangebote, für die der Rat im Oktober grünes Licht geben kann. Hierzu zählt ein Nightlife-Beauftragter, die Aussetzung der Vergnügungssteuer für Tanzveranstaltungen für die nächsten fünf Jahre und die Einrichtung einer Gastronomie-Akademie.
  • Foto: FZW
  • hochgeladen von Antje Geiß

Ein 5 Jahresplan, um der Wirtschaft aus der Corona-Krise zu helfen und ein 3-Jahresplan für die City werde dem neuen Rat im Oktober vorgelegt. Um weitere Mittel von Bund und Land zu sichern, aber auch um Innovationen anzuschieben, in Zeiten, wo Unternehmen und Mitarbeiter mit Existenzsorgen und Kurzarbeit zurechtkommen müssen, wolle die Stadt 15 Mio. Euro investieren.

Multimodal und anwendungsorientiert nennt Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Grundzüge der neuen Wirtschaftsförderung. Die Innenstadt solle in Sachen Soziales, Gesundheit und Sauberkeit extra unterstützt werden. "Neue Stärke" heißt das 32-seitige Grundlagenpapier, für das die Politik grünes Licht geben soll.

Gastro-Akademie geplant

Mit der hiesigen von Corona hart getroffenen Clubszene wolle man das Ausgehen wieder steigern, geplant sei eine Gastro-Akademie und Unterstützungsstrategien, ein Wettbewerb für Gastronomische Konzepte, neue Pop up Konzepte und mehr, beschreibt Wirtschaftsförderer Thomas Westphal Maßnahmen.
Um die Krise zu nutzen, um etwas Neues zu realisieren, solle ein Club- und Eventfonds eingerichtet werden, über den es Zuschüsse geben werde. "Und wir brauchen einen Nightlife Beauftragten, der viel koordiniert", nennt Westphal weitere Vorhaben. "Wir fangen mit Außengastronomie an", blickt er mit Sorge Richtung Herbst, " dann geht es da Innen eng weiter und wir müssen Formate finden, die bei Corona gut funktionieren."

Wiederaufbau-Programm

Eine einfache Rückkehr zum Zustand vor Corona werde es nicht geben, mahnt der Wirtschaftsförderer. „Der Begriff der neuen Normalität beschreibt die zukünftige ökonomische Herausforderung. Dennoch besteht die Möglichkeit, die durch die Krise extrem beschleunigten Entwicklungen zu nutzen und in neues Wachstum umzuwandeln.“ Dazu hat die Wirtschaftsförderung ein Grundlagenpapier für ein Wiederaufbauprogramm für die Dortmunder Wirtschaft vorgelegt.
Das  Ziel: Stärker aus der Krise hervor zu gehen, als man hineingegangen sei. Mit einer integrierten, flächendeckenden Strategie, die gezielte Maßnahmen vorsehe. Die Konzepte setzten dabei bewusst nicht nur auf klassische Förderprogramme für besonders betroffenen Branchen. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie schnell sich die Rahmenbedingungen ändern und langfristig angelegte Pläne und Ziele als nichtig erweisen können.

Auch Krisengewinner stärken

Wirtschaftsförderer Westphal verfolge daher eine andere Strategie. „Unsere Vorgehensweise ist eine Doppelstrategie. Auf der einen Seite wollen wir den Branchen unter die Arme greifen, die besonders hart getroffen wurden. Wir haben aber auch die Unternehmen im Fokus, die die Krise wenig oder gar nicht spüren oder zurzeit sogar als Gewinner hervorgehen", erklärt Westphal und betont: „Damit Dortmund gestärkt aus der Krise gehen kann, müssen wir an allen Stellen, wo es möglich ist ansetzen."

15 Mio. Euro in 5 Jahren

Um das zu erreichen wolle die Stadt insgesamt 15 Millionen Euro in fünf Jahren einsetzen. Das Geld solle genutzt werden, um eigene Projekt durchzuführen, es solle aber vor allem als Innovations- und Finanzierungshebel dienen. Mit diesem Hebel sollen weitere Projekte entwickelt und zusätzliche Mittel vom Bund, dem Land und der EU akquiriert werden. Damit wolle die Stadt den Einsatz um ein Vielfaches multiplizieren.
Betroffen seien vor allem die Sektoren, die durch die pandemiebedingten Einschränkungen ihre Geschäftstätigkeit weitestgehend einstellen mussten, also der Handel, die Gastronomie sowie die Freizeit-, Event-, Beherbergungs- und Tourismusbranche und Teile des Handwerks. Diese sollen mit der Strategie direkt gefördert werden.

Gastronomie und Eventbranche helfen

Dazu plane die Wirtschaftsförderung gezielte Beratungs- sowie Unterstützungsangebote.
Für die Gastro- und Eventbranche seien dies unter anderem:

  • die Aussetzung der Vergnügungssteuer für Tanzveranstaltungen bis 2025
  • die Einrichtung einer Gastronomieakademie
  •  die Schaffung von PopUp Standorten für kurzfristige Gastrokonzepte
  • Wettbewerbe für junge gastronomische Konzepte
  •  die Bildung eines Club- und Eventfonds, um die Projekte finanzieren zu können
  • Etablierung eines "Nightlife-Beauftragen" als Bindeglied zwischen den Gästen, der Wirtschaft und Verwaltung.

Ausgeh-Viertel stärken

Bei einer gelungenen Verknüpfung der einzelnen Bausteine könnten sich neue Ausgehquartiere und Formate entwickeln, die den Standort Dortmund stärken würden.
Für die „Neue Stärke“ beziehe die Stadt jedoch auch diejenigen ein, die von der Corona-Krise wenig betroffen seien,  oder sogar von ihr profitieren konnten. Denn deren Stärkung könne wiederum zu Synergieeffekten mit anderen Branchen und somit zu einer Steigerung der Beschäftigungszahlen führen.

Digitale Plattformen weiterentwickeln

„Um die Potentiale der Wirtschaft in einer Krise zu nutzen, gehört es auch dazu, diejenigen zu fördern, denen die letzten Monate einen regelrechten Schub versetzt haben“, so Westphal. „Das ist aber nicht neu, das war schon entscheidend für den Erfolg des Dortmunder Modells der letzten Jahrzehnte, mit dem wir auch den Strukturwandel gemeistert haben."

Um dies zu erreichen sollten

  • digitale Plattformen mit lokalem und sozialem Engagement weiter entwickelt und verknüpft werden.
  • Investition in neue digitale Zukunftsquartiere wie z.B. dem Energiecampus und die Speicherstraße erfolgen. Damit verbunden ist auch Förderung des heimischen Handwerks.
  • die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, wie beispielsweise dem „Digitalen Bauhaus" unterstützt werden.

Die Umsetzung und Begleitung der Strategie solle im Dortmunder Konsens, gemeinsam mit den Kammern und Verbänden, den Gewerkschaften und Vertretern der Stadtgesellschaft erfolgen.
Das Programm wird dem Rat der Stadt zur Entscheidung in der nächsten Sitzung am 8. Oktober vorgelegt.

Das waren Zeiten, als im FZW noch getanzt werden konnte. Corona macht Clubs, Konzerthallen, der Gastronomie sowie der Freizeit- und Eventbranche schwer zu schaffen. Sie will die Stadt mit einer neuen Strategie direkt fördern. Dazu plant die Wirtschaftsförderung gezielte Beratungs- sowie Unterstützungsangebote, für die der Rat im Oktober grünes Licht geben kann. Hierzu zählt ein Nightlife-Beauftragter, die Aussetzung der Vergnügungssteuer für Tanzveranstaltungen für die nächsten fünf Jahre und die Einrichtung einer Gastronomie-Akademie.
Der Rat der Stadt soll Fördermaßnahmen explizit für die City aber auch für ortsansässige Wirtschaftsbetriebe allgemein beschließen.
Autor:

M Hengesbach aus Dortmund-City

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