Mit dem Rad zur Schule

Für viele ist das Bild schon selbstverständlich: Vor der Schule parken Autos in zweiter und dritter Reihe, die Eltern fahren ihre Kinder zur Schule. Dahinter steht oftmals gar kein langer Schulweg, sondern vielmehr die Angst, den Kindern könne allein auf ihrem Schulweg im Verkehr etwas passieren. „Diese Sorge muss man natürlich ernst nehmen. Es gibt tatsächlich viele Unfälle im Straßenverkehr, in die Kinder verwickelt sind“, sagt Dr. Matthias Albrecht, Sprecher Runder Tisch zur Präven-tion von Kinderunfällen in Dortmund. Je größer die Stadt, desto schwieriger ist es, die Kinder loszulassen. Dennoch empfiehlt Dr. Albrecht den Eltern, mit ihren Kindern zu üben, ihren Weg zur Schule selbstständig zu bewältigen.
Ohne „Elterntaxi“ sicher zur Schule – das macht Kinder selbst-bewusst und erleichtert den Eltern das Leben. Hier setzt die gemeinsame Aktion von ADFC, AOK und Runder Tisch zur Prävention von Kinderunfällen „Mit dem Rad zur Schule“ an.
Weiterführende Schulen in Dortmund sind aufgerufen, sich an dem Wettbewerb bis zum 6. Juli zu beteiligen, um das Radfahren unter den Schülerinnen und Schülern publik zu machen.
Zwei Möglichkeiten der Teilnahme sind vorgesehen:
• Durchführung von Projektwochen oder Projekttagen; zum Thema Fahrrad und Schule unter den Gesichtpunkten der Verkehrssicherheit, des Umweltschutzes und der Gesundheitsförderung.
• Unter dem Motto „Cool 2 School“ werden die Schüler aufgerufen, im Aktionszeitraum an 15 Tagen mit dem Rad zur Schule zu fahren.
Selbstständig und verkehrssicher zur Schule zu fahren, das ist das Ziel der Kampagne. „Die Kinder profitieren enorm, für ihre Entwicklung und ihr Selbstvertrauen,“ erläutert Kinderchirurg Dr. Albrecht.
„Wer morgens vor der Schule schon aktiv ist und frische Luft schnappt, kommt viel leistungsfähiger in der Schule an“, sagt AOK-Pressesprecher Johannes Löhr. Die Wahrnehmung der Kinder wird geschult und sie profitieren davon, was ihre Verkehrssicherheit, ihre Mobilität und ihren Orientierungssinn angeht. „In Zeiten von zunehmendem Übergewicht bei Kindern mit nachlassenden motorischen Fähigkeiten ist der selbstständige Schulweg damit ein wichtiger Beitrag, seine Kinder zu fördern und zu unterstützen“, so Löhr. Allein mit dem Rad zur Schule fahren sollten Kinder erst nach der Fahrrad-Prüfung in der vierten Klasse.
Bevor die Eltern nun den „Taxi-Betrieb“ aufgeben und ihre Kinder allein losfahren lassen, bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung. Vor allem gilt es zu beachten: Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste, der sicherste ist aber der richtige.
„Die Tatsache, dass Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren häufig mit dem Fahrrad verunglücken, steht nicht im Widerspruch zu dem Aufruf, mit dem Rad zur Schule zu fahren,“ berichtet Christian Strupp, Geschäftsführer des ADFC Dortmund e.V. Ver-schiedene Studien haben gezeigt: Wenn mehr Radfahrer im Straßenverkehr unterwegs sind, sinkt die Zahl der Unfälle im Verhältnis zu der Zahl der Radfahrer, weil die Autofahrer lernen, sich auf Radfahrer im Verkehr einzustellen.
Je mehr Menschen auf Fahrrädern unterwegs sind, desto stärker werden sie von Autofahrern als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen. Die Autofahrer merken außerdem, wie gut man mit dem Fahrrad in der Stadt voran kommt, wenn der Radler, den man gerade überholt hat, an der nächsten roten Ampel locker auf dem Radweg vorbeifährt. Denn über die Hälfte aller Autofahrten in Deutschland sind kürzer als fünf Kilometer. Die fährt man einfach und cool mit dem Rad.
Teilnahmeunterlagen können telefonisch bei der AOK angefordert werden. Ansprechpartner ist Marco Anders ( 0234 95 87 450.

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