Morgen beginnt in Dortmund das Plastik-Fasten
BUND ruft auf: 40 Tage plastikfrei

 Der BUND ruft ab sofort zum Plastikfasten 2020 auf. Jeden Donnerstag um 19 Uhr trifft sich im Kornhaus an der Lindemannstraße 14 ein Stammtisch zum Austausch von Tipps und für gegenseitige Unterstützung. An einigen dieser Treffen wird es auch kurze Workshops geben.
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  • Der BUND ruft ab sofort zum Plastikfasten 2020 auf. Jeden Donnerstag um 19 Uhr trifft sich im Kornhaus an der Lindemannstraße 14 ein Stammtisch zum Austausch von Tipps und für gegenseitige Unterstützung. An einigen dieser Treffen wird es auch kurze Workshops geben.
  • Foto: Kornhaus
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Die neue Art des Fastens Stadtmitte. Unter dem Motto "Wir können auch ohne" möchte der  Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ab heute bis Ostersonntag für das Problem rund um Wegwerfprodukte und Einwegverpackungen sensibilisieren. Es gehtr darum Verpackungen zu sparen. „40 Tage plastikfrei mit Spaß dabei“ heißt die Fasten-Aktion, die das Kornhaus in Dortmund initiiert, unterstützt von Frau Lose und FairBleiben. Dabei geht es nicht darum, völlig auf Kunststoff zu verzichten. Vielmehr soll die Massenproduktion von Plastik auf ein umweltverträgliches Maß reduziert werden.
Rund 30 Prozent des Plastikmülls sind Einwegverpackungen, oft für Lebensmittel, worauf beim Einkauf geachtet werden kann. Die Herausforderung lautet: "Wie viele Tage in der Fastenzeit schafft man es, kein Plastik zu kaufen?" Auf einer Teilnahmekarte kann jeder Tag ohne Einkauf von Plastik markiert werden. Es gibt Tipps, welche Behälter für den Einkauf geeignet sind und wo es welche plastikfrei verpackten oder sogar losen Lebensmittel gibt.

Lose Lebensmittel kaufen

Im Erfolgstagebuch können alle Artikel eingetragen werden, die jetzt plastikfrei sind. In der zweiten Hälfte der Fastenzeit geht es dann auch um eine Reduzierung von Plastik beim Einkauf von Kosmetika, Wasch- und Putzmitteln sowie plastikfreie Textilien.
Obst und Gemüse in Plastiktüten, Plastikflaschen, Trinkhalme, Einweg-Kaffeebecher, Plastikgeschirr – Plastikartikel sind allgegenwärtig und bescheren im Alltag eine wahre Plastikflut. Der BUND  sagt: Wir können auch ohne. Zum vierten Mal ruft der Umweltverband zum Plastikfasten auf und damit während der Fastenzeit soweit es geht auf Plastik zu verzichten. „Erst wenn wir darauf achten, wie viel Plastik uns im Alltag umgibt, erkennen wir das Ausmaß der Plastikkrise, in der wir uns befinden“, erklärt BUND-Abfallexperte Rolf Buschmann. „Doch durch bewussten Konsum kann jeder von uns etwas tun, um Plastik im Alltag zu vermeiden.“

40 Tage möglichst ohne 

 Ziel ist es zu zeigen, dass viele Plastikprodukte überflüssig sind oder leicht durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden können. „Wir laden die Menschen ein, genau hinzugucken und zu entscheiden: Brauche ich das Produkt wirklich und wenn ja, gibt es das auch ohne Plastik oder kann ich das Produkt anders als in Plastikverpackungen transportieren?“, sagt Buschmann und rät: „Ob im Bad, beim Einkauf, der Kleidung oder unterwegs: Am einfachsten ist es, sich einzelne Bereiche  vorzunehmen und hier Verbesserungen anzustreben.“ Der BUND ruft die an der Aktion Teilnehmenden dazu auf, unter dem Hashtag #plastikfasten auf Instagram, Twitter, Facebook und YouTube über ihre Erfahrungen zu berichten und Tipps zum Plastiksparen untereinander auszutauschen.

Beutel und Behälter mitnehmen 

„Wenn Verbraucher ihren Einkauf bewusst planen, eine plastikfreie Einkaufliste schreiben und wiederverwendbare Beutel und Transportboxen einpacken, verursachen wir bei jedem Einkauf weniger Müll in Form von Einwegtüten. Kaufen Konsumenten dann noch Produkte ohne Plastikverpackung und stattdessen in Mehrweggefäßen, Produkte in Verpackungen aus Papier und Pappe oder gar unverpackt, reduzieren wir die Mengen an unnötigem Plastik deutlich“, so Buschmann. „In vielen Städten gibt es inzwischen Unverpacktläden. Den Vorrat an Nudeln oder Putzmittel einfach mal dort kaufen, in vorhandene Behälter füllen und so nachhaltig einkaufen.“ Um den Teilnehmenden des Plastikfastens eine Hilfestellung zum plastikfreien Einkaufen an die Hand zu geben, hat der BUND eine Online-Karte entwickelt: Auf der Karte sind Läden, Märkte und Milchtankstellen vermerkt, die plastikfreie oder unverpackte Produkte anbieten.

Hintergrund zu Plastikmüll:

Recycling von Plastikmüll: Kein Land in Europa verarbeitet mehr Kunststoffe als Deutschland: über 14 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr, Tendenz steigend. Vom in Deutschland verarbeiteten Plastik sind leider nur 12 Prozent tatsächlich recyceltes Material, 88 Prozent sind neu produzierter Kunststoff. Das entspricht rund fünf Prozent des weltweiten Plastikverbrauchs – gleichzeitig leben in Deutschland aber nur 1,1 Prozent der Weltbevölkerung.
Ein großer Teil der jährlich produzierten Plastikmenge landet mehr oder weniger sofort im Müll, nämlich rund sechs Millionen Tonnen jährlich. 1994 belief sich der Kunststoffabfall noch auf knapp drei Millionen Tonnen. Damit liegt Deutschland neben Estland, Luxemburg und Irland europaweit auch an der Spitze derjenigen, die am meisten Plastikmüll produzieren.

Weniger als die Hälfte wird recycelt

Jährlich landen weltweit rund zehn Millionen Tonnen Müll in den Weltmeeren, davon bestehen mehr als 75 Prozent aus Kunststoff. Weniger als die Hälfte (39 Prozent) des anfallenden Plastikmülls findet seinen Weg zurück in den Rohstoffkreislauf, der Rest wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Das verschlechtert die Klimabilanz: Wenn ein Kilogramm Kunststoff verbrannt wird, entweicht die doppelte Menge CO2 in die Atmosphäre. Besonders problematisch ist auch, dass 35 Prozent des verwertbaren Plastikmülls ins Ausland exportiert und dort häufig unter deutlich schlechteren Bedingungen verarbeitet wird.
Plastiktüten: 2018 wurden in Deutschland immer noch rund 2,5 Milliarden Plastiktüten (29 Tüten pro Kopf) verwendet. Die einzelne Tüte wird im Schnitt nur 25 Minuten benutzt und landet dann im Müll.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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