Elektromobilität
Seit 20 Jahren mit dem Elektroauto unterwegs

Einen Parkplatz hat Thomas Rux derzeit noch sicher. Hier bereitet er seinen Elektrowagen zum Laden vor.
9Bilder
  • Einen Parkplatz hat Thomas Rux derzeit noch sicher. Hier bereitet er seinen Elektrowagen zum Laden vor.
  • Foto: Schwalbert
  • hochgeladen von Lokalkompass Dortmund-City

Thomas Rux darf man wohl mit Fug und Recht einen Überzeugungstäter nennen. Seit rund 20 Jahren ist er mit verschiedenen elektrobetriebenen Autos im Alltag unterwegs und damit ein Pionier der Elektromobilität. Und mittlerweile weiß er so viel darüber, dass die Stadt ihn zum Dortmunder Elektromobilitätslotsen ernannt hat.

Auch beruflich hat Rux mit Strom zu tun, er berät Kunden des Dortmunder Energieversorgers DEW21. Da lag es wohl nahe, dass er beim Autoantrieb auf Strom setzt, aber nicht nur: Das große Familienauto wird mit Erdgas betrieben.

Mit seinen Stromern erspart sich Rux all das, worüber Autofahrer immer wieder klagen: Teure Werkstattbesuche, steigende Spritpreise und Probleme mit den Abgaswerten. Die schlechte Luft in der Stadt war der Hauptgrund für Thomas Rux, umzusteigen: „Ich bin immer viel Rad gefahren, doch durch meine Allergie fiel mir das Atmen in der Stadtluft immer schwerer. Ich wollte einfach keinen Verbrenner mehr fahren.“

Im April 2000 war es dann soweit: der erste Stromer kam ins Haus, ein Kewet. Optisch erinnert das skandinavische Wägelchen an eine Kreuzung aus Golf-Cart und Smart, „mit Fiat-Panda-Teilen und ‚richtigen‘ Scheibenbremsen.“ Immerhin 70 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit bei einer Reichweite von 80 Kilometern – mehr war damals nicht drin. „Tanken konnte ich an jeder Steckdose.“

Logistische Probleme hatte Rux nie. Dafür wurde er nicht nur von Freunden und Verwandten milde belächelt: „Ich habe meine Kinder mit dem Zweieinhalbsitzer zur Schule gefahren. Irgendwann bekam ich dann die Anweisung, ein paar Straßen weiter weg zu parken“, erinnert er sich.

Bei dem ersten Kewet musste nach zwei Jahren die Batterie ausgetauscht werden, „damals hatten die noch Bleibatterien.“ Es folgte ein zweiter Kewet, der ganze sieben Jahre lang seinen Dienst versah, mit den kleinen Flitzern machte Rux zusammen genommen um die 120.000 Kilometer: „Ich war nicht einmal in der Werkstatt, bin immer nur gefahren. Es gab keine größeren Reparaturen.“ - Kunststück, schließlich hat eine elektrobetriebenes Fahrzeug kaum Verschleißteile. Nach den beiden Kewets kam ein Nissan Leaf, für Pendlerfahrten im Pott hat Thomas Rux zusätzlich noch zwei Smarts geleast, die die mittlerweile selbst fahrenden Kinder gerne nutzen: „Meine ältere Tochter pendelt täglich elektrisch von Dortmund nach Herne.“

„Mittlerweile ist das für uns ganz normal. Im Alltag gibt es überhaupt keine Probleme. Nur im Urlaub muss man vorher etwas mehr planen. Wenn mich jemand fragt, wie das elektrische Fahren ist, sage ich immer: So ein E-Auto zu fahren ist ganz normal, nur schöner. Die Autos haben eine viel schnellere Beschleunigung, und ich genieße die Ruhe beim Fahren, oft auch ganz ohne Radio. In einem Verbrenner fahre ich nur noch ungerne mit.“

Natürlich hat Thomas Rux seinen eigenen Ladeanschluss am Haus, und da er auch über eine Solaranlage auf dem Dach verfügt, ist er mit seinen E-Autos vorbildlich umweltfreundlich unterwegs. „Am einfachsten ist das elektrische Fahren natürlich für Hausbesitzer, da habe ich morgens immer ein voll geladenes Auto. Schwierigkeiten gibt es derzeit noch bei Mietern und bei Hausgemeinschaften von Eigentumswohnungen. In den nächsten Jahren und Monaten werden noch eine ganze Reihe von E-Modellen auf den Markt kommen, unter anderem aus Korea und Europa. Auch der neue Tesla könnte interessant werden, denn er ist deutlich kleiner als der Vorgänger und damit alltagstauglicher. Nur bei den Lieferfahrzeugen hakt es noch, da fehlen noch gute Angebote.“

Fachleute gehen davon aus, dass es in diesem und den kommenden Jahren einen deutlichen Schub für die E-Autos geben wird. Attraktiv wird der Kauf eines E-Autos auch durch die Förderung von Land und Bund. Auch die Lademöglichkeiten sollen in Dortmund beispielsweie durch Laternen-Ladestationen noch besser werden. Im NOx-Block-Projekt, bei dem Stadt Dortmund und DEW21 zu den Partnern gehören, sollen bis 2021 insgesamt 500 neue Ladepunkte entstehen.

Infos:
- Am umweltfreundlichsten wird ein E-Auto mit Ökostrom betrieben
- Auf 100 Kilometer entstehen Gesamtkosten von rund 4-5 Euro
- An der Ladesäule kostet die KWh Strom 30 Cent
- Mehr als 180 öffentliche Ladepunkte gibt es im Dortmunder Stadtgebiet, eine DEW21-Schnellladesäule für mehrere Wagen steht an der B1/Ecke Voßkuhle; während des Ladens parken die E-Autos dort frei
- Vor 20 Jahren gab es 20 E-Autos in Dortmund, heute sind es 500 reine E-Mobile und 2200 Plug-In-Hybride und reine Hybride.

- Wer sich über Elektromobilität bei Thomas Rux erkundigen möchte, erreicht ihn unter Tel. 544-4037, thomas.rux@dew21.de oder an seinem Platz im Beratungszentrum der DEW21, Günter-Samtlebe-Platz 1

- Weitere Infos zum Thema gibt es hier: https://elektromobilitaet.dew21.de/

- Ob in Dortmund oder bundesweit: Hier gibt es Infos zu den Ladestationen https://elektromobilitaet.dew21.de/ladestationen/going-electric

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen