Dortmund setzt aufs Impfen und Testen gegen Corona: Schutz für Schüler statt Durchseuchung
Film und Busse zum Impfen

Noch sind Corona-Tests an vielen Stellen in Dortmund, wie hier an der Kampstraße, kostenlos. Doch das soll sich im Oktober ändern. Die Dortmunder Stadtspitze spricht sich bei Club- oder Discobesuchen für die 2-Regel (geimpft oder genesen) aus.
  • Noch sind Corona-Tests an vielen Stellen in Dortmund, wie hier an der Kampstraße, kostenlos. Doch das soll sich im Oktober ändern. Die Dortmunder Stadtspitze spricht sich bei Club- oder Discobesuchen für die 2-Regel (geimpft oder genesen) aus.
  • hochgeladen von Antje Geiß

Für eine 2 G-Regel  spricht sich die Dortmunder Stadtspitze bei Freizeit-Veranstaltungen wie Club- oder Kinobesuche aus. "Die 2-G-Regel schafft Klarheit und Sicherheit, auch für die, die die Veranstaltungen machen", ist sich Oberbürgermeister Thomas Westphal mit dem Städtetag einig. Der forderte Gesundheitsminister Laumann auf, dies schnell umzusetzen. Für wünschenswert hält das Dortmunder Gesundheitsamt die sicheren PCR-Pooltests auch in weiterführenden Schulen. 25 Prozent der Schüler sind mittlerweile geimpft. Nach einer Abfrage in Schulen will die Stadt Busse zum Impfzentrum einsetzen, solange dies noch geöffnet ist.      

Vom Austausch im Städtetag berichtete Oberbürgermeister Thomas Westpahl heute in einer Pressekonferenz: "Wir waren haben schnell sehr einhellig eine Sichtweise entwickelt, indem wir die Landesregierung auffordern, sehr schnell zu einer 2G-Regel überzugehen was das öffentliche Stadtleben angeht, was man gern macht und was auch wieder möglich sein sollte", spricht er Besuche in Discos und Clubs an. Für diesen Bereich schaffe die Regel geimpft oder genesen, Klarheit und Sicherheit auch für die Veranstalter. 

Inzidenz liegt bei 157,2

Vor dem Hintergrund, dass ab dem 11. Oktober die Kosten des Tests fast höher seien, als die Kosten für den Kinobesuch, habe man sich an Gesundheitsminister Laumann gewandt. Der NRW-Minister wolle der Sichtweise nicht folgen, doch eine offizielle Antwort stehe noch aus. Auch auf eine weitere Antwort aus Düsseldorf wartet die Stadt: Um einen nahtlosen Übergang nach Schließung des nicht mehr ausgelasteten Impfzentrums am 30. September zu gewährlisten, warte das Gesundheitsamt noch auf die Festlegung seiner Aufgabe hierbei. Landesweit steig die 7-Tages-Inzidenz auf 124,9 in Dortmund liegt sie bei 157,2.

296 Schüler sind infiziert

Gestern behandelten die Dortmunder Kliniken stationär 60 Corona-Erkrankte. Da Dortmund über ein voll funktionsfähiges Impfzentrum verfügt und neue Gruppen, die Schüler, die geimpft werden können, will die Stadt Busse einsetzen. Nicht nur die Inzidenz steige derzeit, auch die Dynamik sei hoch. 
Von einer heftigen Infektionswelle und sehr jungem Durchschnittsalter bei 8 Jahren spricht Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken. "Aktuell haben wir die höchsten Inzidenzen bis zu 10 Jahren", sieht er dies als Hinweis darauf, dass mit der Pool-PCR-Teststrategie in den Grundschulen, die rund 20.000 Schüler besuchen, die Dunkelziffer erfasst werde.

Corona-Fälle in Schulen früh erkennen

"Fast die Hälfte der 6 bis 10 Jährigen bekommt die Infektion nicht mit. "Wir kommen jetzt der Dunkelziffer ein ganzes Stück näher. Das macht Hoffnung, dass wir die Fälle erkennen. Wir können sie frühzeitig in Quarantäne schicken und so weitere Ansteckungen verhindern." Viele Infizierte ohne Symptome gebe es auch bei den 16 bis 20-Jährigen, etwa 30 bis 40 Prozent. Doch in dem weiterführenden Schulen werden mit den Antigentests als Instrument  wesentlich weniger asymptomatische Fälle erfasst.

Sicheren Schulbetrieb gewährleisten 

Für wünschenswert hält Dr. Renken es, auch in weiterführenden Schulen PCR-Pooltests zu machen. Die seien zwar teuer, aber in 12 Stunden abends liege schon das Ergebnis vor. So werden Corona-Einzelfälle in Grundschulen schnell gefunden. "Diese Tests schlagen an, bevor die Person ansteckend ist. So kann man einen Infizierten früh erkennen", nennt er den Vorteil. Und weiter wäre es wünschenswert, wenn Kommunen die Pooltests nicht alleine bezahlen müssten. 
Rund 50.000 Kinder und Jugendliche besuchen in Dortmund weiterführende Schulen. "Da müsste man sehen, wo sind besonders betroffene Schulen und die Finanzierung sollte vom Land sein, um den sicheren Betrieb von Schulen zu gewährleisten", sagt Schuldezernentin Daniela Schneckenburger.

Nur 1 Klasse in Quarantäne

Zur Zeit sei stadtweit nur eine Klasse in Quarantäne, sonst nur Kinder und Jugendliche, also "Fälle" um den betroffenen Schüler drumherum. "Unsere Bemühungen sind ausgerichtet auf den Schutz der Kinder und nicht auf eine Durchseuchung", stellt Schneckenburger klar. "Schweden hat gezeigt und auch England, dass der Weg über eine natürlich gewonnene Immunität immer ein langer ist und begleitet von sehr vielen Toten", sagt Dr. Renken zur Idee der Herdenimmunität. Und es sei noch nicht wissenschaftlich abschließend bewertet, wie die Langzeitfolgen für coronaerkrankte Kinder sind. "Ganz selten sind schwere und tödliche Verläufe, aber die gibt es ab 10 Jahren", so Dr. Renken. 

Mehr Tempo beim Impfen

"Was man für Schulen tun kann und muss, ist mehr Tempo beim Impfen, das ist das beste, uns zu schützen", betont Oberbürgermeister Thomas Westphal.  Die Anzahl der Schulen und der PCR-Pool-Tests könne keine Stadt bezahlen. Das sei auch eine landesweite Frage. In Kitas und Grundschulen laufe die Testung gut. Das will das Gesundheitsamt ausbauen und modellhaft auch en einigen weiterführenden Schulen einführen. "Das Impfen und Testen halte ich für viel effektiver als die Diskussion um die Luftreinhaltegeräte", fügt Westphal hinzu. 

Film und Busse zum Impfen

Mit den Schulen hat die Stadt verabredet, die Impfbereitschaft auf zwei Wegen zu unterstützen:  Mit einem Film, der im Unterricht eingesetzt werden kann. Und es sollen Busse zur Verfügung gestellt werden, die Schüler ab 16 und auch ab 12 Jahren in der Unterrichtszeit zum Impfzentrum bringen.  Die Schulen melden jetzt Impfbereitschaft zurück. Jeder vierte Schüler ab 12 Jahren sei bereits geimpft.
"Wir hoffen, dass das auch wahrgenommen wird in dem Zeitraum bis zum 30. September,  wenn das Impfzentrum noch zur Verfügung steht", sagt Daniela Schneckenburger. Sollte es Schüler geben, die keine Zweitimpfung mehr im Impfzentrum bekommen können, impfen die niedergelassenen Ärzte.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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