Dortmunder Krisenzentrum lud zum Präventionstag ein
Suizidgefahr stieg durch Pandemie

Im Stadewäldchen wurde eine Gedenkstätte für Suizid-Opfer errichtet und weiter ausgestaltet.
  • Im Stadewäldchen wurde eine Gedenkstätte für Suizid-Opfer errichtet und weiter ausgestaltet.
  • Foto: Klinikum Westfalen
  • hochgeladen von M Hengesbach

Sohn oder Tochter durch einen völlig überraschenden Suizid zu verlieren, bedeutet unendlichen Schmerz und einen Schock für Eltern. Rund 60 Mal jedes Jahr aber müssen dies Eltern, Angehörige und Freunde in Dortmund durchleiden. Anlässlich des internationalen Suizidpräventionstages, wollen das Dortmunder Krisenzentrum und das Klinikum Westfalen solche Schicksale in Erinnerung rufen. Im Stadewäldchen wurde dazu  die Erinnerungsstätte weiter ausgestaltet.

Den geschilderten Schicksalsschlag musste vor etwa einem Jahr ein Dortmunder Elternpaar erleben. Der Sohn war erwachsen, längst ausgezogen, bis heute fand sich keine Erklärung für seine Entscheidung. Wichtig waren für die Eltern die Spurensuche und Gesprächsmöglichkeiten, die das Krisenzentrum und der Gesprächskreis für Angehörige von Suizidopfern ihnen boten. Die Eltern haben einen Brief an ihren verstorbenen Sohn geschrieben, der verlesen wurde. Dass es unkomplizierte Hilfen auch für Menschen in schwierigen Lebenssituationen gibt, wollten sie gemeinsam mit dem Krisenzentrum, und dem Angehörigen-Gesprächskreis aufzeigen, um anderen Betroffenen mögliche Auswege zu zeigen.

Krise belastet Menschen zusätzlich

"Die Corona-Pandemie kann ein zusätzlicher Grund sein, sich mit Suizid-Gefahren aber auch mit Hilfsangeboten auseinander zu setzen", sagt Johannes Ketteler, Leiter des Krisenzentrums. International steigen aktuell die Suizidzahlen. Für Dortmund sei es zu früh für eine Bilanz. Viele Anrufe im Krisenzentrum aber zeigen, dass die Coronakrise Menschen zusätzlich belastet. Er warnt, zu etwa 60 Suiziden in Dortmund kommen weit mehr Fälle, in denen der Versuch scheitert, nicht vollzogen wird oder aber scheinbar wie ein Unfall wirkt.

Ort zum Innehalten

Beim Präventionstag wurde an der Gedenkstätte eine Tafel installiert. Dort sollen nicht nur Angehörige Betroffener gedenken können, dort soll auch Gelegenheit bestehen, inne zu halten. Der Baum bietet sich dafür an, symbolisch Wünsche zu platzieren. Um hinzuweisen auf Gefahren und Opfer wird auch eine Installation realisiert.

Autor:

M Hengesbach aus Dortmund-City

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